Musik

James Ellis Ford kündigt Soloalbum Lost In Another World an

Der renommiierte Produzent verarbeitet schwere Krankheit in neuen Songs



James Ellis Ford kündigt Soloalbum Lost In Another World an Bild James Ellis Ford kündigt Soloalbum Lost In Another World an Screenshot James Ellis Ford kündigt Soloalbum Lost In Another World an Foto

Du kennst James Ellis Ford höchstwahrscheinlich bereits aus den Credits einiger der prägendsten Alben der letzten Jahrzehnte. Als Produzent hat er den Sound von Bands wie den Arctic Monkeys, Blur oder Depeche Mode maßgeblich geprägt. Seine Arbeit zeichnet sich dabei selten durch laute Gesten aus, sondern vielmehr durch ein feines Gespür für stimmungsvolle Räume, vielschichtige Texturen und eine mitreißende Dynamik. Nach seinem Solodebüt richtet der Musiker den Fokus nun erneut auf sein eigenes Projekt und kündigt sein zweites Soloalbum mit dem Titel „Lost In Another World“ für den 14. August an. Ein erster Vorgeschmack ist mit dem Song „Overtones“ ebenfalls bereits erschienen.

Ein intensives Dokument aus einer Ausnahmesituation

Die Entstehungsgeschichte von „Lost In Another World“ ist eng mit einer tiefgreifenden persönlichen Krise verbunden. Anfang des Jahres 2025 wurde bei James Ellis Ford eine akute myeloische Leukämie diagnostiziert. Während der anschließenden Chemotherapie entstand das Album unter denkbar minimalistischen Bedingungen direkt am Krankenbett. Ausgerüstet mit nicht viel mehr als einem Laptop, einem Mikrofon und wenigen kompakten Synthesizer-Modulen verarbeitete er seine Situation in musikalischen Skizzen, die schließlich zu vollwertigen Songs heranwuchsen.

Wer nun jedoch ein schwermütiges oder düsteres Werk erwartet, das von Schmerz und medizinischer Isolationsangst erdrückt wird, liegt falsch. Das Erstaunliche an diesem Werk ist seine ausgeprägte Leichtigkeit. Anstatt nach dramatischer Katharsis oder einem lauten Triumph über die Krankheit zu suchen, präsentiert sich die Musik überraschend beschwingt und offen. Schimmernde Synthesizer-Flächen verbinden sich mit treibenden Rhythmen und eingängigen Melodiebögen, die eher Erinnerungen an optimistischen Synth-Pop als an existenzielle Krisen wecken.

Kreativer Ausdruck statt Studio-Perfektionismus

Selbst in den Momenten, in denen Ford Unsicherheit, Ängste oder körperlichen Schmerz direkt anspricht, verfällt die Produktion nie in künstliches Pathos. Die Musik bleibt stets in Bewegung und beschreibt den Ausnahmezustand nicht als einmaliges, großes Trauma, sondern als eine merkwürdige Form von neuem Alltag. Im Spannungsfeld zwischen klinischer Routine und intensiver kreativer Konzentration umkreist das Album das Gefühl des Kontrollverlusts, ohne dagegen anzukämpfen.

Auch im Nachgang entschied sich Ford bewusst dagegen, die im Krankenhaus entstandenen Rohaufnahmen im Studio nachträglich glattzupolieren. Das Album versteht sich nicht als durchkonzipiertes Hochglanzprodukt, sondern als unverfälschtes Dokument eines ganz spezifischen Lebenszustands. Gerade durch diese Unmittelbarkeit entwickelt die Platte eine besondere Nähe, die weit über rein autobiografische Anekdoten hinausreicht.

Das neue Album erscheint am 14. August bei Domino. Für Fans und Interessierte steht vorab die erste Singleauskopplung „Overtones“ bereit, die den vielschichtigen Ton der Platte perfekt einfängt.

Tracklist

  1. Overtones
  2. People Just Don’t Know
  3. ’Til Our Days Are Gone
  4. Here Today
  5. Parallel Dimension
  6. Silver Lining
  7. I Believe In You
  8. This Too Shall Pass
  9. Homesick For Another World
  10. The Ever After
  11. Did You Ever Want To Go To Your Own Funeral?
  12. This Will All Be A Memory Soon

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