Ein digitales Netzwerk aus den Neunzigern
In Radiotext tauchst du über eine klassische Terminal-Oberfläche in ein längst verloren geglaubtes Funknetzwerk ein. Statt moderner Grafikwelten erwartet dich eine Retro-Ästhetik inklusive authentischer Tipp-Mechaniken und passender Soundeffekte. Über Frequenzen und Rauschen nimmst du Kontakt zu den verbliebenen Nutzern des Netzwerks auf. Deine Aufgabe besteht darin, die Fragmente der verlassenen Kanäle zusammenzufügen und das Geflecht aus Schicksalen zu entwirren.Die Welt von Radiotext wird von einem Machtkampf dominiert: Im Verborgenen formiert sich ein Aufstand von Cyber-Aktivisten gegen mächtige Konzerne. Dieser Kampf wird nicht mit Waffen, sondern ausschließlich über die Ätherwellen ausgetragen. Als Neuling musst du dich entscheiden, auf welcher Seite du stehst. Dabei triffst du auf ganz unterschiedliche Persönlichkeiten – von hilfsbereiten Kontakten über zerbrochene Existenzschicksale bis hin zu Entitäten, die nicht einmal mehr am Leben sind.
Entscheidungen, Vertrauen und Modding-Support
Die Konversationen innerhalb des Terminals folgen Verzweigungen. Deine Wortwahl hat direkte Auswirkungen auf das gesamte Netzwerk. Da Vertrauen im digitalen Untergrund ein rares Gut ist, musst du vorsichtig agieren: Einige Gesprächspartner lügen, andere geben zu viel preis, und womöglich treibt sogar ein Maulwurf sein Unwesen. Neben offensichtlichen Antwortmöglichkeiten gibt es im Terminal auch versteckte Pfade zu entdecken. Radiotext bietet daher verschiedene Enden und lässt sich bei einer Spieldauer von rund drei bis vier Stunden mehrfach durchspielen, ohne dass zwei Durchgänge exakt gleich verlaufen.
Technisch beschreitet das Spiel ungewöhnliche Wege: Obwohl die Spielwelt visuell dreidimensional wirkt, läuft Radiotext im Hintergrund in 2D. Dadurch benötigt das Spiel selbst bei einer Auflösung von 4K mit realistischen Umgebungsdetails lediglich rund 200 Megabyte an Speicherplatz sowie Arbeitsspeicher und VRAM. Ein weiteres Merkmal ist der ausgeprägte Modding-Support. Sowohl die Demo als auch die Vollversion enthalten ein Handbuch, mit dem Spielende eigene Geschichten, Nicht-Spieler-Charaktere und Rätsel erstellen können. Zudem nutzt das Spiel ein asynchrones Multiplayer-Feature, das an Titel wie Dark Souls oder Death Stranding erinnert: Über eine integrierte Plattform im Stil von X werden Nachrichten anderer realer Spieler nahtlos mit den Beiträgen der NPCs vermischt. Selbst nach dem eigentlichen Ende der Hauptgeschichte bleibt das Netzwerk aktiv und lädt zu weiteren Erkundungen ein.


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