Wenn Journalismus zur Sensation verkommt
Der Film basiert auf wahren Begebenheiten und nimmt das berüchtigte US-Format "To Catch a Predator" als Inspiration. In den Mitte der 2000er-Jahre feierte die Sendung riesige Erfolge, indem sie vermeintliche Pädophile mithilfe von Lockvögeln in eine Falle lockte und anschließend vor laufenden Kameras konfrontierte. Robert Pattinson übernimmt die Rolle des ehrgeizigen Investigativjournalisten Chris Hansen, der als das Gesicht dieses Formats fungiert. Was ursprünglich als moralischer Kreuzzug gegen Verbrechen im Internet beginnt, entwickelt sich schnell zu einer unkontrollierbaren Machtmaschine.An Hansens Seite arbeiten die ambitionierte Produzentin Andie, gespielt von Merritt Wever, und der junge Schauspieler Dan, dargestellt von Skyler Gisondo, der als Lockvogel eingesetzt wird. Gemeinsam treibt das Team die Quoten und den Erfolgsdruck immer weiter auf die Spitze. Der anfängliche Wunsch, Gerechtigkeit zu schaffen, wird dabei mehr und mehr von wahnhafter Obsession und persönlichem Geltungsdrang verdrängt. Wenn du dich für medienethische Fragestellungen interessierst, bietet die Handlung reichlich Stoff zum Nachdenken: Wie weit darf Berichterstattung gehen, wo endet Journalismus und wo beginnt die reine Selbstinszenierung auf Kosten der Würde?
Eskalation im konservativen Texas
Die Dynamik spitzt sich zu, als das Fernsehteam Jagd auf einen besonders prominenten Verdächtigen macht – intern nur als der "Wal" bezeichnet. Diese Spurensuche führt die Beteiligten ins konservative Texas, wo die Situation schließlich völlig außer Kontrolle gerät und in einer Katastrophe mündet, die die US-amerikanische Medienlandschaft nachhaltig prägen sollte. Während die Quotenjagd ihren Höhepunkt erreicht, wird Hansen zunehmend von inneren Dämonen und wahnhaften Visionen geplagt, was das Porträt eines Mannes zeichnet, der an seinem eigenen Ehrgeiz zerbricht.Neben Robert Pattinson, Skyler Gisondo und Merritt Wever gehören weitere bekannte Gesichter zum Ensemble des Films, darunter Anna Faris und Bokeem Woodbine. Die Regie übernahm Lance Oppenheim, während Ajon Singh für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Mit A24 steht zudem eine Produktionsfirma hinter dem Projekt, die in den vergangenen Jahren immer wieder für außergewöhnliche und kompromisslose Kinomomente gesorgt hat. Primetime greift die Debatten aus dem Jahr 2006 auf und hinterfragt die Grenzen medialer Aufarbeitung bis heute.


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