Spiele

Forderungen zur gamescom 2026: game verlangt mehr Rückhalt

Der Branchenverband mahnt bessere Politik für die Games-Industrie an.



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Kurz vor dem Start der diesjährigen gamescom meldet sich der deutsche Branchenverband game mit einer deutlichen Botschaft an die Politik zu Wort. Unter dem Titel „Lust auf Zukunft: Potenziale von Games nutzen“ verlangt der Verband eine verlässlichere Unterstützung für den Standort Deutschland und Europa. Wenn du in den kommenden Tagen die Messehallen oder die Berichterstattung verfolgst, siehst du eine Branche, die weltweit riesige Umsätze generiert und technisch Maßstäbe setzt. Doch wie steht es eigentlich um die Rahmenbedingungen für Entwicklerinnen und Entwickler hierzulande?

Drei Säulen für einen stärkeren Standort

Die Veröffentlichung des Papiers kommt nicht von ungefähr: Wenn sich Ende August die internationale Spielebranche in Köln versammelt, blicken Fachleute und Öffentlichkeit gleichermaßen auf die politischen Signale. Der Verband stellt klar, dass Videospiele längst kein reines Unterhaltungsmedium mehr sind. Mit weltweit über drei Milliarden Spielenden und Jahresumsätzen von mehr als 200 Milliarden US-Dollar handelt es sich um einen gigantischen Wirtschaftszweig. In Deutschland greifen rund sechs von zehn Menschen regelmäßig zu Controller, Tastatur oder Smartphone. Zudem gilt die Games-Industrie als Innovationstreiber für viele andere technische Bereiche, was sie zu einem zentralen Baustein für die digitale Souveränität macht.

Um diese Potenziale voll auszuschöpfen, schlägt der Verband konkrete Schritte in drei Schwerpunkten vor. Der erste Bereich betrifft die wirtschaftliche und strukturelle Förderung. Deutschland und Europa müssten als produzierende Standorte gestärkt werden. Dazu zählen aus Sicht des Verbandes eine gezielte Gründungs- und Produktionsförderung, der Ausbau von Infrastruktur und Ausbildung sowie die erleichterte Einwanderung von Fachkräften. Ein besonders drängender Punkt bleibt dabei die verlässliche Umsetzung der angekündigten steuerlichen Förderung für Games in Deutschland, auf die die Branche wartet.

game-Geschäftsführer Felix Falk betont die Notwendigkeit entschlossener Schritte:
Die gamescom macht es als weltgrößtes Games-Event auch in diesem Jahr wieder mehr als deutlich: Wir müssen die einmaligen Potenziale von Games und ihre kulturelle, wirtschaftliche und technologische Kraft noch viel stärker nutzen. Es muss Deutschlands und Europas Anspruch sein, als produzierender Games-Standort eine führende Rolle einzunehmen. Dafür braucht es mehr Ambition, verlässliche politische Rahmenbedingungen, eine verhältnismäßige Regulierung und die stärkere Nutzung der einzigartigen Potenziale von Games für unsere Gesellschaft.
Felix Falk

Bürokratieabbau und gesellschaftliche Chancen

Neben finanziellen Aspekten fordert die Erklärung eine drastische Vereinfachung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Anstelle eines undurchsichtigen Regelungsdschungels spricht sich der Verband für die Stärkung bereits etablierter, passgenauer Jugendschutzsysteme aus. Formate wie USK, PEGI und IARC hätten sich in der Praxis bewährt. Neue, konkurrierende Regulierungsansätze – etwa im Rahmen des geplanten europäischen Digital Fairness Act – drohten diese Systeme zu schwächen, statt echten Schutz zu bieten. Hier gelte es, verhältnismäßig zu agieren und vorhandene Mechanismen sinnvoll zu unterstützen.

Der dritte Schwerpunkt widmet sich der gesellschaftlichen Dimension von Videospielen. Der Verband hebt hervor, dass Games eine positive Kraft für Demokratie und Zusammenhalt sein können. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass Menschen, die Videospiele nutzen, oft ein überdurchschnittlich hohes Vertrauen in demokratische Prozesse besitzen und eine höhere Bereitschaft zu gesellschaftlichem Engagement aufweisen. Wenn du also das nächste Mal ein Spiel startest, tust du das in einem Umfeld, das auch gesellschaftlich immer relevanter wird.

Die gamescom 2026 im Überblick

Die Fülle dieser Themen zeigt, wie viel auf dem Spiel steht, wenn am 24. August 2026 mit der Entwicklerkonferenz gamescom dev der Auftakt erfolgt. Tags darauf, am 25. August, folgt die feierliche Eröffnungsshow gamescom Opening Night Live, bevor vom 26. bis 30. August die regulären Messetage in Köln anstehen. Als weltgrößtes Games-Event zieht die Messe nicht nur Millionen Fans an, sondern dient auch als wichtiges Forum für Gespräche zwischen Politik und Wirtschaft. Zusammen mit weltweiten Ablegern wie der gamescom latam in São Paulo oder der gamescom asia in Bangkok zeigt das Event, wie stark die Vernetzung der Branche inzwischen ist. Ob die politischen Entscheidungsträger die Forderungen der Erklärung aufgreifen werden, dürfte ein prägendes Thema der kommenden Messetage werden.

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