Mythologische Tiefe und drei Stimmen am Hoellentor
Inhaltlich bedienen sich Heretics einer faszinierenden Vorlage aus der antiken Mythologie. Der Song kreist um die wohl bekannteste Wache der Unterwelt: den dreikoepfigen Hoellenhund Zerberus, der nach altgriechischen Ueberlieferungen den Eingang zum Hades bewacht. Das Wesen steht als unüberwindbare Grenze zwischen der Welt der Lebenden und dem Reich der Toten. Die Band verarbeitet in ihrem Songtext verschiedene Referenzen an historische griechische Texte und zeichnet das Bild einer furchterregenden Kreatur, die treu ihre ewig dustere Pflicht erfuellt.Das Besondere an dieser Veröffentlichung beschraenkt sich jedoch keineswegs nur auf das lyrische Konzept. Heretics haben sich eine aussergewoehnliche musikalische Umsetzung einfallen lassen, um die Struktur der dreikoepfigen Bestie akustisch zum Leben zu erwecken. Anstatt sich auf einen einzelnen Saenger zu verlassen, teilen sich im Song gleich drei Vokalisten das Mikrofonsignal. Neben den beiden regulaeren Bandmitgliedern Fabian Marx und Tim Lobner ist auch Daniel Klinteberg als Gastsaenger mit von der Partie. Klinteberg ist im Genre kein Unbekannter und verleiht der Nummer durch seine Mitwirkung bei Heretic Legion eine zusaetzliche stimmliche Nuance. Durch das Zusammenspiel dieser drei praegnanten Gesangsstile entsteht ein echtes Terzett, das die drei Koepfe des mythischen Zerberus vertritt und dem Track eine beeindruckende Dynamik verleiht.
Visuelle Gestaltung und Unabhaengigkeit
Auch visuell wird der Single-Release gebuehrend in Szene gesetzt. Passend zum Erscheinen des Songs verfuegt die Band ueber ein eigens produziertes Lyric-Video, das von Andrea Mantelli gestaltet wurde. Mantelli zeichnet sich zudem fuer das individuelle Artwork verantwortlich, das speziell fuer „Cerberus (Terzet for a Hellhound)“ entworfen wurde und die dustere Stimmung des Beitrags bildlich auf den Punkt bringt.Das Werk erscheint in Eigenregie (Self-Released) und ist auf allen gaengigen digitalen Plattformen verfuegbar. Damit bewahren sich Heretics ihre musikalische und gestalterische Freiheit, um Konzepte wie jene auf „Of Poets and Prophets“ ohne kompromissbehaftete Vorgaben umzusetzen. Stilistisch duerfte der Track besonders Fans von Formationen wie Kataklysm oder Amon Amarth ansprechen, da energiegeladener Death Metal mit einer durchdachten, thematischen Untermalung kombiniert wird. Falls du dich fuer gut strukturierte Todesmetall-Produktionen mit mythologischem Hintergrund begeistern kannst, lohnt sich ein Blick auf das neue Material der Band allemal.

