Was im ersten Moment vielleicht wie das endgültige Ende menschlicher Kreativität klingen mag, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen aber durchaus als eine spannende neue Chance für die gesamte Branche. Viele Hörer merken im Alltag nämlich entweder überhaupt nicht, wer oder was die Musik erzeugt hat, oder es ist ihnen letztlich schlichtweg egal, solange der Sound am Ende stimmt.
Grenzenlose Kreativität ohne teures Tonstudio
Ein wirklich faszinierendes Beispiel für dieses Phänomen ist die christliche Rockband Shunned at a Funeral, die auf ihrem offiziellen YouTube-Kanal bereits rund 250.000 Abonnenten sammelt. Auf den ersten Blick wirkt alles wie bei einer ganz normalen Band, doch der enorme Ausstoß an Alben und die bis ins Detail perfekt weichgezeichneten Videos verraten den massiven Einsatz moderner Hilfsmittel. Experten aus der Musikforschung betonen in diesem Zusammenhang, dass das Publikum solche Projekte durchaus schätzt, sofern ein echtes, von Menschen erdachtes Konzept dahintersteckt.Genau hier setzen mittlerweile auch spezialisierte Labels an, die sich exklusiv dem Aufbau solcher virtuellen Künstler widmen, um ihnen eine Plattform zu bieten. Dadurch erhalten plötzlich auch kreative Köpfe eine Stimme, die vielleicht selbst kein Instrument spielen können oder schlicht nicht das Budget für teure Studiomieten aufbringen.
Koexistenz zweier Welten als Zukunftsvision
Dass echte Musiker durch diese Entwicklung nun komplett überflüssig werden, glauben Brancheninsider allerdings kaum, vielmehr wird mit einer dauerhaften und spannenden Koexistenz beider Parallelwelten gerechnet. Problematisch wird es meistens erst dann, wenn die Grenzen verschwimmen und der Einsatz von Algorithmen vor den Fans verheimlicht wird. So sorgte erst kürzlich ein bekannter Rapper für heftige Diskussionen im Netz, als ein neuer Song plötzlich nach weichgespültem Synthiepop mit britischem Akzent klang.Trotz vehementer Dementis und dem Verweis auf Live-Auftritte blieben die Zweifel im Netz bestehen, da die Performance auf der Bühne wie ein Fremdkörper wirkte. Die wichtigste Lehre für die Zukunft ist daher wohl, dass das Publikum kein Problem mit technologischen Hilfsmitteln beim Songschreiben hat, man mit den Fakten aber von Anfang an absolut offen und ehrlich umgehen sollte.


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