Eine introspektive Reise
In „The Procedure“ widmet sich Wildelau existenziellen Fragen nach Bedeutung, Transformation und dem Menschsein an sich. Die visuellen und akustischen Elemente verschmelzen zu einer rituellen Reise durch innere Metamorphosen. Der Musiker beleuchtet damit die Position des Einzelnen im großen Ganzen. Dazu führt er selbst aus:Wer sind wir? Wohin gehen wir? Was tun wir? Diese Fragen klingen einfach, eröffnen jedoch Abgründe. Menschen – denkende, fühlende, zweifelnde Wesen – sind zwischen sich und der Welt gefangen, zwischen Innen und Außen, zwischen Sinn und Leere. Eine Prozedur des Einzelnen im großen Schema der Dinge – das klingt nüchtern, fast technisch. Doch in dieser Nüchternheit liegt eine Wahrheit: Wir sind Teil eines Prozesses, der uns transzendiert.
Entstehung im Schatten der Pandemie
Die Wurzeln von „Consideration“ reichen in die frühen Tage des Jahres 2020 zurück. Die Pandemie und die damit verbundenen Lockdowns boten Wildelau den Raum, sich neuen kreativen Wegen zu widmen. Er kehrte in sein Elternhaus zurück, wo seine schwer erkrankte Mutter lebte, die wenig später verstarb. Umgeben von Natur, Erinnerungen und einer neuen Verantwortung begann er in dieser schicksalhaften Phase, Musik zu schreiben – zunächst ganz ohne konkreten Plan oder Genrefokus. Seine musikalische Biografie ist ohnehin von Vielfalt geprägt: Schon im Alter von sechs Jahren begann er mit dem Schlagzeugspielen, tourte in den 2000er-Jahren als Drummer durch die Metal- und Rockszene und spielte unter anderem bei Pyogenesis sowie Buffalo Hump, ehe High Fighter entstand.Erst im Jahr 2022 reifte der Entschluss, die gesammelten Ideen zu einem vollständigen Album auszuarbeiten. Wildelau übernahm dabei fast den gesamten Prozess im Alleingang: Vom Songwriting über das Arrangement und die Performance bis hin zu Aufnahme und Mix kreierte er das Werk komplett in Eigenregie. Lediglich das Gitarrensolo bei „Time Holes“ steuerte Gastmusiker Pitti Weidenhof bei, während das Mastering von Benjamin Kapidzic stammt. Musikalisch bewegt sich das Projekt fernab seiner bisherigen harten Bandprojekte. Stattdessen verwebt das Album Einflüsse aus Singer-Songwriter-Tradition, Ambient-Rock, Pop und Krautrock mit dezenten elektronischen Elementen. Das Ergebnis ist ein organischer Klangteppich, der sich jeder starren Genregrenze entzieht und zeigt, dass Wildelaus kreative Reise noch lange nicht abgeschlossen ist.
Tracklist
- Foggy Air
- Put Something In Its True Light Pt. 1
- Old Knots
- Time Holes
- Future Sign
- Put Something In Its True Light Pt. 2
- Autumn Leaves (Leafs)
- The Procedure


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