Vom musikalischen Scherz zum Doom-Ernst
Um diesen kreativen Wendepunkt auch nach außen hin deutlich zu markieren, benannte sich das Projekt in Прадедушка um und trennte sich damit symbolisch von den humoristischen Anfängen. Die treibende Kraft hinter dieser Entwicklung zeigt sich nun in voller Konsequenz auf dem zweiten Studioalbum, das den markanten Titel „Атеист“ trägt. Statt schneller Gags erwartet dich hier eine tonnenschwere, atmosphärische Reise durch die finstersten Regionen des klassischen Doom Metal. Das Quartett, das im eisigen Nova Scotia beheimatet ist, beweist eindrucksvoll, dass der Sprung von der Comedy-Ecke in den harten Untergrund gelingen kann, wenn dahinter echtes musikalisches Gespür und songwriterische Tiefe stecken.Musikalisch orientiert sich das neue Werk an den ureigenen Traditionen des Genres, ohne dabei wie eine bloße Kopie zu wirken. Fans, die sich zu den langsamen, erdrückenden Klängen von Bands wie Candlemass, Reverend Bizarre oder Skepticism hingezogen fühlen, werden hier sofort heimisch. Die Gitarren schlagen mit brachialer Wucht ein, während die Bassläufe in einer behäbigen, fast schon serpentinenartigen Präzision durch die Songs kriechen. Darüber thronen Vocals, die mit einer rohen und ungefilterten Intensität durch den Mix schneiden und die bedrückende Atmosphäre komplettieren.
Inhaltlich widmet sich das Album tiefgründigen und philosophischen Themen. Im Zentrum der Texte steht der Verlust von Religion sowie die bewusste Stärkung des eigenen Willens, sobald die schützenden Mythen und Dogmen abgestreift werden. Sämtliche Songtexte sind dabei konsequent in russischer Sprache verfasst, was dem ohnehin schon düsteren Sound eine zusätzliche, archaische Schwärze verleiht. Das Album bringt es in seiner Gesamtheit auf vier extrem ausgedehnte Stücke, die eine Gesamtspielzeit von rund 51 Minuten erreichen und dir somit reichlich Raum geben, dich in den klobigen Riffs zu verlieren.
Frontmann Richard blickt optimistisch auf diese kreative Metamorphose und betont, wie wichtig dieser Schritt für die Band war.
Mit der Veröffentlichung von „Атеист“ bin ich sehr glücklich, das Parodieband-Dasein hinter mir zu lassen. Ich blicke gespannt auf das, was die Zukunft bringt.
Tracklist
- церковь в огне (11:49)
- сатана (10:41)
- сдаться (13:20)
- Атеист (16:08)



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