Zwischen kulturellem Verlust und ökologischer Krise
Inhaltlich befasst sich Call intensiv mit dem Niedergang der Wildnis und dem schleichenden Verlust der gälischen Kultur, insbesondere in Schottland und darüber hinaus. Der Albumtitel trägt dabei eine bewusst gewählte Doppelbedeutung. Im Schottisch-Gälischen bedeutet das Wort "call" übersetzt "Verlust". Im Englischen wiederum steht der Begriff für einen Ruf oder Aufschrei – eine Stimme, die sich an die Hörer wendet, um an jene Dinge zu erinnern, die im Laufe der Zeit verdrängt, vergessen oder gezielt ausgelöscht wurden.Über die Spieldauer von sieben Songs spannen Urisk einen Bogen zwischen Trauer, Wut und der vagen Hoffnung auf eine Rückbesinnung. Die Band begreift ökologische und kulturelle Entwurzelung als zwei eng miteinander verwobene Phänomene. Verschwindende Tierarten, geschädigte Meere und sterbende Wälder stehen auf einer Stufe mit dem Verlust historischer Sprachen, zerbrochener Traditionen und dem Vergessen alter Lebensweisen im Einklang mit der Natur. Getragen wird diese emotionale Last von langen, atmosphärisch aufgebauten Kompositionen, rasendem Schlagzeugspiel, rauem Gesang und Schichten aus Gitarrenspuren, die immer wieder von düsteren Folk-Anklängen durchzogen werden.
Erweiterter Sound und eigenständige Produktion
Auch klanglich markiert das neue Album eine deutliche Weiterentwicklung für das Bonner Duo. Während vorherige Veröffentlichungen stark vom klassischen DIY-Charakter geprägt waren, präsentiert sich die Produktion auf Call wesentlich reifer und vielschichtiger. Der Großteil der Instrumente sowie sämtliche Gesangsspuren entstanden in Eigenregie im bandeigenen Heimstudio. Für das professionelle Einspielen des Schlagzeugs wählten Benedikt Brixius und Marleen Bügener hingegen die Zusammenarbeit mit den Liquid Aether Studios. Das Ergebnis verknüpft das ungeschliffene, direkte Spielgefühl früherer Aufnahmen mit einem differenzierten, druckvollen Klangbild, das den einzelnen Instrumenten deutlich mehr Raum zur Entfaltung lässt.Stilistisch richtet sich die Veröffentlichung vor allem an Liebhaber von Bands wie Ultha, Afsky, Beltez, Grab oder Friisk, die Wert auf eine melancholische Grundstimmung und vielschichtige Themenkonzepte legen.
Tracklist
- Ro-Ràdh: Air Chall 's Gruama
- Uprooting
- Jaws of Dawn
- The Hauled and the Waif
- Night Call: To You Who Lie Buried Face to the Ground
- A' Choille Ghruamach
- Fògrach // Spirit Flight




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