Musik

Paintrail veröffentlichen experimentelle Debüt-EP Nocturnals

Nach fast zehn Jahren im Verborgenen erscheint das Erstlingswerk.



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Manchmal schlummern musikalische Ideen über viele Jahre hinweg im Verborgenen, bevor sie den Weg an die Öffentlichkeit finden. Ein solches Projekt ist das schwedische Gespann Paintrail. Hinter dem Namen verbergen sich die Musiker Luca Delle Fave, den man unter anderem von Seventh Dimension kennt, sowie Hadid Rehman. Bereits im Jahr 2016 schrieb das Duo drei Stücke, die damals jedoch in den Schubladen verschwanden und nie das Licht der Öffentlichkeit erblickten. Die Entstehungsgeschichte liest sich wie ein klassischer Fall von musikalischer Wiederbelebung. Nach einer fast zehnjährigen Pause hat sich das Projekt nun dazu entschlossen, diese verstaubten Ideen aufzugreifen und in eine vollendete Produktion zu gießen. Mit „Nocturnals“ erscheint nun das lang erwartete Debüt, das Fans von anspruchsvollen, abseitigen Klängen aufhorchen lassen dürfte. Das schwedische Duo beweist damit, dass Kompositionen, die einst als unvollendet galten, mit dem nötigen zeitlichen Abstand zu einem stimmigen Gesamtkunstwerk verschmelzen können.

Zwischen akustischer Ruhe und düsterer Atmosphäre

Wer sich auf die Veröffentlichung einlässt, bekommt keineswegs gefällige Hintergrundmusik geboten. Das Werk kommt gänzlich ohne Vocals aus und setzt stattdessen auf eine rein instrumentale Klangsprache, die sich tief in experimentelle Rock-Gefilde vorarbeitet. Die musikalische Ausrichtung erinnert dabei an die atmosphärisch dichten und oft unverkennbar melancholischen Passagen von Acts wie Opeth, Steven Wilson oder dem gemeinsamen Projekt Storm Corrosion. Akustische Gitarren prägen das Klangbild, werden jedoch durch ein starkes Fundament aus treibenden Drums, tiefen Bassläufen und wabernden Synthesizern gestützt.

Paintrail haben für ihr Erstlingswerk bewusst eine ungewöhnliche und reizvolle Klangpalette gewählt. Die drei enthaltenen Stücke pendeln gekonnt zwischen beklemmenden Dissonanzen und flüchtigen, fast schon erhebenden Melodiemomenten. Diese Kontraste sorgen dafür, dass die Musik nie eindimensional wirkt, sondern eine hypnotische Sogwirkung entfaltet. Wer genau hinhört, fühlt sich an Szenen erinnert, in denen man nachts allein durch verlassene Straßen streift – ein Mix aus leiser Beklemmung, diffuser Paranoia und einer eigentümlichen, fast tröstlichen Schönheit. Das digitale Mini-Album bietet somit eine dichte, fast greifbare Atmosphäre, die vor allem Hörer anspricht, die das Nischenhafte und Unkonventionelle schätzen. Das Label Corrupted Records hat sich der Veröffentlichung angenommen und bringt das Release in die Welt. Dass es sich dabei um ein reines Digitalformat handelt, tut dem Erlebnis keinen Abbruch. Die EP fordert von ihrem Publikum Geduld und die Bereitschaft, sich auf subtile Nuancen einzulassen. Statt auf schnelle Effekte zu setzen, entfaltet sich die Wirkung erst durch das mehrfache Hören, wenn die feinen Verästelungen zwischen den akustischen Gitarren und den atmosphärischen Einsprengseln voll greifen.

Tracklist


  1. Nightwalker

  2. Lunar Caress

  3. The Conjuring


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