Ein kreativer Prozess ohne feste Regeln
Wer eine klassische Reggae-Platte erwartet hat, greift hier daneben. Perry hatte während der Sessions in der deutschen Hauptstadt kein Interesse daran, Altbekanntes zu wiederholen. Und doch sind die Geister dieser Musik permanent anwesend: Sie schwingen als ferne Echos und Erinnerungsschleifen mit, die unweigerlich an seine historische Arbeit mit Bob Marley & The Wailers zurückverweisen, ohne sich jemals starr festzulegen. Mouse on Mars begegneten dem Ausnahme-Künstler dabei nicht mit akademischen Konzepten, sondern mit purer Offenheit. Es wurde wenig gesprochen, stattdessen begann man einfach zu machen. Perry füllte Wände mit Slogans, murmelte, sang und verschob kontinuierlich musikalische Bedeutungen. Musik wurde hier nicht als starrer Plan, sondern als reines Ereignis verstanden.Das begleitende Musikvideo von Studio Sparks fängt diese Atmosphäre auf eindringliche Weise ein. Es verknüpft rohes Studiomaterial mit digitalen Fragmenten und kunstvollen 3D-Collagen. Die Bilder dokumentieren nicht bloß einen Aufnahmeprozess, sondern behaupten einen eigenen, schwerelosen Zustand. Die Berliner Ankunft im Dezember 2019 hatte keine klassische Vorgeschichte. Wer stand da eigentlich im Raum? War es der legendäre Upsetter, der Super Ape oder einfach nur Rainford Hugh Perry, jener Mann, durch den sich die Geschichte der jamaikanischen Musik wie ein elektrischer Strom gezogen hat?
Zwischen Vergangenheit und Zukunft
Das kommende Album trägt den passenden Titel „Spatial, No Problem.“ und wird am 5. Juni 2026 veröffentlicht. Dieser beiläufige Satz dient dem Projekt als ästhetisches Programm. Raum ist in diesem Kontext nichts Starres, sondern ein dynamisches Gefüge, in dem sich Klänge, Kulturen und Zeitebenen kontinuierlich neu mischen. Das Werk fungiert wie ein Übergangszustand, in dem Vergangenheit und Zukunft nahtlos ineinander überkippen und zeigen, dass Perry Zeit seines Lebens nicht nur Musik erschaffen, sondern stets neue künstlerische Horizonte ausgelotet hat. Während die erste Single „Rockcurry“ noch einen motorischen Puls vorgab, präsentiert sich „To The Rescue“ als schwerelose, präzise Komposition, die frei driftet und dennoch in sich ruht.Tracklist
- Rockcurry
- Hallo Shiva
- Economic Train
- Spatialee
- Fire Dali
- Yayaya
- To The Rescue
- State Of Emergency


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