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Kristin Hersh kündigt neues Solo-Album Sugar On Blackstone an

Die US-Musikerin gewährt mit der Single 101 Run persönliche Einblicke


11.08.2026  Redaktion  0 Likes  0 Kommentare 
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Foto: Pete Mellekas. Mehr zum Thema Transparenz.

Mit ihren Bands Throwing Muses und 50 Foot Wave hat Kristin Hersh die Alternative-Rock-Landschaft über Jahrzehnte hinweg geprägt. Nun steht ihr nächstes Solo-Werk bevor: Am 18. September erscheint ihr neues Album „Sugar On Blackstone“ über Fire Records. Passend zur Ankündigung und im Vorfeld ihrer anstehenden Tournee gibt es mit der Single „101 Run“ bereits den vierten Vorgeschmack auf das Werk.

Der Song fängt die gegensätzlichen Seiten im Leben der Musikerin ein – die harten Kontraste zwischen dem rastlosen Alltag auf Tour und unerwarteten Erlebnissen abseits der Bühne. Wenn du dir „101 Run“ anhörst, bekommst du ein Gefühl für diese Dynamik zwischen schnellen Autobahnfahrten von Auftritt zu Auftritt und ruhigen, aber intensiven Momenten in der Natur.

Aufgenommen wurde das Album Anfang dieses Jahres in den Stable Sound Studios. Unterstützung erhielt Kristin Hersh dabei von langjährigen Wegbegleitern: Rob Ahlers von 50 Foot Wave saß am Schlagzeug, während Cellist Pete Harvey von den Throwing Muses für vielschichtige Streicherakzente sorgte. Das Ergebnis ist eine intime, zugleich karge und warme Klangkulisse, die das Wechselspiel aus Fragilität und Energie ausbalanciert.

Schmerz, Hoffnung und Erinnerungen in Providence
Inhaltlich erweist sich „Sugar On Blackstone“ als tief persönliches und emotionales Werk. Es befasst sich mit Leben und Tod, Armut und Wohlstand sowie den prägenden Erinnerungen der Kindheit, die bis ins Erwachsenenalter nachhallen. Im Zentrum stehen Verbindungen zu Weggefährten, Familie und Freunden sowie die Frage, wie bestimmte Orte und Klänge vergangene Momente schlagartig wieder lebendig machen.

Ein prägender Ort für die Entstehung des Albums war Providence im US-Bundesstaat Rhode Island. Kristin Hersh reflektiert die gegensätzlichen Facetten der Stadt und den persönlichen Verlust, der die Songs beeinflusste:
Hier in Providence sagen wir: ‚Die Reichen wohnen in der Power Street, aber die meisten von uns leben von Hope.‘ Letztes Jahr lebte ich zum dritten Mal in der Hope Street – das ist doch die glücksbringende Zahl, oder? Ich war weiterhin im ganzen Land und weltweit unterwegs – der „101 Run“, der meine Arbeit und mein Leben ist –, raste über Highways und schwamm während der kalifornischen Waldbrände mit Stachelrochen an einem „Silver Beach“. Aber ich kehrte immer wieder zurück zu den „72 Stingrays“, die am Park gegenüber meiner, im Sonnenlicht gebadeten oder im Schnee versunkenen Wohnung in Providence vorbeirasten.
Kristin Hersh
Ein tragisches Ereignis im Umfeld der Musikerin überschattete den Schreibprozess, floss jedoch direkt in die Thematik der Stücke ein:
In Providence, wenn die harmlosen „Snow White Lies“ der Hope verfliegen und wir an nichts mehr glauben können, laufen wir die Blackstone entlang – ein langer, leerer Weg, wie ein Schiff verlorener Seelen. Letzten Sommer wurde ein Freund, der für mich wie ein Bruder war, dort in der Nähe erschossen. Sein „Ticking“‑Herz blieb stehen, keine Zeit mehr, die man in Herzschlägen messen kann – nach nur 38 Jahren. Sein rastloser Geist, durchlöchert wie sein Körper. Niemand will Geister so sehen müssen; es war alles so dunkel. Eines Morgens half ich seinen Kindern, sich für die Beerdigung ihres Vaters anzuziehen. Manchmal hilft Hope nicht.
Kristin Hersh
Trotz der Schwere der Thematik verfällt das Album nicht in reine Ausweglosigkeit. Es zieht seine Stärke aus der offen gezeigten Verletzlichkeit und verknüpft Trauer mit Momenten des Festhaltens und des Weitergehens:
Doch „Moths“ verbrennen nicht zwangsläufig, wenn sie das Licht suchen. Und wir leben noch, und Dom sieht nun durch die Augen seiner Kinder. Ist das Hoffnung? Ich weiß es nicht. Alles, was ich weiß, ist, dass er bald wieder in orange getaucht war und leuchtete, wie er es immer tat. „Dom In Orange“ kam singend durch den Park und durch mein Fenster herein, als die Sonne in einem tiefen Rot-Orange unterging.
Kristin Hersh
Mit „Sugar On Blackstone“ erweitert Kristin Hersh ihre Diskografie um ein vielschichtiges Werk, das emotionale Tiefe und musikalische Reduktion vereint.

Tracklist
  1. Dark Eyed Junco
  2. Moths
  3. Ticking
  4. Silver Beach
  5. Pink Nightgowns
  6. 101 Run
  7. Sundial
  8. Snow White Lies
  9. Dom In Orange
  10. '72 Stingray
  11. Samson

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