Soziokultureller Druck als musikalischer Treibstoff
Gegründet wurde die Formation im Jahr 2013 in Kristiansand. Seit mehr als einem Jahrzehnt verarbeitet das Quintett die Spannungsfelder des Lebens an der norwegischen Südküste in Form von kompromisslosem, konfrontativem Hardcore. Die Region gilt historisch als stark konservativ und christlich geprägt. Ein organisierter Glaubensapparat, gesellschaftliche Kontrolle sowie die ständige Beobachtung im kleinstädtischen Umfeld hinterließen tiefgreifende Spuren in der Entwicklung der Musiker – und ziehen sich als wiederkehrende Motive durch ihr bisheriges Schaffen.Mit „The Weight We Carry“ treiben Korrupt diese inhaltliche Auseinandersetzung weiter auf die Spitze. Das Album behandelt überlieferte Erwartungshaltungen, Ängste und gesellschaftliche Zwänge, die Menschen von vorherigen Generationen aufgebürdet bekommen. Es geht um die zentralen Fragen, wie man mit diesem ererbten Ballast umgeht und ob man die vorgegebenen Muster akzeptiert oder sich ihnen entschlossen entgegenstellt.
Musikalische Einflüsse und Songstruktur
Klanglich präsentiert sich das Werk als rohe Kollision aus klassischer Hardcore-Dynamik, schwermütiger Black-Metal-Atmosphäre und wuchtigen Riffs. Während Landsleute wie Kvelertak einen naheliegenden Orientierungspunkt bieten, lassen sich in den Songstrukturen ebenso die eingängigen Rock-Elemente von Turbonegro, die mitreißende Energie von Comeback Kid und die eisige Aggression von Immortal wiederfinden.Insgesamt umfasst die Platte neun Titel. Neben der vorab veröffentlichten Auskopplung „Devoted to the Grave“ gehören dazu unter anderem Stücke wie „Narrative Warfare“, „Being, Paranoid“, „Totalitarian“ sowie das vielschichtige Abschlussstück „I Am the Soil“.
Von den Anfängen bis zur aktuellen Besetzung
Internationale Aufmerksamkeit erarbeitete sich die Band erstmals im Jahr 2017 mit ihrem Debütalbum „Preachers and Creatures“, das über Fysisk Format erschien. Das Erstlingswerk stieß bei Fachmedien wie Metal Injection, Metal Underground oder dem New Noise Magazine auf positive Resonanz. Das deutsche Magazin Visions wählte die Platte zudem auf Platz 20 seiner Jahresbestenliste. Sechs Jahre später folgte 2023 der Nachfolger „Secret Sorrows“, für den die norwegische Tageszeitung Stavanger Aftenblad mit einer Höchstwertung von sechs von sechs Punkten voll des Lobes war.Drei Jahre nach diesem Erfolg setzt die Band ihren Weg nun konsequent fort. Besetzungstechnisch besteht die Gruppe aktuell aus den beiden Lead-Sängern und Gitarristen Marius Jahnsen und Fredrik Nome, dem Gitarristen Thomas Holler, Bassist Aleksander Johnson sowie Schlagzeuger Henrik Kyte Assmann. Gemeinsam bündeln die fünf Musiker erneut Unmut, Skepsis und Widerstandsgeist in einem eigenständigen Soundgewand.


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