Traumwelten als kreatives Fundament
Für „The Other Side“ wählte die Gruppe die Welt der Träume als zentrales Thema. Bereits vor den ersten Schreibsessions führten die Mitglieder Traumtagebücher, um nächtliche Visionen festzuhalten und diese schrittweise in Songs zu verwandeln. Sängerin Katrine beschreibt den Effekt dieser Methode:Es war sehr hilfreich, meine Träume aufzuschreiben. Es hat definitiv beeinflusst, wie ich Texte geschrieben habe. Ich würde das sehr gerne wieder machen, so ein loses Konzept hält das Album einfach zusammen.
Zu wissen, dass sich alles um Träume dreht, war auch musikalisch hilfreich für mich. Wir konnten diese verträumten Effekte einbauen. Ich habe das Gefühl, die meisten Songs haben auf die eine oder andere Weise albptraumhafte oder traumartige Passagen. Dennoch stecken viele verschiedene Themen darin – Folklore, aktuelle Ereignisse, Introspektion, Leben und Tod. Textlich passt im Grunde alles in Träume, es ist einfach das Leben in all seinen Facetten.
Zeitleisten verändern sich und das Leben führt uns unweigerlich auf unterschiedliche Pfade, aber die Freundschaft – und die tiefe Liebe zu Musik, die die Seele berührt – ist immer geblieben. Wir fühlen uns daher unglaublich geehrt, 'Lost in the Dark' wieder an die Oberfläche zu holen und dem Song ein neues Leben zu schenken. Der Song handelt von der Selbstfindung und der manchmal unerbittlichen Suche danach, wer wir sind und wo wir hingehören. Doch diese Reise kann paradox sein: Wenn wir so tief nach uns selbst suchen, fühlen wir uns am Ende manchmal verlorener als zuvor.
Reduktion auf das Wesentliche im eigenen Studio
Das Album entstand zeitgleich zum Aufbau eines eigenen Studios, was die Arbeitsweise der Musiker spürbar prägte. Während Stücke wie „Animal“ (mit Gastbeitrag der färöischen Künstlerin Elinborg) mit 136 BPM ein ungewohnt hohes Tempo anschlagen, setzt die Ballade „A Ship Has Left The Shore“ auf minimalistische Strukturen. Gitarrist Jogeir erklärt den reduzierten Produktionsansatz:Das war alles sehr direkt und unkompliziert, ohne sich auf der technischen Seite zu viele Gedanken zu machen. In der Vergangenheit war es für unsere Mixing-Engineers oft ein Problem, dass zu viel gleichzeitig passierte und man nicht alles hören konnte. Wir neigen dazu, zu viel Farbe aufzutragen. Aber manchmal bekommt man aus einem einzigen großen Sound genauso viel Energie wie aus hundert kleineren. Für dieses Album haben wir uns daher für das Prinzip 'Weniger ist mehr' entschieden.
Für mich geht es darum, etwas zu schreiben, das ich so noch nicht gehört habe. Das heißt nicht, dass es das noch nie gab, aber wenn es für mich neu klingt, weckt es mein Interesse.
Tracklist
- In the Shadows
- Animal (feat. Elinborg)
- Lost in the Dark
- Let Me Be Open
- Chasing Dreams
- A Ship Has Left the Shore
- Beauty & the Beast
- Descend the Stars (feat. Árstíðir)
- The Other Side (feat. Árstíðir)
- Melanchoholic


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