Vom zufälligen Smartphone-Demo zum Folk-Duett
Die Wurzeln von „Lighthouses“ reichen bis in den September 2021 zurück. Der Bandgründer Matt Smith experimentierte damals auf seinem Smartphone mit Synthesizer-Effekten. Er nahm eine kurze, abfallende Basslinie in A-Moll mit einem leichten Trip-Hop-Gefühl auf und lud sie in den gemeinsamen Ordner auf der Plattform BandLab hoch. Einen Monat später ergänzte sein Cousin Alex Burke das Intro um düstere Klavierakkorde. Diese Neuausrichtung überzeugte Smith davon, aus der Idee ein Duett über eine zerbrechende Beziehung zu machen.Die Gesangsmelodie und den Text schrieb Smith innerhalb von nur etwa 20 Minuten. Das Besondere daran: Die Gesangsspur, die es letztlich in den finalen Mix schaffte, war direkt sein allererster Versuch, den er spontan in das Mikrofon seines Smartphones einsprach. Sämtliche spätere Versuche, die Gesangsparts im Studio neu einzusingen, konnten die emotionale Wirkung der ersten Aufnahme nicht mehr erreichen. Gemeinsam mit der Sängerin Becca Drayer entstand schließlich das finale Duett, das von Gustavo Prida aus Argentinien mit einer neuen Schlagzeug-Programmierung abgerundet wurde.
Zwei Jahre später, im Oktober 2023, entschied sich Smith für eine komplette Überarbeitung. Er entfernte den synthetischen Bass und ersetzte ihn durch ein Slide-Riff auf der Akustikgitarre in Drop-D-Stimmung. Die charakteristische Melodie blieb dabei erhalten, während die Drums durch ein sanfteres Besen-Schlagzeug ersetzt wurden. Der polnische Bassist Marcin Nawrocki spielte zudem eine neue Basslinie ein. Nach intensiver Feinarbeit über zwei Jahre hinweg zeigt sich das Ergebnis nun deutlich roher und akustischer als das Original. Das US-Musikmagazin Alt77 zog dabei bereits Vergleiche zu bekannten Musikgrößen:
Es erinnert an die ebenso düster-romantischen Duette zwischen Mark Lanegan und Isobel Campbell.
Ein Kollektiv über alle sieben Kontinente
Die Geschichte von Intercontinen7al begann im März 2020. Die Mitglieder der US-Band Toast suchten während der Pandemie nach Wegen, um aus der Distanz weiterhin gemeinsam Musik zu machen. Über die öffentlichen Creator-Tools von BandLab wuchs die Initiative schnell zu einem riesigen Netzwerk heran, an dem heute mehr als 30 Musikerinnen und Musiker aus 15 Ländern beteiligt sind.Inspiriert vom Konzept des Foo-Fighters-Projekts „Sonic Highways“ setzte sich Smith das Ziel, auf jedem einzelnen Kontinent der Erde Beteiligte zu finden. Das schloss sogar die Antarktis ein: Zwei dort stationierte Forscher, Aymar de Lichtervelde und Stijn Thoolen, steuerten Instrumente für das Progressive-Rock-Stück „Manor Hill“ bei. Damit gilt Intercontinen7al als erste Rockband, die Musik auf allen sieben Kontinenten aufgenommen hat.
Der Bandname und die stilisierte Zahl 7 leiten sich vom Song „7empest“ der Band Tool ab. Der Katalog umfasst mittlerweile sieben Alben. Fünf der Songs enthalten Aufnahmen von allen sieben Kontinenten und sind auf der EP „World Over“ gebündelt. Da das Projekt rein virtuell existiert, gibt es keine Pläne für gemeinsame Live-Tourneen. Sämtliche Streaming-Einnahmen fließen stattdessen als Spenden an wohltätige Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen, Oxfam, Stand Up 2 Cancer oder das Internationale Rettungskomitee.


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