Tradition trifft auf elektronische Zukunft
Hassak betritt die musikalische Bühne nicht nur als Klangkünstler, sondern inszeniert sich auch visuell und konzeptionell. Bei seinen Auftritten trägt er eine markante Maske, die von Meryem Aboulouafa entworfen wurde. Diese visuelle Arbeit zitiert die Kultur der Zayan, eines Berbervolkes, das einst in poetischen Kreisen tanzte, um sich spirituell auszudrücken und zu finden. Diese historische Verwurzelung spiegelt sich direkt in der ästhetischen Ausrichtung des neuen Albums wider, das Genregrenzen bewusst aufbricht.Musikalisch verweigert sich „MUTANT“ gängigen Erwartungen. Die Produktion verzichtet gänzlich auf Weltmusik-Kitsch oder eine geglättete Fusion-Folklore. Stattdessen versteht sich das Release als klares politisches Statement im klassischen 4/4-Takt. Es thematisiert kritisch, was verloren geht, wenn afrikanische Musik im westlichen Musikbetrieb auf rein konsumierbare Samples reduziert und normiert wird. Die Rhythmen auf der Platte sind demnach weit mehr als nur funktionale Beats für den Club – sie fungieren als akustische Chroniken und mündliche Archive, denen hier ein hörbarer Raum gegeben wird. Hörerinnen und Hörer werden dabei eingeladen, die Tiefe und den soziokulturellen Kontext hinter den elektronischen Sequenzen neu zu entdecken.
Die erste Single und der Blick fürs Wesentliche
Als erster musikalischer Vorbote dient der Track „Drift of Drummer“. Das Stück versteht sich als Verneigung vor der Djembé, klammert dabei jedoch jede billige Exotik aus. Stattdessen widmet sich the Nummer der physischen Arbeit und der Geschichte, die mit dem Instrument untrennbar verbunden sind. Diese Musik ist explizit nicht für entspannte Lounges konzipiert; sie will anecken, erinnern und Spuren aufzeigen, die in gängigen Streaming-Algorithmen oft untergehen.Mit dem kommenden Longplayer erinnert Guedra Guedra daran, dass Musik im Kern ortsspezifisch und tief in traditionellen Kontexten verankert ist. Jede elektronische Zukunft besitzt ihren Ursprung in einem Dorf, in dem ein Mensch auf ein Fell schlägt, um gehört zu werden. Wer sich auf diesen Tonträger einlässt, blickt hinter die Kulissen einer Kunstform, die ihre Herkunft weder versteckt noch vermarktet, sondern kompromisslos feiert.


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