Unter der Erde und im Schlamm: Die Herausforderungen beim Dreh
Der erste Teil der Produktion fand bereits im Januar in der Tropfsteinhöhle Wiehl statt. Etwa 20 Meter unter der Erde und bei konstant frischen acht Grad Celsius bot sich der Band eine gleichermaßen faszinierende wie unwirtliche Kulisse im Oberbergischen Kreis östlich von Köln. Was auf dem Papier nach einer atmosphärisch dichten Location klingt, entpuppte sich vor Ort als physische Härteprobe für alle Beteiligten.Keyboarderin Hydra Gorgonia schildert die extremen Bedingungen am Set wie folgt:
Der erste Drehtag dauerte ganze 10 Stunden. Wir hatten eine ganze Van-Ladung an Requisiten dabei. Es war äußerst strapaziös. Da es in der Woche permanent stark geregnet hat, war die Höhle im Begriff, geflutet zu werden. Der Regen floss wie in Bindfäden von der Decke. Es war außergewöhnlich anstrengend. Die Kontaktlinsen in der Höhle allen in die Augen zu setzen, stellte ein ungeahntes Problem dar. Sehen kann man damit auch nicht mehr. Gegen Ende des Drehtages befanden wir uns eine gefühlte Ewigkeit blind, frierend und bis zur Brust verdreckt in der verregneten Höhle. Wegen des starken Regens musste der 2. Drehtag mit den Außenaufnahmen verschoben werden. Danach war zum ersten Mal in der Bandgeschichte von Atrium Noctis die gesamte Band (inklusive Filmteam) krank.
Auch die moderne Technik machte dem Team einen Strich durch die Rechnung. Die geplante Filmdrohne konnte aufgrund der Kälte und der Nähe zu einem Flughafen nicht starten. Hinzu kamen unvorhergesehene Anekdoten wie der „Wächter des Todes“, der als Statist unter Asthma leidet und den Rauch der eingesetzten Pyrotechnik kaum vertrug. Hydra Gorgonia selbst kämpfte derweil mit den Tücken des Schuhwerks und sank auf ihren zwölf Zentimeter hohen Absätzen im weichen Waldboden ein, während sie parallel versuchte, ihr Keyboard zu bedienen.
Musikalisch bleibt die Formation ihrer Linie treu. Während zahlreiche Genre-Kollegen im Schwarzmetall immer wieder mit neuen Stilmitteln experimentieren, setzen Atrium Noctis auch bei ihrem neuen Werk voll auf eine traditionelle, mystisch-okkulte Darbietung. Damit zollen sie den eigenen musikalischen Ursprüngen Respekt und inszenieren sich gleichzeitig mit einer spürbaren Eigenständigkeit. Inhaltlich bewegt sich das Video an der symbolischen Schwelle zwischen Diesseits und Jenseits, deren Grenzen im Laufe des Liedes thematisch verschwimmen. Wer sich von der visuellen Umsetzung überzeugen möchte, findet das fertige Musikvideo ab sofort online.


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