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Argamal-Trojaner bedroht Gamer: Malware in Hentai-Spielen entdeckt

Kaspersky warnt vor Fernzugriffen durch präparierte Erwachsenenspiele.



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Sicherheitsforscher schlagen Alarm: Wer Erotik- und Hentai-Spiele aus inoffiziellen Quellen herunterlädt, geht derzeit ein erhebliches Sicherheitsrisiko ein. Das Cybersicherheitsunternehmen Kaspersky hat eine aktive Malware-Kampagne entdeckt, bei der ein gefährlicher Remote-Access-Trojaner namens Argamal verbreitet wird. Betroffen sind auch Nutzer in Deutschland. Die Schadsoftware beschränkt sich nicht nur auf den Diebstahl von Daten, sondern gewährt den Angreifern im schlimmsten Fall die vollständige Kontrolle über infizierte Systeme.

Manipulierte Spieldateien und getarnte Cheats
Die Welle an Infektionen wurde von Kasperskys Global Research and Analysis Team (GReAT) aufgedeckt. Die Cyberkriminellen nutzen das Interesse an Hentai-Games – Videospielen für Erwachsene im japanischen Anime-Stil mit erotischen oder sexuellen Inhalten – gezielt aus. Über präparierte Download-Websites, den Filesharing-Dienst PixelDrain sowie Torrent-Netzwerke wie AniRena werden trojanisierte Archive verteilt.

Die Masche ist dabei raffiniert aufgebaut: Neben den eigentlichen Spielkomponenten enthalten die heruntergeladenen Ordner eine modifizierte Systembibliothek, die für den Start des Titels erforderlich ist. Sobald du das jeweilige Spiel öffnest, wird im Hintergrund unbemerkt der Schadcode ausgeführt. Da das Spiel selbst einwandfrei funktioniert, schöpfst du als Spieler zunächst keinen Verdacht.

Nach der Erstausführung verhält sich die Malware zunächst unauffällig. Erst nach mehreren Tagen der Inaktivität lädt das Programm einen weiteren Trojaner nach und richtet den weitreichenden Fernzugriff auf den Rechner ein. Von da an können die Angreifer aus der Ferne sensitive Account-Daten abgreifen, Tastatureingaben aufzeichnen oder weitere schädliche Aktionen ausführen. Neben präparierten Spielearchiven entdeckten die Experten auch Fälle, in denen die Schadsoftware als vermeintlicher Cheat in einschlägigen Gaming-Foren getarnt oder direkt in modifizierten Bündelpaketen versteckt wurde.

Laufende Entwicklung und globale Ausbreitung
Nach Erkenntnissen der Sicherheitsexperten ist der Schädling bereits weltweit im Umlauf. Neben Deutschland wurden Infektionen unter anderem in Russland, Brasilien und Vietnam nachgewiesen. Sprachliche Hinweise und Kommentare im Quellcode der Downloader-Komponenten legen mit mittlerer Wahrscheinlichkeit die Vermutung nahe, dass der Entwickler der Angriffsstruktur im spanischsprachigen Raum ansässig ist.

Kaspersky betont, dass die Angreifer ihre Infrastruktur kontinuierlich anpassen und die Malware regelmäßig um neue Funktionen erweitern.
Cyberkriminelle missbrauchen seit Langem spielebezogene Inhalte und inoffizielle Software-Installationsprogramme, um Schadsoftware zu verbreiten. Sie setzen darauf, dass Nutzer Dateien aus ungesicherten Quellen ohne weiteres Misstrauen herunterladen. Unsere Analyse zeigt, dass die Schadsoftware aktiv weiterentwickelt und regelmäßig mit neuen Funktionen sowie Infrastrukturänderungen aktualisiert wird. Das deutet darauf hin, dass die Kampagne andauert und sich wahrscheinlich weiterentwickeln wird. Die zunehmende Verfügbarkeit öffentlicher Tools und Automatisierungslösungen vereinfacht und beschleunigt zudem die Schadsoftwareentwicklung für Angreifer. Nutzer sollten daher keine Software von inoffiziellen Websites oder Plattformen herunterladen.
Dmitry Galov
So schützt du dein System vor Trojanern
Um nicht Opfer von Argamal oder ähnlichen Remote-Access-Trojanern zu werden, solltest du einige Grundregeln beim Herunterladen von Spielen beachten. Der wichtigste Grundsatz lautet: Beziehe Spiele, Erweiterungen oder Modifikationen ausschließlich aus offiziellen Storefronts oder direkt von den Entwicklern. Inoffizielle Portale, Filesharing-Dienste und Torrents bergen stets das Risiko, dass Installationspakete mit Schadcode angereichert wurden.

Zudem empfiehlt es sich, in den Systemeinstellungen von Windows die Option zur Anzeige von Dateinamenerweiterungen zu aktivieren. Kriminelle versuchen häufig, ausführbare Programme wie EXE-, VBS- oder SCR-Dateien als harmlose Dokumente oder Mediendateien zu tarnen. Schließlich gehört eine leistungsstarke Sicherheitslösung mit Echtzeitschutz zur Grundausstattung jedes Gaming-PCs, um schädliche Aktivitäten frühzeitig zu blockieren, bevor Schaden entsteht.

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