Der Abschied des Build Teams veränderte MythBusters
Als Kari Byron, Grant Imahara und Tory Belleci nach der Staffel von 2014 ausschieden, verlor MythBusters drei seiner beliebtesten Persönlichkeiten. Das sogenannte Build Team hatte über viele Jahre eigene Experimente durchgeführt und der Sendung eine zweite erzählerische Ebene gegeben. Der Wechsel zwischen Adam Savage und Jamie Hyneman auf der einen sowie Kari, Grant und Tory auf der anderen Seite sorgte für Abwechslung, Humor und ein höheres Tempo.Nach Angaben des damaligen ausführenden Produzenten Dan Tapster wollte man das Trio grundsätzlich behalten. Bei den Vertragsverhandlungen kam jedoch keine Einigung zustande. Gleichzeitig betrachteten die Verantwortlichen den Einschnitt als Gelegenheit, die Sendung neu auszurichten. Viele Fans empfanden MythBusters anschließend mit Adam und Jamie allein allerdings als leerer und weniger lebendig.
Ein neues Format traf nicht jeden Geschmack
Ab 2015 wurde auch die Gestaltung der Sendung deutlich verändert. Das vertraute Intro mit den Bauzeichnungen verschwand, ebenso Teile der bekannten Erzählweise. Neue Informationseinblendungen kamen hinzu und die einzelnen Experimente erhielten mehr Sendezeit. Die Produzenten wollten MythBusters damit wieder stärker auf Wissenschaft, Konstruktion und die eigentliche Versuchsdurchführung ausrichten.Diese ausführlichere Herangehensweise hatte durchaus ihre Qualitäten. Gleichzeitig gingen jedoch Tempo und Vielfalt verloren. Während früher häufig mehrere Teams parallel an unterschiedlichen Mythen arbeiteten, konzentrierte sich eine Folge nun stärker auf wenige große Versuche. Wer vor allem die Gruppendynamik und den lockeren Humor mochte, konnte die neue Ausrichtung daher als Rückschritt empfinden.
Nach 14 Jahren waren viele naheliegende Mythen erzählt
Hinzu kam eine typische Herausforderung langlebiger Fernsehformate. Viele bekannte Alltagsmythen und urbanen Legenden hatte die Sendung längst behandelt. Deshalb beschäftigten sich Adam und Jamie immer häufiger mit Filmszenen, viralen Internetvideos, Wiederholungen früherer Experimente und besonders aufwendigen Großversuchen.Das sorgte weiterhin für spektakuläre Bilder, wirkte aber gelegentlich weniger spontan als die frühen Folgen aus der Werkstatt. Der Charme der Anfangsjahre bestand schließlich auch darin, dass mit vergleichsweise einfachen Mitteln überraschende Fragen untersucht wurden. Je größer und aufwendiger die Produktion wurde, desto stärker entfernte sie sich teilweise von diesem ursprünglichen Gefühl.
Adam Savage bestätigte die sinkenden Quoten
Adam Savage erklärte 2015 gegenüber Entertainment Weekly, dass die Einschaltquoten zwar nicht katastrophal gewesen seien, sich aber sichtbar verändert hätten. Bereits drei oder vier Jahre vor dem Ende habe das Team zunehmend darüber nachgedacht, ob Discovery die Sendung noch einmal verlängern würde.Die schwächere Zuschauerbindung begann somit nicht erst mit der eigentlichen Abschiedsstaffel von 2016. Die Entscheidung über das Ende war sogar schon Anfang 2015 gefallen. Die Reaktionen auf die letzten Episoden waren daher nicht der unmittelbare Grund für die Absetzung. Vielmehr entstand die finale Staffel bereits mit dem Wissen, dass Adam und Jamie sich anschließend verabschieden würden.
Eine aufwendige Produktion musste sich weiterhin rechnen
MythBusters war keine günstige Studiosendung. Fahrzeuge, Werkstätten, Spezialeffekte, Testgelände, Sicherheitsmaßnahmen und teilweise monatelange Vorbereitungen verursachten erhebliche Kosten. Wenn bei einer derart aufwendigen Produktion gleichzeitig die linearen Zuschauerzahlen sinken, wird eine Fortsetzung für den Sender wirtschaftlich immer schwieriger.Discovery veröffentlichte keine umfassende Kostenrechnung zur Absetzung. Dennoch liegt nahe, dass das Verhältnis zwischen Produktionsaufwand und Reichweite eine wichtige Rolle spielte. Nach mehr als 200 Folgen konnte die Serie zudem nicht mehr denselben Neuheitswert besitzen wie zu Beginn der 2000er-Jahre.
Auch bei den Moderatoren machte sich Erschöpfung bemerkbar
Savage berichtete von einem anspruchsvollen Produktionsrhythmus, der ungefähr 40 Arbeitswochen pro Jahr umfasste. Jamie Hyneman erklärte wiederum, nach 14 Jahren sei schlicht der richtige Zeitpunkt für das Ende gekommen. Er empfand insbesondere den Aufwand des Fernsehdrehs zunehmend als Einschränkung seiner eigentlichen technischen Arbeit.Die bekannte Distanz zwischen den beiden Moderatoren dürfte hingegen weniger entscheidend gewesen sein, als gelegentlich vermutet wird. Adam und Jamie waren zwar privat keine engen Freunde, funktionierten beruflich aber gerade wegen ihrer unterschiedlichen Persönlichkeiten außergewöhnlich gut. Diese Gegensätzlichkeit gehörte über viele Jahre zu den großen Stärken der Sendung.
Das Finale war eher Abschied als Rettungsversuch
MythBusters wurde vom Publikum also nicht plötzlich vollständig abgelehnt. Die Serie verlor vielmehr schrittweise an Reichweite, während ein wesentlicher Teil des Ensembles verschwand und sich die vertraute Struktur veränderte. Gleichzeitig waren viele naheliegende Mythen bereits erzählt und die Herstellung blieb ausgesprochen aufwendig.Die letzte Staffel sollte die Sendung deshalb nicht mehr retten, sondern ihr einen würdigen Abschluss ermöglichen. Adam und Jamie konnten noch einmal typische MythBusters-Themen aufgreifen, frühere Experimente würdigen und sich bewusst vom Publikum verabschieden. Gerade das eigentliche Finale wurde von zahlreichen Fans positiv aufgenommen. Ein Teil der früheren Zuschauerschaft hatte sich zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits von der Serie entfernt.


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