Ein Familiendrama im Herzen Berlins
Im Mittelpunkt der Handlung steht Murad, dargestellt von Kida Khodr Ramadan, der vielen aus der Serie "4 Blocks" bekannt sein dürfte. Murad lebt mit seiner Ehefrau Leyla und dem gemeinsamen Sohn in Berlin. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Kerem ist er in der deutschen Hauptstadt aufgewachsen, nachdem der Vater vor vielen Jahren aus der Türkei eingewandert war und dort ein eigenes Restaurant aufgebaut hatte. Über die Jahre hat sich die Familie einen moderaten Wohlstand erarbeitet, doch das scheinbar geordnete Leben gerät schlagartig aus den Fugen.Auslöser der Krise ist ein intimes Foto, das in der religiösen Gemeinde der Familie die Runde macht. Es zeigt Kerem zusammen mit einem anderen Mann. In der konservativ geprägten Gemeinschaft gilt die Homosexualität als schwere Verfehlung und stellt die vermeintliche Familienehre auf eine harte Probe. Während sich die Gerüchte und Anfeindungen schnell verbreiten, gerät Kerem zunehmend unter Druck. Die Situation eskaliert schließlich, als er auf offener Straße körperlich angegriffen wird.
Zwischen Glauben, Tradition und eigenen Abgründen
Der Konflikt spitzt sich weiter zu, als der Vater der beiden Brüder Hilfe bei einem angesehenen Imam sucht. Dieser deutet Kerems Sexualität sowie seine epileptischen Anfälle als Anzeichen einer dämonischen Besessenheit. Während der Druck von außen und innerhalb der Familie immer unerträglicher wird, bleibt Murad die einzige verbliebene Stütze für Kerem. Beim Versuch, seinen jüngeren Bruder vor den Übergriffen und der geplanten Ausgrenzung zu schützen, gerät Murad jedoch an sämtlichen Fronten in schwere Auseinandersetzungen. Die Ereignisse zwingen ihn schließlich auch dazu, sich mit verdrängten Teilen seiner eigenen Vergangenheit und Identität auseinanderzusetzen.Neben Kida Khodr Ramadan bietet das Drama eine hochkarätige Besetzung bis in die Nebenrollen: Mit dabei sind unter anderem Nicolette Krebitz, Nastassja Kinski und Moritz Bleibtreu. Regisseur Nader Saeivar, der zuvor bereits als Co-Drehbuchautor von "Ein einfacher Unfall" in Erscheinung trat, zeichnet das Porträt einer Familie im aktiven Zusammenbruch. Das Großstadtdrama beleuchtet die oft zerrissene Realität zwischen moderner Selbstbestimmung und traditionellen Verpflichtungen.


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