Prominente Lübeck-Premiere am historischen Schauplatz
Die Wahl von Lübeck als Ort für eine große Vorab-Präsentation kommt keineswegs von ungefähr: Als Geburtsstadt von Thomas Mann ist die Hansestadt eng mit der Familiengeschichte des weltberühmten Literaturnobelpreisträgers verknüpft. Im Rahmen der Premiere besucht Hanns Zischler gemeinsam mit Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau das traditionsreiche Buddenbrookhaus. Neben einem Fototermin und dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt steht am Abend ein Auftritt auf dem Roten Teppich vor dem Filmhaus Lübeck an. Nach der Filmvorführung stellt sich Zischler zudem in einem Publikumsgespräch den Fragen der anwesenden Gäste.Eine bewegende Reise durch ein zerstörtes Nachkriegsdeutschland
Inhaltlich führt dich „VATERLAND“ zurück in das Jahr 1949. Anlässlich des 200. Geburtstags von Johann Wolfgang von Goethe kehrt Thomas Mann gemeinsam mit seiner Tochter Erika – einer erfolgreichen Schauspielerin, Autorin und Kabarettistin – erstmals aus dem US-amerikanischen Exil nach Deutschland zurück. Es beginnt ein hochemotionaler Roadtrip durch ein vom Krieg gezeichnetes und in Besatzungszonen geteiltes Land. Die Route der beiden führt von Frankfurt am Main in der US-amerikanischen Zone bis nach Weimar im sowjetisch kontrollierten Sektor.Auf beiden Seiten der innerdeutschen Grenze hoffen Politiker, Kulturschaffende und die Bevölkerung auf tröstende Worte, Versöhnung und politische Zustimmung durch den gefeierten Autor. Thomas Mann, von seinen Kindern auch liebevoll „der Zauberer“ genannt, findet sich zwischen euphorischen Wagner-Erben und literarisch bewanderten Generälen wieder. Er wird einerseits als literarische Lichtgestalt hofiert, andererseits aber auch heftig kritisiert und beschimpft. Vor dieser Kulisse entfaltet sich gleichzeitig eine leise, aber spürbare Eskalation innerhalb der eigenen Familie. Pawlikowski gelingt es dabei, das Spannungsverhältnis zwischen Kunst, Macht und gesellschaftlicher Verantwortung am Nullpunkt der deutschen Nachkriegszeit einzufangen.
Hochkarätiges Ensemble und meisterhafte Inszenierung
Für den Regisseur Paweł Pawlikowski markiert das Drama bereits seinen achten Spielfilm. Nach seinen weltweiten Erfolgen mit dem Oscar-gekrönten Film „IDA“ und dem prämierten Drama „COLD WAR – Der Breitengrad der Liebe“ demonstriert er erneut sein Gespür für verdichtetes Erzählen in der europäischen Geschichte. Der Film wurde international bereits hoch dekoriert: Nach der Weltpremiere im Wettbewerb der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes zeichnete die Jury Pawlikowski mit dem begehrten Regiepreis aus. Seine Deutschlandpremiere feierte das Werk als Eröffnungsfilm des 43. FILMFEST MÜNCHEN.Neben Hanns Zischler in der Rolle von Thomas Mann überzeugt das Drama durch ein herausragend besetztes deutsches Ensemble. An Zischlers Seite glänzt Sandra Hüller als Erika Mann. In weiteren Rollen sind bekannte Gesichter wie August Diehl, Devid Striesow, Joachim Meyerhoff, Fritzi Haberlandt, Milan Peschel und Enno Trebs zu sehen. Mit einer Laufzeit von 82 Minuten verdichtet der Film das persönliche Schicksal der Familie Mann und die Zerrissenheit einer ganzen Nation zu einer eindringlichen Kinoerfahrung.


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