Einblick in den globalen Lithium-Wettlauf
Ohne Lithium läuft in der modernen technologischen Welt fast nichts mehr: Weder mobile Stromspeicher und große Rechenzentren noch moderne Elektroautos oder Smartphones können ohne das begehrte Leichtmetall betrieben werden. An kaum einem Ort der Welt lagern so enorme Vorkommen wie im Hochland Boliviens. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Dokumentation an und zeigt anschaulich, wie der weltweite Hunger nach dem Rohstoff auf lokale Realitäten trifft. Während europäische Akteure den Zugriff sichern wollen, um ihre heimische Automobilindustrie zukunftsfähig aufzustellen, blicken die Menschen vor Ort auf die Chance, langjährigen Armutsstrukturen zu begegnen. Die bolivianische Regierung verhandelt intensiv mit internationalen Unternehmen, während sich in ländlichen Regionen zivilgesellschaftliche Gruppen – die maßgeblich von Frauen organisiert werden – formieren, um ihre Interessen zu vertreten.Der Film macht deutlich, wie stark die Gegenwart in diesen Abbaugebieten noch immer von einer fünfhundertjährigen Kolonialgeschichte überschattet wird. Dabei fließt auch die historische Chronik eines indigenen Zeitzeugen aus dem 16. Jahrhundert in die Betrachtung ein. Dies verändert den Blick auf die heutigen globalen Machtverhältnisse nachhaltig und wirft die drängende Frage auf, ob die beteiligten Nationen überhaupt bereit sind, sich ernsthaft mit einer echten Dekolonialisierung auseinanderzusetzen.
Premiere, Auszeichnung und Kinostart
Filmfans und Interessierte haben beim diesjährigen DOK.fest München mehrfach die Gelegenheit, das Werk auf der großen Leinwand zu erleben. Die offizielle Premiere findet am Freitag, den 8. Mai 2026, um 21:00 Uhr im Kino City 2 statt. Zu diesem besonderen Anlass werden sowohl Regisseur und Produzent Jens Schanze als auch weitere Mitglieder des Teams vor Ort sein, um dem Publikum nach der Vorführung für Fragen und Gespräche zur Verfügung zu stehen. Weitere Festival-Vorführungen sind am Sonntag, den 10. Mai, im HFF-Kino 1, am Montag, den 11. Mai, im Neuen Rottmann sowie am Donnerstag, den 14. Mai, im Rio 2 angesetzt.Neben der mit Spannung erwarteten Premiere gibt es einen weiteren Grund zum Feiern: Die Komponistin Atena Eshtiaghi wird im Rahmen des Festivals für ihre herausragende Arbeit an der Filmmusik mit dem Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreis 2026 ausgezeichnet. Die feierliche Preisverleihung findet am 10. Mai um 20:00 Uhr im Audimax der HFF statt. Hinter dem anspruchsvollen Projekt steht die Mascha Film GbR in Koproduktion mit der Filmtank GmbH. Finanziell unterstützt wurde die Produktion von zahlreichen namhaften Institutionen und Sendern, darunter der BKM, DFFF, FFA, MOIN, FFF Bayern, ZDF/3sat, Deutsche Welle, EZEF sowie Misereor.
Falls du es im Mai nicht nach München schaffst, musst du dich allerdings nicht allzu lange gedulden. Der Cine Global Filmverleih hat bereits bestätigt, den Dokumentarfilm im Herbst 2026 regulär bundesweit in die deutschen Kinos zu bringen. Damit erhalten alle Interessierten bald flächendeckend die Möglichkeit, sich im Kinosaal ein eigenes Bild von den komplexen Hintergründen der globalen Energiewende zu machen.


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