Drei Stunden bis zum Premierendesaster
In der Geschichte geht es vordergründig um eine anstehende Inszenierung von Shakespeares Tragödie Macbeth im geschichtsträchtigen Pariser Nationaltheater. Doch wer eine gewöhnliche, klassische Theateradaption erwartet, liegt vollkommen falsch. Im Zentrum der Handlung steht nicht das Drama des schottischen Königs, sondern die verzweifelte Arbeit der jungen Regisseurin Nina, dargestellt von Pauline Clément. Ihr bleiben exakt drei Stunden, um ihren Premierenabend gut über die Bühne zu bringen. Was eigentlich eine triumphale Aufführung werden sollte, verwandelt sich rasend schnell in ein organisatorisches und künstlerisches Fiasko.Auf dem Weg zur geplanten Vorstellung geht schief, was nur schiefgehen kann. Nina sieht sich mit einer Aneinanderreihung unvorhergesehener Pannen konfrontiert: Ein pedantischer Portier treibt das Ensemble an den Rand des Wahnsinns, während plötzlich ein Kinderwagen über der Bühne schwebt. Zu allem Überfluss setzt auch die Bühnenbeleuchtung aus und sorgt für absolutes Chaos im altehrwürdigen Gemäuer. Normalerweise gäbe es in einer solchen Situation nur eine logische Entscheidung, nämlich alles abzublasen. Doch in der traditionsreichen Comédie-Française herrscht ein eisernes, ungeschriebenes Gesetz: Die Vorstellung wird unter keinen Umständen abgesagt.
Hochkarätiges Ensemble und preisgekrönter Humor
Das Regieduo Martin Darondeau und Bertrand Usclat, das zugleich für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, inszeniert diese Prämisse mit einem rasanten Tempo. Besonders authentisch wird das Geschehen auf der Leinwand durch die Besetzung: Vor der Kamera steht die tatsächliche Truppe des Pariser Theaterhauses. Neben Hauptdarstellerin Pauline Clément gehören unter anderem Laurent Stocker, Julien Frison, Marina Hands, Adeline D’Hermy und Danièle Lebrun zum Cast. Die Schauspielerinnen und Schauspieler beweisen dabei eine hohe Spielfreude sowie ein feines Gespür für komödiantisches Timing.Inhaltlich und stilistisch schlägt die Produktion eine Brücke zwischen klassischen und modernen Humorformen. Das Schlamassel, in das sich die Beteiligten manövrieren, versteht sich als Verbeugung vor Größen der Comedy-Geschichte – von den literarischen Spuren eines Molière und Voltaire über das britische Chaos von Monty Python bis hin zu den Verwechslungs-Komödien von Peter Bogdanovich.
Diese Mischung kam beim Publikum wie auch bei der Fachkritik hervorragend an. Beim Festival de l’Alpe d’Huez, dem wichtigsten europäischen Filmfest für Komödien, räumte Comédie-Française gleich vier Auszeichnungen ab: Bester Film, Publikumspreis, Sonderpreis der Jury sowie Sonderpreis der Regionaljury Auvergne-Rhône-Alpes. Auch an den französischen Kinokassen schlug sich diese Begeisterung nieder. Bereits am ersten Kinowochenende strömten 300.000 Zuschauer in die Säle, nach vier Wochen verzeichnete der Film in Frankreich mehr als eine Million Kinobesucher.
In Deutschland musst du dich noch ein wenig gedulden, bis das Theaterchaos im Lichtspielhaus Einzug hält. Der bundesweite Kinostart ist pünktlich zum Heiligen Abend am 24. Dezember 2026 angesetzt.


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