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Charlie Nieland: "Shame" ist eine Hymne queerer Widerstandskraft

Die neue Single ist Vorbote des Albums "Stories From The Borderlines"


25.09.2025  Redaktion  0 Likes  0 Kommentare 
Charlie Nieland:
Foto: Alice Teeple. Mehr zum Thema Transparenz.

Der New Yorker Songwriter und Produzent Charlie Nieland veröffentlicht mit "Shame" eine neue Single, die sowohl als eigenständiges Statement als auch als Vorbote seines kommenden Albums "Stories From The Borderlines" fungiert. Das Album erscheint am 24. Oktober, "Shame" selbst ist bereits ab dem 25. September auf Apple Music, Spotify und Bandcamp verfügbar. Zum Song gibt es ein Video, das von der New Yorker Künstlerin Hypnodoll inszeniert und geschnitten wurde, gefilmt hat Alice Teeple.

Nieland lebt mittlerweile in New Jersey, arbeitet aber weiterhin aus seinem Studio in Brooklyn heraus. Seine Vita reicht weit zurück: Er hat für Debbie Harry, Rufus Wainwright, Blondie und Scissor Sisters geschrieben und produziert, außerdem Musik für Film und Fernsehen komponiert, etwa für "The Safety of Objects" mit Glenn Close, die Pilotfolge von Showtimes "The L Word" und die VH1-Dokumentation "NY77: The Coolest Year in Hell". Für seine Produktionsarbeit an Blondies "Greatest Hits Sight & Sound" wurde er in Großbritannien mit Gold ausgezeichnet, mit Debbie Harrys von ihm mitgeschriebener und produzierter Single "Two Times Blue" erreichte er zudem einen Top-10-Platz in den Billboard Dance Charts.

Wut, Begehren und queere Geschichte
Inhaltlich verarbeitet "Shame" die Mischung aus Anziehung und Abscheu, mit der queere Menschen immer wieder konfrontiert werden. Der Song entstand ursprünglich für den Bushwick Book Club, als sich die Gruppe mit Hugh Ryans Buch "When Brooklyn Was Queer: A History" auseinandersetzte. Nieland beschreibt den Song als glamourösen Stampfer mit satten Gitarren und psychedelischem Nachhall, der den Kulturkampf um Geschlechtsidentität in Musik übersetzt.
Wir erotisieren, was wir verachten. "Shame" verwandelt den Krieg um Geschlechtsidentität in eine stampfende Glam-Hymne mit satten Gitarren und einem psychedelischen Nachbrenner. Ich habe diesen Song für den Bushwick Book Club geschrieben, als wir Hugh Ryans Buch "When Brooklyn Was Queer: A History" gelesen haben.
Charlie Nieland
Im Presstext geht Nieland noch weiter auf den historischen Hintergrund ein: Im späten 19. Jahrhundert, bevor der Begriff "homosexuell" überhaupt existierte, habe es am Brooklyner Wasser eine blühende hedonistische Subkultur gegeben, in der männliche und weibliche Drag-Performerinnen und -Performer - damals als "Inverts" bezeichnet - ein Publikum in Hinterzimmern und Cabarets unterhielten. Nachdem Freud die Diagnose populär gemacht habe, sei die Verfolgung von Homosexuellen mit voller Wucht eingesetzt worden, inklusive eines eigens dafür gebauten Gefängnisses in der Nähe.

Album mit prominenter Unterstützung
Album-Opener und Leadtrack ist "Win", ein postpunkiges Mini-Epos, das als klavierbegleiteter Hymnus beginnt, sich zu einer explosiven, scheppernden Anthem-Nummer steigert und schließlich einen Gastauftritt des Staten-Island-Aktivisten und Rappers spiritchild erhält. "Stories From The Borderlines" folgt auf Nielands EP "The Ocean Understands" sowie die Videos zu "Redshift" und "Drown" und bewegt sich klanglich zwischen Post-Punk, Glam, Dream Pop und Progressive Rock. Mit am Album beteiligt ist Keyboarder Joe McGinty, bekannt durch seine Arbeit mit The Psychedelic Furs, Ryan Adams und Nada Surf.

Nieland blickt auf eine lange musikalische Laufbahn zurück: Nach 20 Jahren mit der Band Her Vanished Grace etablierte er sich als Solokünstler mit den Alben "Ice Age" (2014), "Hopeful Monsters" (2016) und "Divisions" (2021). Zudem ist er die eine Hälfte des literaturinspirierten Duos Lusterlit gemeinsam mit Susan Hwang und produziert sowie co-moderiert den Podcast "An Embarrassment of Prog".

"Shame" wurde von Charlie Nieland geschrieben, produziert, aufgenommen, gemischt und gemastert und entstand in den Saturation Point Studios in Brooklyn. Neben Nieland selbst an Gesang, E-Gitarren, 12-saitiger Akustikgitarre, Bass und Percussion wirkten Dan McAssey an der Gitarre und Billy Loose am Schlagzeug mit. Das Cover-Foto der Single stammt von Bob Krasner, das Artwork des Albums von Hypnodoll.

Am 5. November feiert Nieland die Album-Release-Show im Berlin Under A in Brooklyn, gemeinsam mit Life in a Blender und Jessie Kilguss, die dort ebenfalls ihr neues Album "They Have A Howard Johnson's There" vorstellt.

Tracklist
  1. Cease To Turn
  2. Brutalist Monuments
  3. Win (feat. spiritchild)
  4. Drown
  5. Hypnotized
  6. Back To Life
  7. Redshift
  8. Sentinel
  9. Shame
  10. Today
  11. You Fell Down

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