Spieletest: Sakura Wars (Wii)

4123 0 0 25. April 2010
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Titel:Sakura Wars: So Long, My Love
EAN:0813633010304
Label:NIS America
Release:2010-04-09

Für alle, die “Sakura Wars” bzw. “Sakura Taisen” nicht kennen holen wir erstmal weiter aus: Nach einer Idee von Ōji Hiroi erschien das erste gleichnamige Rollenspiel bereits 1996 für die Sega Saturn. Seitdem sind unzählige Videlspieladaptionen, Fortsetzungen, Prequels und Spin-Offs für so ziemlich jede Konsole entstanden, darunter eben auch das von SEGA und Red Entertainment entwickelte Wii-Spiel “Sakura Wars”. Das Spiel, welches wir euch gleich vorstellen werden, hat eine ziemlich lange Reise hinter sich, denn an sich gibt es das Game schon eine ganze Weile, nur eben nicht auf dem europäischen Markt. Aber wie heisst es doch so schön?

Wer eine Reise macht, hat etwas zu erzählen…

Die Hintergrundgeschichte zu “Sakura Wars” lässt sich wie folgt auf den Punkt bringen: Nach einem sehr schön inszenierten Comic-Intro schlüpft der Spieler in die Haut von Lt. Shinjero Taiga, der nach New York reist um sich hier der “Star Division of the New York Revue” anzuschliessen. Getarnt als Tanztheater verbirgt sich dahinter eine Art “Antiterror”-Einheit, die sich den dunklen Mächten dieser Welt entgegenstellt. Dazu gehören Rotschopf Gemini Sunrise, die sexy Anwältin Cheiron Archer, die eher sanftmütige Diana Caprice, das “Enfanzt Terrible” Rosita Aries und die toughe Subaru Kujou. Die Crew macht es uns aber nicht gerade leicht, denn zunächst sieht alles danach aus, dass Taiga nicht ernst genommen wird.

Erst nach zahlreichen Gesprächen mit den Mitstreitern hat man genügend Vertrauen aufgebaut, um endlich selbst auf eine Mission mitgenommen zu werden. Bis hierhin hat man spielerisch bereits die erste bittere Erfahrung gemacht: Das komplette Spiel ist nicht lokalisiert. Alle Texte sind in englischer Sprache gehalten und zusätzlich auch nicht untertitelt, weder englisch noch deutsch. Das Spiel wurde also 1:1 nach Europa exportiert, was zwar atmosphärisch nett gemeint ist, aber insbesondere jüngere deutsche Spieler abschrecken dürfte (immerhin ist das Spiel ab 6 Jahren freigegeben. Welches Kind spricht mit 6 Jahren so gutes englisch?).

Dialoge, Dialoge, Dialoge

“Sakura Wars” ist nach eigenen Angaben ein Strategie-Rollenspiel, dennoch entsteht über weite Teile des Spiels der Eindruck, dass es sich mehr um ein Adventure handeln könnte. Die Dialoge nehmen im Spiel schon ein bisschen Überhand, aber Fans komplexer Rollenspiele mit tiefgreifender Storyline könnten hier schon auf den Geschmack kommen. Immerhin bietet das Spiel so einen tiefen Einblick in die Charaktere des Spiels und zudem bietet es auch genügend Raum für die Entfaltung eines eigenen virtuellen Charakters. Man bekommt immer mehr den Eindruck, dass man eher eine Art interaktives Anime spielt, bis man nach unzähligen (wir meinen das wörtlich) Dialogen dann doch zu einer Schlacht kommt…

Hier hat jede Figur eine gegebene Anzahl an Aktionspunkten, mit denen man angreifen, sich verteidigen oder sich bewegen kann, um den Gegnern das Leben schwer zu machen. Selbstredend hat jede Figur auch ihre speziellen Fähigkeiten, die man taktisch klug einsetzen sollte. Das Gameplay erinnert dabei ein wenig an ähnliche Titel aus dem asiatischen Raum, so richtig innovativ sind die taktischen Spielsequenzen eigentlich nicht, bringen aber genügend Schwung ins Spiel. Superattacken, Helipacks, Luftangriffe, Heilung, uvm – alles dabei, was man sich von einer taktischen Schlacht erhoffen kann. Durchaus überzeugend!

Grafik und Sound

Vor allem optisch ist “Sakura Wars” auf der Wii ein echter Leckerbissen. Bereits beim Intro merkt man wie grandios das Spiel in Szene gesetzt wurde. Alles wirkt wie ein waschechter Anime-Comic bei dem man eben zusätzlich noch interaktiv eingreifen, und damit den Fortlauf der Handlung beeinflussen kann. Fans der Reihe werden dabei auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen. Nicht nur wegen der genialen Optik, sondern auch wegen des bereits beschriebenen tiefgehenden Spieldesigns mit vielen Dialogen. Wenn man das mag, kommt man kaum um den Titel herum.

Einzig die Hintergrundmusik möchte man am liebsten ganz schnell wieder abschalten. Die quakenden Melodien, die zwar mannigfaltig sind, aber schon nach wenigen Minuten nur noch nerven, hätte man sich sparen können. Die Soundeffekte passen dafür wieder gut zum Spiel und runden den guten Gesamteindruck ab.

Fazit

Man muss schon einen Hang zu Dialogen in englischer Sprache haben oder eben ein Fan der Anime-Reihe sein, nichtsdestotrotz bietet "Sakura Wars" auf der Wii ein rundum gelungenes Gameplay ab. Als klassisches RPG sollte man es nicht verstehen, eher als interaktives Anime mit Rollenspielelementen. Wer aber Animes liebt, wird auch Gefallen an "Sakura Wars" haben...
Grafik
91%
Sound
69%
Gameplay
75%
Steuerung
86%

Gesamtwertung

80%

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