Spieletest: Metal Gear Solid 4 – Guns of the Patriots

1985 0 1 24. September 2008
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Titel:Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots
EAN:4012927050132
System:PlayStation 3
USK:Freigegeben ab 18 Jahren
Label:Konami
Release:2008-06-12

Hideo Kojima wird schon seit Jahren als Genie der Spieleszene gehandelt und hat diesen Ruf mit den drei Vorgängerepisoden der Reihe “Metal Gear Solid” eindrucksvoll unter Beweis stellen können. Dank einer raffinierten und undurchschaubaren Story, genialem Gameplay und einer Grafik die jeweils Massstäbe setzen konnte war der Hype im Vorfeld des 4. Teils erwartungsgemäß groß und die Erwatungen hoch. Alle Fäden der letzten Jahre sollten in diesem Teil zusammenlaufen, alle offenen Fragen sollten beantwortet werden. Nun liegt “Guns of the Patriots” vor und auch wir haben es uns nicht nehmen lassen den Titel auf Herz und Nieren zu testen…

Mission-Briefing

Der schnell alternde Solid Snake ist von einer Nervenkrankheit gezeichnet und die Ärzte geben ihm bestenfalls nur noch ein Jahr zu leben. In einem ersten kleinen Mission Briefing im Hubschrauber erfährt er, dass sein Wiedersacher Liquid Ozelot noch lebt und man wisse, wo er sich aufhalte. Eingefleischten Fans wird dieser Name etwas sagen, denn sowohl Liquid Snake als auch Revolver Ozelot waren mal Widersacher unseres Helden und diese beiden tauchen nun in Personalunion wieder auf. Auch sonst ist es ein Fest für alle Eingeweihten, denn wer die Vorgänger kennt, der wird hier voll auf seine Kosten kommen. Kleiner Nachteil für alle Quereinsteiger: Ihr werdet es sauschwer haben, den roten Faden zu entdecken und diesem dann zu folgen, denn ohne die Vorkenntnisse der anderen Teile ist es mitunter schon verwirrend, auch wenn die (grandiosen) Zwischensequenzen den einen oder anderen Charakter intensiver beleuchten.

So beginnt das Spiel irgendwo im Nahen Osten und man darf sich hier erstmal mit der Steuerung, der Waffenhandhabung, der Tarnung von Old Snake und dem Staub der Wüste vertraut machen. Denn das Kriegsgeschehen im Jahre 2014 hat sich radikal verändert. “Private Military Contractors” haben staatliche Armeen praktisch ersetzt und kämpfen wie Söldner, jedoch professionell und tödlich ausgerüstet auf eigene Rechnung und mit eigenen Vorstellungen und Idealen. Die Spitze dieser Entwicklung ist der “Rex”, eine Art Super-Tötungsmaschine, die den weiteren Verlauf der Weltgeschichte mitentscheiden wird – wenn Old Snake nichts dagegen tun kann. Und so jagen wie die Bösewichte über den ganzen Globus hinweg.

Mission Action

Rambos haben in diesem Spiel keine Chance, denn es geht nicht darum möglichst viele Feindkontakte zu haben. Im Prinzip gehen euch die Kämpfe auf den Straßen nichts an, also heißt die Devise: Nicht einmischen (außer es geht nicht anders) und ungesehen davonschleichen, immer auf der Suche nach dem Missionsziel. Neben dem Nachtsichtgerät ist besonders der Tarnanzug von allererster Güte und ermöglicht es euch im Stil eines Chamäleon die Farbe eurer Umgebung anzunehmen. Nur ruhig stehenbleiben oder noch besser hinlegen und schon hat der Gegner Schwierigkeiten euch zu entdecken. Natürlich versteht es sich von selbst, dass man die Vorteile der Umgebung gekonnt ausnutzen sollte. Dunkle Ecken, Kisten oder alles andere, was euch verbergen kann sollte man nutzen wo es nur geht. Wird man entdeckt, geht erstmal der Alarm los. In kurzer Spurt in die nächste Seitenstrasse und 10 Sekunden verstecken kann oft schon reichen, um die Wachen wieder milder zu stimmen. Aber beim nächsten Versuch musst du es dann besser machen…

Wenn es sich nicht vermeiden lässt muss man den Gegner auch mal ausschalten. Der Spieler kann hier neben lauten Wummen auch auf lautlose Taktiken zurückgreifen. Elektroschockgeräte zählen dabei genauso zum Repertoire wie Messer oder der gute alte Würgegriff. Die Spielgeschehen findet hierbei immer “etappenweise” statt. 10 Minuten Gameplay, dann wieder einige Minuten Video. Diese Zwischensequenzen sind aber sowohl für die Identifikation des Spielers mit dem Helden wie auch für die Fortschreibung der Story unerlässlich. Man bekommt das Gefühl in einem interaktiven Film mitzuwirken und zwar nicht nur als Statist. Genial!

Mission Optics and Sound

An der Optik kann man nun wirklich kaum etwas aussetzen. Die Zwischensequenzen und Videos sind von bestechender Qualität und quetschen die Konsole aus wie eine Zitrone. Selten hat man so atmosphärische Videos in einem Spiel und selten wird man auch so mitgerissen und kann mitfiebern wie bei “Metal Gear Solid 4”. Und auch im Spiel selbst besticht das Spiel durch eine grandiose Optik. Aufwirbelnder Sand, die Bewegungsabläufe der Protagonisten und der Mechroboter, alles wirkt super realistisch und wurde mit viel Liebe zum Detail umgesetzt.

Und wenn es so richtig spannend ist fährt man dank der tollen Soundeffekte bis an die Decke, wenn plötzlich eine Feuersalve auf einen losdonnert. Die Waffen klingen in diesem Spiel der Lautlosigkeit wie ein Trommelfeuer aus der Hölle und auch die Fahrzeuge, Fluggeräte, Roboter und Protagonisten machen richtig Laune. Gleiches gilt auch für den atmosphärischen Soundtrack. Besonders die Sprachausgabe muss gelobt werden, wenn auch in nur in englischer Sprache verfügbar: Anyways, good work!

Fazit

"Metal Gear Solid 4" ist der erwartete Kracher geworden. Fans der Reihe dürfen unsere Endwertung gerne aufrunden, denn ihr werdet euch das Spiel ja ohnehin kaufen. Und dabei habt ihr dann sicher nichts falsch gemacht, denn dank einer grandiosen Präsentation und eines gelungenen Gameplays hält man hier sicher eines des besten Spiele des Jahres in Händen. Und auch Quereinsteiger werden ihre Freude daran haben, wenn auch das Gameplay und die Story durchaus anspruchsvoll sind.
Grafik
94%
Sound
95%
Gameplay
95%
Steuerung
85%

Gesamtwertung

91%

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