Spieletest: Faces of War (Purple Hills)

1350 0 0 5. Februar 2009
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Wer meinte, es gäbe bereits genügend Echtzeitstrategiespiele rund ums Thema Zweiter Weltkrieg, der hat sich getäuscht. Das perfekte Spiel zu dem Thema haben wir noch nicht gesehen, von daher darf auch der Hersteller 1C Company und Vertriebspartner Purple Hills mal ran an das heissumkämpfte Thema. “Faces of War” nennt sich das gute Stück und versetzt den Spieler damit ins Jahr 1944 bis 45. Ob sich die Zeitreise lohnt zeigt unser Spieletest…

Stillgestanden!

Zunächst gilt es sich für eine der drei Kampagnen zu entscheiden, bei der man sich entweder als amerikanischer, deutscher oder russischer Soldat wiederfindet. Als Anführer eines Squads von 6 Soldaten besucht man zunächst die Tutorialmissionen, die dem Spieler die Steuerung und die Feinheiten des Spiel näherbringen sollen. Das Tutorial ist gut gelöst und nach der Einsatzbesprechung, weiß auch jeder genauestens was er zu tun hat. Nachdem ihr aber nur zu sechst seid, ist es überaus wichtig mit Vorsicht und taktischer Rafinesse vorzugehen, denn die Missionen sind lang und Überraschungen treten auch immer wieder auf. Truppennachschub gibt es jedenfalls keinen und Rambos haben nur ein kurzes Leben. Immerhin stehen zu Beginn jeder Mission wieder sechs Mann auf der Matte, auch wenn man in der Mission zuvor den einen oder anderen Kameraden eingebüßt hat.

Auf dem Schlachtfeld kann man dann eine Menge strategischer Optionen ziehen: Geschickte Flankenangriffe sollten genauso zu eurem Repertoire gehören wie das Entwenden von feindlichen Panzern. Neu in dem Genre ist auch das Inventory in Form eines Rucksacks, den jeder auf dem Rücken trägt. Man kann gefallene Soldaten nach nützlichen Gegenständen und Waffen durchsuchen. So sind die Jungs gut ausgerüstet für die folgenden Feuergefechte. Bei diesen wiederum macht sich die KI bezahlt, die der Hersteller dem Spiel spendiert hat. So stehen die Soldaten nicht einfach stupide in der Gegend, sondern können sich selbst hinter Mauern und elsen verschanzen, eröffnen selbstständig das Feuer oder flüchten bei zu starkem Granatbeschuß.

Die Kriegsmaschine rollt…

Neben den Infateristen gibts auch jede Menge Fahrzeuge in “Faces of War”. Sherman Panzer, Motorräder, Jeeps – Die Palette ist sehr umfangreich und bietet zahlreiche taktische Zusatzoptionen. Das Lustige daran ist: Wenn man mal die Schnauze voll hat vom strategischen Part, kann man auch selbst zur Flinte greifen und dem Gegner einheizen. Wechselt man nämlich in den Direktmodus kann man seine Soldaten selbst steuern wie in einem Shooter. Auch hier hat man völlige Bewegungsfreiheit, weil man sich nicht um seine 5 Mitstreiter kümmern muss, die prima alleine zurecht kommen. Einziger Kritikpunkt: Wenn deine Kameraden ihre Munition verschossen haben, suchen sie NICHT selbstständig nach Ammo. Wieso ? Das trübt den Spielspaß an dieser Stelle etwas. Dennoch ist der Genremix zwischen RTS-Game und Shooter absolut gelungen und in dieser Form auch ziemlich neu…

Die Steuerung ist bei Echtzeitstrategiespielen so ziemlich das Wichtigste neben der Übersicht, aber in beiden Punkten hat man sich bei “Faces of War” keine Blösse gegeben. Die Steuerung ist zwar recht zeitintensiv zu erlernen, weil man recht viele Tastaturkommandos kennen sollte, um seine Einheiten siegreich zu führen, aber wer diesen Aufwand nicht scheut wird mit etwas Übung locker damit klarkommen und seine Freude haben. Auch der Direktmodus kann überzeugen, auch wenn es diverse Sackgassen gibt aus denen man dann nur schwer wieder rauskommt, weil man sich in Objekten verhaken kann, was aber nur selten vorkommt. Ähnliches kann man aber auch bei der taktischen Befehlsebene feststellen, wo Soldaten mitunter ihren Weg verlieren. Kommt aber glücklicherweise wie gesagt nur selten vor…

Grafik und Sound

Antialiasing und anisotropische Filterung wohin das Auge sieht. Vor allem grafisch kann “Faces of War” durchaus überzeugen. Da kann man wirklich eine Stadt dem Erdboden gleichmachen und blühende Natur in Ascheterrain verwandeln. Auch die Explosionen und Rauch sind prima in Szene gesetzt, genauso wie die Animationen der Truppen und Fahrzeuge. Viel Liebe zum Detail wird da sichtbar…

Beim Thema Sound und Musik gibts ebenfalls keinen Grund zu Klagen. Krachende Explosionen, sägende Maschinengewehrsalven und brummende Motoren hüllen den Spieler noch wohliger in das Mittendrin-Gefühl ein, welches neben dem DSF nun auch “Faces of War” für sich beanspruchen kann. Die Hintergrundmusik macht ihrem Namen alle Ehre und rundet den guten Gesamteindruck ab.

Fazit

"Faces of War" vermag es wirklich das Gesicht des Krieges in einem gelungenen Genremix von Echtzeitstrategiespiel und Action-Shooter einzufangen. Neben der Grafik sind es vor allem innovative Neuerungen im Genre wie dem Inventory und den zahlreichen entwendbaren Fahrzeugen, die das Spiel zu einem Hit machen. Die Steuerung ist sichlerich nicht unumstitten, aber mit Ãœbung auch zu meistern.
Grafik
92%
Sound
91%
Gameplay
85%
Steuerung
75%

Gesamtwertung

86%

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