Spieletest: Die Gilde DS

1865 0 0 7. Juni 2009
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Die Wirtschaftssimulation “Die Gilde” gilt hierzulande als Musterknabe im Bereich der Wirtschaftssimulationen. Bereits im Jahre 2002 durften sich PC-Besitzer erstmals ins Spätmittelalter versetzen lassen, 2006 folgte dann mit “Die Gilde 2” der zweite Streich. Ein paar Add-Ons überbrückten die Zwischenzeit, aber jetzt gibts mal wieder was Neues: Mit “Die Gilde DS” dürfen wir das Game nun auch mal unterwegs genießen und wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, das Spiel auch gleich mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Geld regiert die Welt

Nirgends stimmt dieser Satz so sehr, wie in der Spielereihe “Die Gilde”, denn nach dem Tod des Vaters schlüpft der Spieler in die Haut eines mittelalterlichen Händlers, der versucht der Traum des verstorbenen Papas in Realität umzusetzen: Der Aufbau einer großen und mächtigen Handelsgilde, der alle Händler des Landes angehören. Dazu legt man sich zunächst ein Spielerprofil an und wählt ein Gebiet aus, in dem man seinen Schwerpunkt legen möchte: Der Handel, also das geschicjte Taktieren mit Kauf und Verkauf, die Rhetorik, also die Redegewandtheit, die bei schwierigen Situationen hilfreich sein kann oder aber den selbsterklärenden Kampf. Je nachdem wie man sich an dieser Stelle entscheidet, so spielt sich später auch zwangsläufig das Spiel, zumindest sollte man seinen ursprünglichen Intuition folgen, um einen möglichst guten Einsteig ins Spiel zu finden.

In einem kurzen Tutorial erlernt man zunächst die Grundzüge des Spiels und die einfach zu handhabende Steuerung: Der obere Screen dient der Übersicht, der untere Screen der Steuerung. So steuert man dann die verschiedenen Städte des Landes an, kauft Waren ein und versucht diese an anderer Stelle gewinnbringend zu verkaufen, um seine Kriegskasse für das übergeordnete Ziel zu füllen. Um alle Händler zu überzeugen der Gilde beizutreten benötigt man nämlich jede Menge Schotter. Entweder es gelingt einem als Kurfürst ein entsprechendes Gesetz zu erlassen oder aber man schafft es irgendwie die anderen Händler von seiner Idee zu überzeugen. Zu guter Letzt kann man auch versuchen die drei computergesteuerten Gegner auszuschalten, wobei Sabotage ein sehr beliebtes Mittel ist.

Neben dem eigentlich Hauptspiel erwarten den Spieler noch einige unterhaltsame Minigames, die der Auflockerung dienen. Mal trifft man andere Händler oder gar Räuber auf seinen Reisen und mit denen kann man dann auch handeln oder aber sie ausrauben! Klar, das ist rufschädigend, aber unterhaltsam und bringt durchaus etwas Kohle ein. Von daher lohnt es sich schon hin und wieder mal vom rechten Weg abzukommen und mal was anderes zu versuchen. Sollte ein Räuber es auf euch abgesehen haben kann man sich in den Minigames auch virtuell zur Wehr setzen.

Grafik und Sound

Technisch macht “Die Gilde DS” einen soliden Eindruck. Die Optik ist für DS Verhältnisse durchaus gelungen, wenn auch keine bahnbrechenden Neuerungen zu vermelden sind. Die Zeichnungen der Städte, Übersichtskarten und der mittelalterliche Flair konnten ganz gut eingefangen werden. Ein besonderes Lob verdienen die übersichtlichen Menüs, die auch bei Neueinsteigern nicht erstmal hunderte von Fragezeichen aufkommen lassen, sondern dank klarer Strukturen schnell zu gefallen wissen.

Was man von der Hintergrundmusik leider nicht behaupten kann. Der dudelige Soundtrack kommt quäkend aus den kleinen DS-Lautsprechern und verleitet bald dazu die Konsole auf “stumm” zu stellen. Zu wenig abwechslung, zu mittelmässig – und auch die raren Soundeffekte können den Kratzer im Lack nicht wieder wettmachen.

Fazit

"Die Gilde DS" kann als "Gilde Light" auf der DS durchaus gefallen. Die Komplexität der PC-Vorlage wird zwar nicht erreicht aber Neulinge im Genre könnte der Titel zusagen. Leider zieht die Soundwertung die Gesamtwertung etwas in den Keller, aber Musik war schon immer Geschmackssache. Wer darauf verzichten kann oder Probleme mit den Ohren hat darf ruhig ein Auge draufwerfen.
Grafik
75%
Sound
53%
Gameplay
74%
Steuerung
79%

Gesamtwertung

73%

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