Spieletest: Cities XL

3551 0 0 7. November 2009
Gefällt mir!

Sogenannte “City Builder-Spiele” gab es ja schon öfters auf dem Spielemarkt. Doch seit einiger Zeit kam nichts mehr aus diesem Genre in die Regale der Videospielehändler. Mit “Cities XL” hat der Kultproduzent Monte Cristo Multimedia mal wieder so ein Spiel auf den Markt gebracht.  Ob das Spiel dem guten Image von Monte Cristo gerecht wird oder ob das Spiel eher ein Flop ist erfahrt ihr hier bei uns.

Cities XL

Öffnen wir die Hülle fallen uns auch schon einige Sachen entgegen. Neben dem üblichen Handbuch finden wir auch eine Probierversion für einen Freund und ein eigenes Handbuch für den Planetenmodus. Was es mit dem Planetenmodus auf sich hat klären wir später. Nicht so üblich ist es allerdings, dass man gleich eine eigene DVD mit einer Probierversion des Spiels für einen Freund  oder einen Bekannten in der Hülle vorfindet.

Wir legen also unsere Spiel-DVD ein und installieren das Game. Bis hier hin gut und schön. Was allerdings sehr unschön ist, dass man sich danach erst einmal etliche Patches downloaden muss. Da heisst es nur in der Zwischenzeit einen Spaziergang zu machen. Der Spaziergang kann auch ruhig etwas länger ausfallen, denn das Patches dauert ewig.

Nach dem Patchen wollen wir in das Spiel. Nunja, schön wäre es zumindest. Aber auch jetzt macht uns Cities XL wieder einen Strich durch die Rechnung. Hier kommen wir zum nächsten Negativaspekt. Denn man muss über eine Internetanbindung verfügen, um Cities XL spielen zu können. Nun heisst es also erstmal sich einen Account auf der Webseite des Games zu erstellen. Auch den Account hat man anderswo schon sehr oft schneller und bequemer erstellt als es hier der Fall ist.

Die Tutorials

Aber jetzt können wir wenigstens endlich in das Spiel stürzen. Noch kurz beim Launcher mit unserem Account eingeloggt geht es auch schon los. Da es sich bei “Cities XL” doch um ein sehr komplexes Spiel handelt, schauen wir uns erst einmal die Tutorials an. Nunja, anschauen ist auch perfekt ausgedrückt, denn wirklich weltbewegende Eingriffsmöglichkeiten werden uns nicht geboten.  Stattdessen dürfen wir uns ewig lange Dialoge ansehen.

Dennoch tun wir uns die Tutorials an, wir wollen ja schliesslich nicht eine Stadt nach der anderen in den Ruin führen. Da taucht allerdings das zweite Problem bei den Tutorials auf. Schaut man sicht alle an, so bekommt man sicherlich einen ganzen Arbeitstag ausgefüllt. So fühlen wir uns nach spätestens der Hälfte aller Tutorials also gezwungen die restlichen Tutorials auszulassen. Wir wollen ja auch irgendwann zum Spielen kommen…

Der Einzelspielermodus

Also stürzen wir uns endlich in unsere erste eigene Stadt. Na gut nicht ganz. Erst einmal heisst es unseren eigenen Avatar zu erstellen mit dem wir Ingame interagieren können. So kann man jede noch so kleine Einzelheit an seinem Avatar ändern. Etwa das Gewicht, die Gesichtsbreite, die Nasenlänge oder die Farbe der Haare. Wir entscheiden uns aber für den faulen weg und lassen uns einfach einen zufälligen Avatar generieren.

Nun wählen wir uns einen Ort auf dem Globus aus von dem wir uns versprechen perfekt für unsere erste eigene Stadt zu sein. Danach entscheiden wir uns in diesem Gebiet noch für einen bestimmten Ort. Soll es ein falches Tal mit Flüssen sein? Oder doch lieber eine Berggegend in der wir später unseren eigenes Wintersportort aufbauen können? Wir entscheiden uns erst einmal für das Tal, dass wirkt zum Anfang etwas einfacher.

Nun stehen wir also vor unserer leeren Gegend. Dank der Tutorials wissen wir zumindest jetzt am Anfang noch was alles zu machen ist. So heisst es also nun erst einmal eine Straße zu bauen, welche möglichst mit einer Nachbarstadt verbunden ist. Trotz unseres sehr klammen Startbudgets entscheiden wir uns für eine große Straße, immerhin wird das zu Beginn die Hauptstraße unserer Stadt und die muss ja nicht unbedingt mit Staus belastet werden. Danach bauen wir an einen geeigneten Platz unser Rathaus. Nun haben wir immerhin schon einmal unsere eigene Unterkunft. Aber damit lehnen wir uns natürlich noch lange nicht zurück. Wir bauen einen Grundversorgungspunkt. Hier bekommt man erst einmal etwas Strom, Wasser und Nahrung. Das wird zwar nicht lange genügen, doch am Anfang haben wir halt nicht mehr Geld zur Verfügung.

Nun legen wir die Gebiete für unsere Bürger fest. Erst einmal noch nicht so viel, denn es gilt immer die selbe Grundregel. Ist ein ausgewiesenes Gebiet unbesetzt, so kostet es uns Geld. Ist ein ausgewiesenes Gebiet besetzt, so bekommen wir Steuereinnahmen dafür. Es werden allerdings mit höchster Warscheinlichkeit keine Einwohner in unsere Stadt kommen, wenn sie nichts zu einkaufen haben und sie Arbeitslos sein werden.

Also heisst es Gebiete für den Einzelhandel auszuweisen. Dabei sollte man aber sehr vorsichtig sein. Denn holt man zu viel Einzelhandel in die Stadt, gehen die Läden Pleite, da es einfach zu viele davon gibt. Man muss immer daran denken, es ist alles Exportierbar ausser Einzelhandel. Hinzu kommt die Schwerindustrie. Diese sollte man allerdings nicht zu nah an Wohngebiete, Hotels und den Einzelhandel bauen. Denn wer will schon gerne aus dem heimischen Fenster schauen und eine dicke dunkle Wolke aus Schornsteinen kommen sehen. Also ich nicht, dass steht schon einmal fest. Dennoch sollten solche Gebiete auch nicht allzuweit weg von Wohngebieten sein, denn irgendwie muss man ja noch zur Arbeit kommen.  Neben diesen Gebieten welche man von Anfang an bauen kann, kommen im Laufe des Spiels immer mehr dazu. So funktioniert das auch mit alles Gebäuden. So kommen immer mehr Möglichkeiten dazu, je höher die Einwohnerzahl unserer Stadt wird. Fakt ist aber eins. Je mehr zur Verfügung steht desto mehr Ansprüche haben die Einwohner und irgendwann wird es überaus stressig und anstrengend alle Wünsche zu erfüllen.

Neben den Gebieten muss man allerdings auch noch an andere Sachen denken. So hat man zum Beispiel dafür zu sorgen, dass die Einwohner sicher sind. Also heisst es Polizeistellen, Krankenhäuser und Feuerwehrstationen zu bauen. Hat man viel Industrie, so hat man dafür zu sorgen, dass die Umweltverschmutzung durch Parks und Wälder wieder ausgeglichen wird. Kurz und knapp. Cities XL ist einfach viel zu komplex um das hier alles genau darzustellen. Manchmal ist man sogar gezwungen in das Tutorial zurück zu springen und sich einzelne Kapitel welche man am Anfang aus Zeitgründen gemieden hat doch noch anzuschauen.

Das Planetenangebot

Haben wir unsere ersten Erfahrungen im Einzelspielermodus gesammelt begeben wir uns auch schon in den Planetenmodus. Doch was ist eigentlich dieser Planetenmodus? Kurz und knapp könnte man sagen es ist der Multiplayermodus von “Cities XL”. Doch genau genommen ist es sogar noch mehr. Man stelle sich ein Browsergame vor. Man hat etliche Mitspieler welche ihre eigenen Städte auf dem Planeten managen. Nur mit einem Vorteil. Im Gegensatz zu einem Browserspiel passiert dies in “Cities XL” alles in Echtzeit. Man macht das selbe wie zuvor eim Einzelspielermodus.

Nur jetzt kann man dauerhaft mit anderen Spielern handeln oder mit ihnen Chatten. Der Handel funktioniert ganz einfach. Hat man eine Diesntleistung wie zum Beispiel Hightech Industrie zu viel in der eigenen Stadt, so bekommt man Token dafür. Diese Token kann man an Spieler vermieten welche zu wenig Hightech Industrie in der eigene Stadt haben. Dafür bekommt man Token die er zu viel hat. Mit den eigenen Token wiederrum kann man natürlich selbst Dienstleistungen mieten welche man zu wenig  hat. So kann man seine Einwohner auch in Punkten zufrieden stellen welche man selbst gar nicht in der Stadt herstellt.

Grafik, Sound und Steuerung

Die Grafik ist für einen City Builder absolut beispiellos. Die Grafik ist sehr liebevoll erstellt und die Detailliebe lässt schon fast schwärmen. Das ganze hat allerdings auch einen recht grossen Haken. Schauen wir einmal auf die Verpackung des Spiels. Die Hülle sagt man benötigt einen Intel Core 2. Naja, das hat weiss Gott nicht jeder. Genauso wie eine Grafikkarte mit 512MB Ram. Es sei noch dazu gesagt, dass das nur die Mindestanforderungen sind. Mit diesen kommt man zwar am Anfang noch recht gut aus, doch wenn die Stadt anfängt grösser zu werden, hat man selbst mit diesen schon recht hohen Anforderungen verloren.

Der Sound ist gut gemacht. Zwar hat man schon viele Spiele gesehen in der der Sound besser eingespielt worden ist, doch für einen City Builder ist diese vollkommen ausreichend. Die Steuerung ist recht simpel. Zumindest wenn man sich vorher alle Tutorials angesehen hat.

Fazit

Eingangs stellten wir die Frage ob Cities XL dem guten Image von Monte Cristo gerecht werden kann oder ob das Spiel eher ein Flop geworden ist. Eins steht schnell fest. Cities XL ist der beste City Builder den es jemals gab. Allerdings gab es auch keine wirkliche Referenz in den letzten Jahren, sodass man nicht wirklich vergleichen kann. Wenn man einen Hightech Rechner besitzt, so ist das Spiel eine super Empfehlung für alle Fans von Aiufbauspielen. Leute mit Durschnittsrechnern sollten lieber die Finger von Cities XL lassen. Denn bei spätestens 50.000 Einwohnern wird das Spiel dann unspielbar.
Grafik
90%
Sound
75%
Gameplay
90%
Steuerung
90%

Gesamtwertung

86%

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.