Spieletest: Carrier Command (PC)

2429 0 0 2. Mai 2014
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Titel:Carrier Command
EAN:4260095172020
System:Windows 7
USK:Freigegeben ab 16 Jahren
Label:Flashpoint AG

Gutes Personal ist heutzutage schwer zu finden. Und so mancher Chef würde wahrscheinlich gerne persönlich die Kontrolle über seine Untergebenen übernehmen, nur um einen Job auch so zu erledigen, wie er es sich vorgestellt hat. “Carrier Command: Gaea Mission” ist ein Spiel für genau solche Chefs.

Eine Seefahrt, die ist lustig…

Um genau zu sein, beginnt CC:GM nicht etwa auf hoher See, sondern in den weiten des Weltraums. Noch genauer an Bord eine Raumschiffs der United Earth Coalition (UEC) im Orbit um Taurus, einem wasserreichen Mond. Auf diesem setzten die Streitkräfte der UEC und der Asian Pacific Alliance (APA) ihre Kämpfe fort, nachdem die offensichtlich bösen Streitkräfte der APA die Kontrolle über die Erde erlangt haben. Innerhalb dieses Konflikts schlüpft man in die Rolle des kampferprobten UEC Veterans Lt. Myrik, der nach einer Bruchlandung auf Taurus mit einer handvoll überlebender Soldaten/innen einen feindlichen Carrier kapert und sich daran macht, den Mond von der APA und ihren mechanisierten Besatzungstruppen zu befreien (die übrigens den Droiden der Handelsföderation in Sachen Inkompetenz alle Ehre machen würden). Die Story ist alles in allem recht dünn und die einem zur Seite gestellten Charaktere sind bald eben genau das: zur Seite gestellt. Ihre Namen und/oder Charakterzüge hat man schnell vergessen. So bekommt man auch schnell das Gefühl, dass der Storymodus allenfalls als eine Aneinanderreihung von Tutorialmissionen für den anderen zur Verfügung stehenden Modus dient: dem Strategie Modus.

Der Strategiemodus bietet einem direkt die vielfältigen taktischen und strategischen Möglichkeiten des Spiels. Dieser Modus wird wahrscheinlich auch der Hauptquell für den Spaß sein, den man mit Carrier Command haben kann. Zwar läuft es, wie sooft auch in der Kampagne, darauf hinaus, dass der feindlichen Träger zerstört wird, jedoch können die Bedingungen der Map modifiziert werden (wie etwa die Anzahl der zu erobernden Inseln, die einem strategische Vorteile wie Ressourcen zum Bau von Fahrzeugen oder Reparatur- und Aufmunitionierstationen liefern usw.). Um den feindlichen Carrier zu zerstören, stehen den Carrierkapitänen insgesamt drei Fahrzeugtypen zur Verfügung: Manta genannte Flieger, Walrus genannte Amphibienfahrzeuge und tierassoziationslose Drohnen. Diese Fahrzeuge können beliebig mit unterschiedlichen Waffen und anderen Dingen wie zusätzlicher Panzerung modifiziert werden, was besonders Tüftlern unter den Strategiefans und Freunden von schwer gepanzerten, MG-feuernden Robben Spaß machen sollte. Ist ein Fahrzeug erst einmal gebaut, kann es den heimischen Hafen (also den Carrier) verlassen und macht sich mal mehr, mal weniger zielsicher/inkompetent/in gerader Linie auf den ihm vorgegebenen Weg oder kann direkt vom Spieler kontrolliert werden. Dies ist hin und wieder nötig wenn es einem entweder hinter dem Steuer des Carriers zu langweilig wird oder ein Walrus partout nicht den Weg von A nach B findet, weil ein Stein seinen Weg blockiert und eine achtzehnfache Wende unter Feindbeschuss nicht zum gewünschten Ergebnis geführt hat.

Ein Multiplayer-Modus fehlt leider komplett. Nur die See und die skorbutgeplagten Drohnen sind unsere ständigen Begleiter.

…eine Seefahrt die ist schön?

Optisch ist das Spiel eher untere Mittelklasse. Man merkt vor allem dem Gelände des Spiels an, dass es darauf ausgelegt ist, entweder aus der Vogelperspektive oder beim schnellen Vorbeifahren betrachtet zu werden. Die Matschigkeit der Texturen wird besonders während der Ego-Shootereinlagen in der Storykampagne offensichtlich. Und was die Charakteranimationen gerade in den Zwischensequenzen des Spiels angeht, werden diese in Sachen Realismus und Lippensynchronisation klar von den Darbietungen der Augsburger Puppenkiste übertroffen. Die Musik setzt sich aus unscheinbaren Musikstücken bis Klischee-geladenen Heulliedern zusammen. Die Waffen- und Fahrzeugsounds klingen passabel, sind jedoch ebenfalls nichts besonderes.

Fazit

Interessanter Mix aus RTS und 3rd-Personshooter, dessen Gesamteindruck leider unter seiner dünnen Story, groggurgelnden KI und mittelmäßigen Graphik leidet.
Grafik
40%
Sound
60%
Gameplay
50%
Steuerung
50%

Gesamtwertung

59%

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