Spieletest: Yakuza

1953 0 0 24. September 2008
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Titel:Yakuza
EAN:5060004768103
System:PlayStation2
USK:Freigegeben ab 18 Jahren
Label:"Sega of America, Inc."
Release:2006-09-15

Kamurocho ist eine Stadt voller Gewalt, Brutalität und Argwohn, in der nur die stärksten Überleben. Zu den stärksten gehören hier die Angehörigen der japanischen Mafia, auch besser bekannt unter dem Namen “Yakuza”. Unter diesem Namen bringt uns SEGA eines der spektakulärsten Beat em Ups des Jahres, welches durch viele spannende, neue Elemente dem Genre zu neuen Impulsen verhelfen könnte. Wer sich also was Gutes tun will, der sollte weiterlesen…

Kriminalität wohin das Auge sieht…

Die Yakuza hat die japanische Stadt Kamurocho fest im Griff. Insbesondere Schultzgelderpressungen gehören da zum täglichen Brot von Schlägern wie Kiryu Kazuma in dessen Haut ihr euch bei Spielbeginn wiederfindet. Wie es für die Yakuza üblich ist unterteilt sie sich in diverse Clans, Du gehörst hierbei zum Dojima Clan stehst aber dank deiner Verdienste der Vergangenheit kurz davor deinen eigenen Clan gründen zu dürfen. Aber es kommt anders, als Du den Mord an einem anderen Clanleader auf deine Kappe nimmst. Tatsächlich war es dein bester Freund Nishiki, der den Mord begangen hat aber nur um seine Schwester und gleichzeitig deine Freundin zu retten. Damit beginnen aber die Probleme erst so richtig, denn sowohl während als auch nach deiner Zeit im Knast gehts hoch her…

Die Geschichte von “Yakuza” stammt vom japanischen Bestseller-Autor Hase Seishu und vermag den Spieler von der ersten Sekunde an in den Bann zu ziehen. Obwohl man es nur mit Schurken zu tun hat, kommt insbesondere die Hauptfigur groteskerweise nett und sympatisch herüber und macht es dem Spieler leicht, sich mit ihm zu identifizieren. Die Animationen, die die komplette Handlung erzählen sind sehr nett gemacht und vor allem äußerst umfangreich, so daß es mitunter etwas dauern kann bis man das Joypad wirklich bedienen muss, aber wenn dann mal so weit ist, dann richtig…

Ich hau euch alle um!

Das Kampfsystem von “Yakuza” ist umheimlich vielschichtig und tiefgreifend, aber die Hersteller haben es geschafft den Spieler nicht gleich von der ersten Minute an zu überfordern, sondern bringen neue Funktionen und Schläge erst nach und nach ins Spiel ein, so daß sich auch die Spielmotivation und Spieldauer allein dadurch erfreulich erhöht. Am Anfang ist man mehr Straßenschläger als sonstwas, aber dann kommen die ersten Waffen ins Spiel. Zunächst schleudert man vielleicht nur einen Stuhl nach seinem Kontrahenten, aber unter den insgesamt 300 (!) Gegenständen im Spiel hat man eine Menge Auswahl. Zudem läßt sich jeder Gegenstand individuell schleudern und schwingen und man kann so auf vielfältige Weise auf den Gegner eindreschen. Ein kurzes Tutorial bringt einem die neuesten Moves schnell bei und dient auch zur Übung der erlernten Neuheiten.

So prügelt man sich durch insgesamt 13 Kapitel, in denen man größtenteils zu Fuss unterwegs ist. Bestenfalls im Taxi wird man von einer Ecke der Stadt in die andere chauffiert oder einmal selbst an Steuer fassen zu dürfen. Die Stadt lädt aber auch zu ausgedehnten Spaziergängen ein, denn das Stadtgebiet ist enorm gross und man kann sehr viele Personen auf der Strasse ansprechen und so mal äußerst nützliche Informationen bekommen oder aber nur ein bisschen Smalltalk halten. Manchmal entstehen daraus auch interessante Mini-Missionen, von denen es insgesamt 79 gibt und die für zahlreiche weitere Spielstunden sorgen. Zudem kann man sich in Casinos herumtreiben und den einarmigen Bandit, Blackjack oder Roulette spielen. Man kann natürlich auch was essen oder trinken gehen oder… Naja, ihr seht es selbst: Die Möglichkeiten sind (fast) unbegrenzt.

Grafik und Sound

Die visuelle Umsetzung des Spiels kann überzeugen, ist jedoch nicht der Perfektion untergeben. Neben langen Ladezeiten stört da vor allem ein teilweise recht störendes Flimmern, welches den ansonsten guten Grundeindruck überschattet. Besonders die Stadt als solche ist sehr detailverliebt in Szene gesetzt worden und lädt zu langen Erkundungstouren ein. Die Bewegungsabläufe der Charaktere und deren Erscheinungsbild sind gelungen, einzig die Szenenrien in Gebäuden, also die Räume, die Wände, die Ausstattung dort, könnte etwas abwechslungsreicher ausfallen. Die Animationen wurden ja bereits weiter oben lobend erwähnt und können durchaus gefallen.

Gesprochen wird in Yakuza unheimlich viel. Man könnte den Eindruck bekommen man sitzt vor einem gut gemachten Fernsehfilm, dank langer Animationen und guter Synchronisationen. Man sitzt aber wohlgemerkt vor einem Original-Film, denn das komplette Spiel kommt auf Englisch daher. Was im ersten Moment nach einem Problem klingt wird durch die Synchronstimmen echter Hollywoodstars wieder wettgemacht. Michael Madsen (Reservoir Dogs, Sin City), Mark Hamill (Star Wars), Michael Rosenbaum (Smallville), Eliza Dushku (Buffy – Im Bann der Dämonen) und Rachel Leigh Cook (Eine wie keine), das liest sich doch wie das Who-is-Who Hollywoods. Dementsprechend stark ist der Eindruck den die Sprecher hinterlassen.

Musikalisch wird eine Mischung aus Rock und Techno geboten, was sich bestens ins Spiel einbettet.

Fazit

"Yakuza" überzeugt vor allem durch die Inszenierung einer ganzen Stadt. Man kann überall hin, mit jedem reden und die verrücktesten Sachen machen. Das Kampfsystem überzeugt zudem durch eine gelungene Steuerung und eine unglaubliche Spieltiefe, die man zwar erstmal beherrschen muss, die aber dem Spieler nach und nach näher gebracht wird. Wer also einen guten japanischen Fernsehfilm, mit tollen Synchronsprechern und viel Beat-em-Up-Action in die Playstation einlegen will, der sollte sich Yakuza unbedingt genauer ansehen.
Grafik
86%
Sound
88%
Gameplay
92%
Steuerung
82%

Gesamtwertung

86%

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