X-Men Legends 2: Rise of Apocalypse

1209 0 1 24. September 2008

Die Welt der Marvel-Comics

Ich kann nicht wirklich behaupten ein Riesenfan des Marvel-Universums zu sein. Das liegt insbesondere an den Film- und TV-Umsetzungen der Helden, die dem Mythos von Batman, Spiderman und Co mehr geschadet als genützt haben. Aber “Batman Begins” war ein toller Film und eine erste Ausnahme von der Regel, also schauen wir mal was “X-Men Legends 2: Rise of Apocalypse” so zu bieten hat…

Was ist passiert ?

Gerade eben waren unsere Helden Professor Charles Xavier und sein Mutantenteam in die erfolgreichen Schlacht aus dem ersten Teil (X-Men Legends) verwickelt, da droht schon wieder neues Ungemach: Die internationale Versammlung zur Mutanten-Aufklärung wurde überfallen und was noch schlimmer ist: Der Professor und Polaris wurden entführt. Ehrensache, dass DU mit deiner Truppe die beiden befreist und den merkwürdigen Ereignissen auf die Spur kommst…

Kurzum: Der Weltfrieden ist in Gefahr und ihr müßt es richten. Soviel zur Hintergrundstory zum Action-Rollenspiel-Spektakel aus dem Hause Raven Software, die dem Spieler immer wieder durch gelungene Videosequenzen näher gebracht wird. Und wer sich etwas im X-Men Umfeld auskennt, der dürfte auch ein überraschendes Wiedersehen mit Magneto feiern dürfen, aber wir wollen auch nicht zuviel vorwegnehmen…

Drum bereitet euch vor…

Bevor ihr in die Schlacht zieht ist es wichtig, dass man zunächst die einzelnen Charaktere etwas näher kennenlernt, denn jede Figur hat ihre individuellen Stärken. Zudem sammelt jeder Charakter in Rollenspielmanier auch Erfahrungspunkte und wird dadurch stärker und besser. Die dazugewonnenen Punkte kann man entweder manuell oder automatisch auf die Teammitglieder verteilen, wobei das automatische System vollkommen ausreicht. Mit steigenden Punkten werden auch immer mehr Special Moves freigeschalten.

Also baut man sich sein Team aus 4 Membern zusammen. Zur Auswahl stehen Wolverine, Cyclops, Storm, Bishop, Colossus, Gambit, Rogue, Jean Grey, Iceman, Nightcrawler und Sunfire. Anschließend steuert man dann einen der Helden durch die “Dead Zone”, wo man den Professor und Polaris vermutet. Die anderen drei Mitstreiter folgen dem momentan gesteuerten Spieler automatisch und ohne Widerrede. Je nach Situation kann man dann einen anderen Charakter auswählen um eine bestimmte Aktion auszuführen.

Und dann gings ab…

Bisher klang das Review nach einem reinem Rollenspiel, aber kaum hat man die Katakomben der “Dead Zone” betreten gehts ordentlich zur Sache. Die bösen Jungs wollen Ärger ? Können sie haben. Tatsächlich entwickelt sich das Game am diesem Punkt zu einem regelrechten Hack ‘n’ Slay ohne Wenn und Aber. Die einfache Steuerung untersützt den Spieler bei den zahlreichen Angriffsmustern und Moves, die man von nun an den zahlreichen Gegner entgegenbringen kann. Da gibts zu groß geratene Insekten, Monster und Kampfroboter, die alle an die Reihe kommen wollen. Spielerisch grenzt das Ganze an ein regelrechtes Gemetzel, welches der Daumendurchblutung durchaus zuträglich sein dürfte, aber der Langzeitmotivation vielleicht dann doch eher schaden könnte.

Taktische Momente gibt es eigentlich kaum, gelegentlich versucht ein Rätsel das Spielgeschehen etwas aufzulockern, aber im Wesentlichen ist das Spielprinzip “Reinlaufen und dann alles niederwalzen was sich bewegt” konsequent umgesetzt. Ab und zu kommt mal ein Zwischen- oder Endgegner, der natürlich besonders lange durchhält. Hier lohnt es sich dann auch wirklich kombinierte Angriffe aller verbliebenen Teammitglieder zu starten, da man mit vereinten Kräften bei diesen Fieslingen mehr erreichen kann.

Grafisch präsentiert sich “X-Men Legends 2: Rise of Apocalypse” in der isometrischen Sicht mit einer insgesamt sehr ansehnlichen Atmosphäre. Sämtliche Charaktere kommen im Cell-Shading-Look daher, der durchaus zu beeindrucken weiß. Die schwarzen Umrandungslinien der Figuren sind für meinen Geschmack etwas zu fett ausgefallen und erinnern etwas zu sehr an einfache Comiczeichnungen. Nicht so jedoch der Detailreichtum der sich in den Umgebungen wiederspiegelt. Ganzvolle Effekte und eine flüssige und ruckelfreie Darstellung unterstreichen den guten Gesamteindruck.

Zu den ganzen Blitzen und Explosionen gesellt sich eine gute Geräuschuntermalung. Die Mutanten sprechen übrigens Deutsch, allerdings sprechen wenige Sprecher viele Figuren. Man merkt einfach, dass nicht der Charakter seinen eigenen Sprecher hatte und so wirkt die eine oder andere Figur manchmal etwas blass. Aus “blass” wird zudem noch schnell “fade”, wenn zwei der Helden den identischen markigen Spruch ablassen. Sorry, aber das muss nicht sein, es nervt und es stört auch die Atmosphäre.

Fortsetzung gelungen ?

Fortsetzungen kränkeln häufig an mangelndem Ideenreichtum, was man “X-Men Legends 2: Rise of Apocalypse” aber nicht vorwerfen kann. Die Anzahl an Superkräften beispielsweise ist enorm und reicht von Fliegen bis hin zur Teleportation. Die größte Neuerung ist aber der Online Modus in dem der Spieler noch seine Kumpels zu sich einladen kann und dann wird online richtig Späne produziert.

Fazit

"X-Men Legends 2: Rise of Apocalypse" ist ein waschechter Actionkracher mit Rollenspielanleihen. Dadurch dass der Schwerpunkt auf einem Hack'n'Slay liegt dürfte das Spiel nicht jedermanns Geschmack sein. Fans des Genres allerdings kann man es schon empfehlen. Liebhabern des Marvel-Universums sowieso.
Grafik
79%
Sound
69%
Gameplay
72%
Steuerung
79%

Gesamtwertung

75%

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