Trapt

1987 0 3 24. September 2008
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Titel:Trapt
EAN:5026555305280
System:PlayStation2
USK:Freigegeben ab 16 Jahren
Label:Take-Two
Release:2006-02-24

Prinzessin Allura trauert auch nach Jahren ebenso wie ihr Vater, König Olaf, noch um ihre verstorbene Mutter. Mit ihrem Vater zusammen steht sie gerade am Grab und versucht in Andacht ihren Verlust zu verschmerzen, als der Berater des Königs diesem klarzumachen versucht, dass er sich mehr um sein Königreich kümmern muss. Auch seine neue Frau, “diese Frau”, sei der Sache nicht eben dienlich.
In genau diesem Moment tritt “diese Frau” auf und verdient sich bereits nach Sekunden den Titel “Unsympathin des Monats”. Schwiegermütter kommen eben in Spielen nicht oft gut weg. Sie überlegt sich gerade eine Bestrafung für Prinzessin Allura als aus dem Dunkeln ein Messer fliegt. Der König wird dermassen gut in den Rücken getroffen dass er augenblicklich tot darniederliegt und die Prinzessin, die eben noch um ihre Mutter trauerte sieht sich nun auch dem toten Vater gegenüber.
Stiefmütterchen aber sieht ihre Chance gekommen und bezichtigt Allura sofort des heimtückischen Mordes. Sie soll gefangen und verurteilt werden (Ihre beste Gelegenheit um sich alleine des Throns zu bemächtigen). Allura jedoch flieht mit einer Zofe zusammen in die Wälder und soll im ehemaligen Monarchenpalast Unterschlupf finden. Als sie diesen jedoch betritt erkennt sie das das Schloss von einem Geist bewohnt wird der, um ihr zu helfen, die gefallenen Gegner als Opfer fordert. Was bleibt Allura anderes übrig als darauf einzugehen, der erste Verfolger klopft schon an die Tür.

Gotcha !

Als der Verfolger den Saal betritt ist klar, das er nur eines im Sinn haben kann. Die Prinzessin zu fangen bzw. zu erledigen um sie ihrer “gerechten” Strafe zuzuführen. Was bleibt dem armen Mädchen also anderes übrig als rennend vor dem Unhold zu fliehen ? Ganz einfach. Das Schloss bietet ein enormes Arsenal an mehr oder minder tödlichen Fallen. Diese kann man in einem Menu erwerben und dann geschickt in den Räumen plazieren. Jede Falle (maximal 3 pro Raum) lässt sich dann mittels eines Knopfes im richtigen Moment auslösen um dem Gegner Schaden zuzuzufügen oder ihn an eine bstimmte Stelle zu positionieren. Dort wartet dann evtl. schon die nächste Falle auf ihn.
Prinzessin Alluras Aufgabe ist es mittels der verfügbaren Fallen eben diese Verfolger auszuschalten, eine recht blutige Angelegenheit wenn man den tödlichen Charakter eines Fallbeils bedenkt, einer Bärenfalle oder eines schwingenden Messers. Zu diesem Zweck werden, gegen Punkte versteht sich, vor einem Level Fallen aus einer Katalog erworben und in den Räumen strategisch verteilt. Hat sich die Aufstellung der Fallen als Missgriff erwiesen, so können sie jederzeit im Pausenmodus umgebaut werden bzw. besser verteilt.
Die Gegner werden natürlich mit jedem der 15 Level besser und stärker allerdings bleiben sie weit entfernt von echter Intelligenz. Sie rennen auch beim dritten Mal wieder genau auf die Stelle wo sie bereits zweimal von der Springfalle erwischt wurden.

Combos – Was auch sonst ?

Im Idealfall lassen sich die meisten gegner mit Hilfe der Fallen recht schnell erledigen. Einfacher und auch ein bischen grausamer wird es natürlich, wenn man die Fallen geschickt kombiniert. Da wird der Gegner dann von der bewegenden Wand in die Bärenfalle gedrückt und an Ort und Stelle von dem herabfallenden Stein erschlagen. Da die Fallen allesamt ausgelöst werden müssen gilt es auch hier die Knöpfe in der richtigen Reihenfolge zu drücken um den maximalen Schaden auzuteilen.
Wie in den meisten Actionspielen auch, bringen solche Kombinationsangriffe, auch kurz “combos” genannt die meisten Punkte. Trapt bietet hier keine Ausnahme. Je mehr combos man anbringt, deste mehr Punkte erhält man, desto bessere und tödlichere Fallen kann man im nächsten Level einsetzen.

Falle oder Kamera, wer killt schneller ?
Die Gegner bilden keine wirkliche Herausforderung, schon eher die Steuerung. Natürlich ist es sinnvoll mit der Kamera hinter der Prinzessin zu sein damit man sieht, wo sie hinläuft. Allerdings ist es ebenso unumgänglich mit der Kamera vor der Prinzessin zu sein um den Moment abzupassen wo der Gegner perfekt vor bzw. in der Falle steht. Gerade dieser Wechsel bringt einen ab und an ins Schwitzen wenn man den Gegner bereits ein- oder zweimal verfehlt hat (dabei bleibt man selber natürlich stehen, während der Gegner weiterennt).
Hier wäre ein schneller Kamerawechsel mit einem Knopf bzw. eine Überkopfperspektive wie im Fallenaufstellmodus wünschenswert gewesen. Die Hilfssteuerung, das man die Kamera per Knopfdruck um 90° drehen kann, ist hier auch eher hindernd als helfend. Hat man jedoch vor dem Level den bereich wo man sich später bewegen will ausreichend studiert läßt sich sogar damit einigermassen leben da man sich nicht zwischendurch orientieren muss.

Anime läßt grüßen

Seine japanische bzw. fernöstliche Herkunft kann und will trapt gar nicht verbergen. Die Heldin ist nur leicht bekleidet und zeigt für ein Adventure überaschend viel Haut. Ihre Augen sind größer als erwartet und die Animationen der Figuren zeigen einen leichten Hang zum Ballett.
Was wie die spielfilmartige Umsetzung eines Manga Comics anmutet, passt zum Auftreten des gesamten Spiels. Wer einer solchen, zarten, Prinzessin grosse Schwerter in die Hand drücken möchte der ist hier falsch. Subtiles Vergraulen bzw. blutträchtiges Niedermetzeln mit grausamen Fallen passt eher. Schliesslich ist nicht die Protagonistin der Bösewicht sondern die (wieder einmal) grausame Stiefmutter.
Die Untermalung beschränkt sich auf die Geräuschkulisse der ausgelösten Fallen bzw. die Schmerzensschreie der in ihnen getroffenen Angreifer. Nach jedem Level wird die “Story” weitergeführt, diese besteht jedoch meist aus erbärmliche flachen Dialogen bzw. wenig ermutigenden Hilferufen der Protagonistin. Diese wäre sogar ebenfalls noch zu verschmerzen gewesen wenn die Wntwickler nicht auch noch an der Übersetzng gespart hätten. Alle Dialoge sind in japanisch und werden mit englischen! Untertiteln umschrieben. Interessanterweise werden selbst kurze, sprachfreie Momente mit so sinnigen Texten wie “hmmm, hmmm, hmmm.” übersetzt.
Das allzu schnell erreichte Ende nach den 15 Leveln bietet immerhin 3 Varianten wobei auch mittendrin eine eher nicht empfehlenswerte erreicht werden kann.

Fazit

Trapt bietet eine erfrischend andere Spielidee die mit subtilen Fallen, ingenieursmäßgen Combos und dämlichen Gegnern protzt, nur die Umsetzung respektive Spielbarkeit wurde leider etwas verhunzt. Wer kreativ gestaltete Spiele mag, gern mal nicht mit dicken Waffen auf Gegner einschlägt sondern lieber seinen Grips benutzen möchte und sich nicht an der etwas gewöhnungsbedürftigen Umsetzung, sprich japanische Texte mit englischen Untertiteln bzw. Kamerasteuerung stört, der kann hier eigentlich zuschlagen.
Grafik
82%
Sound
71%
Gameplay
85%
Steuerung
68%

Gesamtwertung

78%

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