The Hustle: Detroit Streets

1132 0 0 24. September 2008
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Detroit ist ein heißes Pflaster. Zumindest wenn man der Verpackung zu “The Hustle – Detroit Streets” glauben darf. Verrauchte Bars, harte Kerle und heiße Girls sind fester Bestandteil eures Lebens. Der Spieler übernimmt in dem Spiel aus dem Hause Deep Silver / Koch Media die Rolle eines talentierten aber unbekannten Billardspielers, der mit dem Kugelspiel sein Geld verdient. Aber es geht um mehr: Trickstöße und Respekt gehen hier Hand in Hand…

Erstmal Respekt verdienen

Also: Du, dein Queue und Detroit – Eine Stadt in der dich keine Sau kennt. Aber das wird sich ändern, denn nach dem obligatorischen Anlegen eines ersten Spielerprofils geht es schon bald an den Tisch gegen die ersten Gegner. Natürlich spielen wir nicht in piekfeinen Billardclubs, sondern vielmehr in ziemlich abgesüfften Kneipen in den letzten Winkeln der Stadt. Für jeden Sieg gibt es nicht nur Geld, sondern auch Respekt, der auf dem Respektbalken angezeigt wird und sich mit jeder gewonnenen Begegnung langsam füllt. Diesen Respekt wird man auch brauchen, denn damit erlangt man Zutritt zu den besseren Billard-Hallen, wo es bessere Gegner aber auch mehr Geld zu gewinnen gibt.

Das Geld wiederum kann man immer gut gebrauchen, auch um die eigene Ausrüstung aufzuwerten. Bessere Queues steigern die Siegchancen und eine trendigere Kleidung steigert das eigene Selbstwertgefühl. Leider dauert das mit dem spielerischen Selbstwertgefühl fast schon ewig, denn besonders beim Einstig gestaltet sich “The Hustle – Detroit Streets” etwas zäh. Man braucht einfach sehr lange bis man die ersehnte Eintrittskarte für bessere Clubs hat. Natürlich wird man sich auf diese Weise auch bestmöglich auf die kommenden Herausforderungen einstellen können, aber dennoch ist besonders diese erste Phase im Spiel ein Knackpunkt, der der Langzeitmotivation eher abträglich ist. Glücklicherweise kommen von Zeit zu Zeit bessere Gegner vorbei und fordern euch heraus, so kommt dann doch etwas mehr Leben ins Spiel.

Die Kugel rollen lassen

Neben dem klassischen Billard gibt es noch diverse andere Spielvarianten: 8-Ball, 9-Ball, Bowliards, 3-Ball, 6-Ball, 10-Ball aber auch Snooker. Das sorgt für ausreichend Abwechslung. Das kann man auch von den 26 Trickstößen behaupten, bei denen es die Aufgabe ist die gestellte Aufgabe mit nur einem einzigen Stoß und bei berschränkter Anzahl an Versuchen zu lösen. Zum Glück spielt einem hier die Steuerung keinen Streich, denn man kann wirklich pixelgenau steuern, wohin die Kugel rollen soll. Man kann den Tisch aus allen Perspektiven betrachten, kurz vor dem Stoß nochmals in die Vogelperspektive wechseln und dann zielgenau die anvisierte Nummer in der Seitentasche versenken.

Präzise Stöße gelingen aber nur, wenn alles stimmt. Der Gegner kann euch nämlich ganz schon unter Druck setzen, was es in jedem Falle zu vermeiden gilt. Denn je mehr man sich von dem Gegner einschüchtern läßt, umso eher wird man seinen eigenen nächsten Stoß versemmeln und der Teufelskreis nimmt weiter Formen an. Daneben können einem die Ladezeiten auch den einen oder anderen Nerv kosten, das hätte nicht sein müssen.

Grafik und Sound

Grafisch macht “The Hustle – Detroit Streets” einen soliden Eindruck. Besonders die Locations und Hintergründe haben uns sehr gut gefallen. Da kommt in den stickigen Kneipen wirklich eine dichte Atmosphäre auf. Auch die Spieler und Zuschauer sind ansehnlich, können aber nicht zu 100% überzeugen. Kleinere Clippingfehler, bei denen der Queue mal in den Zuschauern oder in der weißen Kugel verschwindet kommen zwar vor, haben aber keinen weiteren negativen Einfluss auf das Spielgeschehen.

Die 4 Songs, die die Hintergrundmusik bilden, sind zwar ganz hörbar, aber sie wiederholen sich natürlich nach kurzer Zeit. Bei der recht langen Spielzeit für das Game, besonders in der ersten Phase, wo man sich erst recht viel Respekt verschaffen muss, nervt das natürlich ganz schön. Auch die Sprachausgabe wiederholt sich recht schnell. Schade, denn das reißt die Wertung doch etwas in die Tiefe.

Fazit

"The Hustle - Detroit Streets" ist ein recht gelungenes Billardspiel in atmosphärischer Kneipenumgebung. Die Grafik und die Spielphysik sind ziemlich gut, leider ist der Soundtrack und das nervige Respekt-Sammeln etwas weniger begeisternd.
Grafik
75%
Sound
59%
Gameplay
70%
Steuerung
87%

Gesamtwertung

71%

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