SOCOM: U.S. Navy Seals – Tactical Strike

1653 0 1 24. September 2008
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Titel:Socom - U.S. Navy Seals Tactical Strike
EAN:0711719453659
System:Sony PSP
USK:Freigegeben ab 16 Jahren
Label:Sony Computer Entertainment
Release:2007-12-12

Das beliebte SOCOM ist zurück. Dieses Mal präsentiert sich das Spiel mit dem längsten Titel überhaupt aber nicht als Ego-Shooter, sondern fordert taktisches Geschick vom Spieler. SOCOM: U.S. Navy SEALs Tactical Strike hat nicht mehr viel vom traditionellen SOCOM. Die ersten Fans werden nun schon nervös, doch wir haben interessante Entdeckungen gemacht. Ob die Verwandlung zum Strategiespiel geglückt ist, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Anschläge, Putschversuche und andere Gemeinheiten?

In Panama herrscht Ausnahmezustand: Rebellen verwüsten die Stadt und haben auch noch den Außenminister in ihren Fängen. Die Geschichte wird wieder mit schicken CGI-Videos erzählt und erzeugt die gleiche Atmosphäre wie beim Vorgänger: eine völlig überzogene Standard-Geschichte, die wir bei Action-Filmen an jeder Ecke antreffen. Wenn man pure Action mag, geht das in Ordnung. Aber Storytiefgang und Dramatik erlauben dem Spieler, sich emotional mehr vom Spiel fesseln zu lassen. Vom Plot sollten wir uns dennoch nicht abhalten lassen, denn das neue Spielprinzip hat einige Vorzüge und macht auch ohne Oskar-reife Geschichte viel Spaß.

Der Spieler übernimmt die Kontrolle über eine militärische Spezialeinheit. Wie bereits erwähnt, gab es grundlegende Änderungen im Gameplay. Nicht umsonst trägt das Spiel das Wort “Tactics” im Namen. Gespielt wird in einer dreidimensionalen Umgebung mit vier Soldaten. Die sind in Zweierteams eingeteilt, lassen sich aber auch einzeln ansprechen. Die Teamauswahl erfolgt über die Schultertasten der PSP. Mit dem Analogstick fahren wir ein Visier über den Bildschirm und erteilen Befehle. Direkt steuern (wie in einem Ego-Shooter) kann man die Einheiten nicht mehr. Doch das macht überhaupt nichts, denn das strategische SOCOM macht richtig viel Spaß und lässt sich mit Übung verhältnismäßig gut steuern. Das Problem ist die Mehrfachbelegung der Tasten. Keine Bange, die komplette Steuerung und alle Funktionen werden in einer exzellenten Einführungsmission abgehandelt. Wir fühlen uns dort wie in einer richtigen Mission und lernen alles Wichtige praktisch nebenbei. Trickreich wird die Steuerung in hektischen Kampfsituationen und beim Umgang mit der Kamera. Wenn Schnelligkeit gefragt ist, muss man zu viele Tasten drücken, um seine Ziele zu erreichen. Das kann Lebenspunkte kosten. Ist zwar nicht ganz so tragisch, aber immerhin ärgerlich.

Vier gewinnt!

Zu den Aufgaben der vier Soldaten gehört das Einsammeln wichtiger Informationen, das Öffnen von Türen, das Ausschalten von Gegnern oder das Eskortieren von Geiseln. Dabei bleibt das Spiel stets abwechslungsreich. Eine Tür kann man lautlos oder mit Sprengkraft öffnen, eskortierte Personen erhalten Befehle zum Folgen oder Warten und so weiter. Sogar als Scharfschütze und Granatenwerfer ist der Spieler gefragt. Die Soldaten bewegen sich dabei ansehnlich animiert über das Display. Jede Mission bietet unterschiedliche Lösungswege an. Wer Schleichen will kann dies ebenso ausleben wie Hau-Drauf-Spieler mit ordentlicher Kampfeslust. Durch die zwei verfügbaren Teams kann der Spieler taktisch ausgeklügelte Situationen herstellen. Ein Beispiel: Wir bringen das erste Team in eine sichere Position und erteilen den Befehl zum Schießen auf Kommando. Das zweite Team wirft eine Handgranate, um die Gegner aus ihrem Versteck zu locken. Team eins räumt die flüchtenden Gegner endgültig aus dem Weg. Eine Mission kann schon mal eine halbe Stunde oder mehr in Anspruch nehmen, was durch die gesetzten Checkpoints allerdings relativiert wird. Einfach so kann man trotzdem nicht speichern, was wirklich ärgerlich ist und die Spielbarkeit auf Reisen einschränkt. SOCOM Tactical Strike ist nicht unbedingt etwas für Kurzzeitspieler.

Eine gute künstliche Intelligenz ist besonders bei einem Strategiespiel enorm wichtig. Hier könnten die Entwickler bessere Arbeit leisten. Die eigenen Teammitglieder wehren sich zwar ohne das Eingreifen des Spielers, verharren dabei aber oft in selbstmörderischen Positionen. Die Gegner zeigen sich intelligenztechnisch genauso wenig von ihrer Schokoladenseite und verharren gelegentlich auch in selbstmörderischen Positionen (was für den Spieler natürlich nicht immer von Nachteil ist). Auch an der Ausbalancierung der Kräfte muss noch mehr getan werden. Das Abknallen von Feinden ist teilweise so leicht, dass ein taktisches Vermeiden von Gewalt viel aufwändiger ist als ein kurzer Prozess.

?Team Alpha, eskortieren Sie den Leser zum Fazit!?

Technisch weiß das neue SOCOM zu überzeugen. Die Schauplätze sind mit vielen Texturen ausgestattet und toll gestaltet. Es gibt keine Ruckler, die Ladezeiten sind ebenfalls gering. Gelegentlich kommt es zu kleineren Anzeigefehlern, die den Spielverlauf aber nicht beeinflussen. Ganz gut sieht es auch auf der musikalischen Seite aus. Actionfilmartige Songs erklingen aus den Lautsprechern. Allerdings ist in ruhigen Abschnitten des Spiels leider gar keine Musik zu vernehmen. Da wirkt der Ton manchmal zu still und wir hören lediglich die Funksprüche der Soldaten. Die hat man übrigens allesamt deutsch sprechen lassen. Das Spiel wurde insgesamt gut übersetzt, außer dass die Videosequenzen in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln sind. Überraschenderweise gibt es nicht nur eine Sprache zur Auswahl: Wir können zu Beginn des Spiels wählen, aus welchem Land unsere Spezialeinheit kommen soll. Die komplette Aussprache kann so auf italienisch, französisch oder koreanisch umgestellt werden.

Zwei weitere Optionen des Spiels sind der Online- und der Multiplayer-Modus. Diese fördern den Langzeitspielspaß, werden in unserem Test allerdings nicht berücksichtigt.

Fazit

SOCOM: U.S. Navy SEALs Tactical Strike bringt frischen Wind in die SOCOM-Serie. Der Wechsel hin zum Strategiespiel hat der Reihe sehr gut getan und macht viel Spaß. Um das Spiel aber wirklich genießen zu können, muss man über die Mängel in der KI oder der relativ komplizierten Steuerung hinweg sehen können. Als Ausgleich gibt es einen Online-Modus und Multiplayer-Optionen. Uns hat das Spiel gut gefallen und wir möchten Taktik- und Strategiefans unbedingt zu einem Probespiel ermutigen.
Grafik
81%
Sound
79%
Gameplay
79%
Steuerung
75%

Gesamtwertung

78%

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