Socom – U.S. Navy Seals Fireteam Bravo 2

1176 0 1 24. September 2008
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SOCOM ist ein Taktik-Shooter, der in der ersten Version mit einem großzügigen Onlineangebot viele Fans gewann und auch offline für spannende Stunden sorgte. Die Erwartungen an den zweiten Teil der Serie sind erwartungsgemäß hoch. Ist das Spiel mit dem mitgelieferten Headset jetzt noch besser? Der Einfachheit halber bezeichnen wir den unglaublich langen Titel “SOCOM U.S. Navy Seals: FIRETEAM BRAVO 2” einfach nur als SOCOM 2.

America the Beautiful

Dass SOCOM 2 in den patriotischen USA entstanden ist, bleibt nicht lange ungewiss, die Story spricht für sich: Die USA sehen sich von der erfundenen Nation Adjikistan bedroht und schicken eine Spezialeinheit in das ärmliche Land, das eigentlich von der US-amerikanischen Regierung aufgebaut werden sollte. Statt die Subventionen in die Infrastruktur zu stecken, haben Waffenhändler und Drogenbarone ihre Finger in der Politik. Was man auch immer von der uninspirierten und klischeebehafteten Geschichte hält – in SOCOM kommt es hauptsächlich auf die Action an. Und hier kommt bestimmt keine Langeweile auf. In der Rolle von Sandman verschlägt es uns ins entfernte Adjikistan. Vor jeder Mission erhalten wir ein Briefing. Die Menüs wirken wie aus einem coolen Thriller, auch die deutsche Sprachausgabe trägt positiv zur Atmosphäre bei. Wir suchen uns einen Teampartner aus und der Einsatz kann beginnen.

Dem Spieler werden unzählige Steuerungsmöglichkeiten an die Hand gegeben. Erstaunlicherweise wurden die wenigen Knöpfe der PSP so durchdacht belegt, dass die Steuerung ungeahnt schnell in Fleisch und Blut übergeht. Mit dem Analogstick bewegt man Sandman in alle Richtungen, seitliches Gehen wird mit der zusätzlich gehaltenen L-Schultertaste ermöglicht. Eine neue Auto-Aim-Funktion (R-Taste) nimmt uns das Zielen ab. Im Vergleich zum Vorgänger wurde der Rückstoß entfernt. Jetzt werden Gegner felsenfest anvisiert, was das Schießen auf die – gelinde gesagt – mäßig klugen Gegner sehr einfach macht. Die KI verhält sich nicht außerordentlich schlau, kann durch geschickt gewählte Aufenthaltsorte dennoch ziemlich gemein werden. Der Teamkollege, welcher Sandman folgt, verhält sich da schon klüger: Er folgt aufmerksam, verteidigt sich ordentlich und ist kein Klotz am Spielerbein. Hilfsbereit ist er obendrein, denn er kann Befehle annehmen, durch die er Türen öffnet, Räume sichert, an bestimmte Orte geht oder einfach dem Spieler folgt.

In the Navy (Â…Seals)

Ob man die virtuellen Feinde erschießt oder nur verletzt, bleibt dem Spieler überlassen. Die Wertung am Ende jeder Mission steigt jedoch nur durch nicht-tödliches Vorgehen. Mit den erhaltenen Bonuspunkten lässt sich die Kampfausrüstung erweitern. Bei möglichst ruhigen Einsätzen erhöht sich der Ruf der Soldaten bei den einheimischen Zivilisten, die einer beliebten Einheit zum Beispiel Waffen vom Schwarzmarkt zukommen lassen.

Die vierzehn Missionen sind ziemlich lang ausgefallen und enthalten mehrere Aufgaben, von denen manche freiwillig erfüllt werden können. Hauptsächlich geht es um Aufträge wie Menschen retten, Informationen sammeln oder Gegner festnehmen. Extrapunkte gibt es etwa für das Fotografieren bestimmter Objekte. Die Karten sind groß, obwohl der Spieler immer weiß, welchen Weg er zu gehen hat. Der lineare Spielverlauf erlaubt einem nur selten die Wahl zwischen zwei möglichen Wegen. Speichern kann man nur nach einer geschafften Mission. Dem Spielen auf kurzen Strecken steht die fehlende Checkpoint- oder Schnellspeicherung wie ein Stein im Weg. Dass eine Mission nach jedem Verlieren von Anfang an gespielt werden muss, stört besonders in Anbetracht der Missionslängen.

Commander, wie sieht´s aus?

Die Grafik von SOCOM 2 hat sich nicht maßgeblich verändert. Durch neue Effekte und kleine Veränderungen ist das Spiel immerhin ein Bisschen schöner geworden. Neben der mangelhaften Speichermöglichkeit sind die dunklen Texturen ein weiteres Manko für das Spielen unterwegs. SOCOM 2 sieht man am besten in abgedunkelten Räumen. Wo man gerade dabei ist, die Rollos herabzulassen, empfiehlt sich das Aufsetzen eines Kopfhörers. Die Toneffekte sind wie im letzten SOCOM-Teil in hoher Qualität gesampled und passen zum Geschehen. Musikalisch strömt in gewissen Momenten spannende Orchestermusik wie aus einem Thriller aus den Lautsprechern. In den animierten Zwischensequenzen bekommen wir filmreife Bild- und Tonqualität zu sehen.

Und jetzt alle!

Ein wichtiges Standbein beider SOCOM-Teile der PSP ist der Online-Modus. Mit dabei sind dieses Mal wieder mehrere Modi wie Deathmatch, Befreiung von Geiseln oder ein neues Spiel, in dem Gebiete unter Zeitdruck erobert werden müssen. Die Mehrspielermodi sind immer auf einer von zwölf Karten spielbar. Bis zu sechzehn Spieler können pro Spiel Gefechte zu jeder Tages- und Nachtzeit austragen. Mit dem Headset, das Sony als Bundle mit dem Spiel verkauft, können die Online-Spieler sogar miteinander kommunizieren. Wer das Headset bereits mit dem Vorgängerspiel erworben hat, kann SOCOM 2 auch einzeln kaufen. Die Entwickler haben eine hervorragende Online-Plattform geschaffen, die für ein Konsolenspiel recht üppig ausgefallen ist. Neben der Echtzeitunterhaltung gibt es noch Clans, Punktelisten und Freundeslisten. Wer kein Internetanschluss zur Verfügung hat und seinen Gegnern lieber gegenüber sitzen möchte, kann SOCOM 2 auch im lokalen PSP-Netzwerk spielen.

Fazit

Sony feuert mit SOCOM US Navy Seals: Fireteam Bravo 2 einen überaus würdigen Nachfolger des Taktik-Shooters in die Regale. Die fehlende Speichermöglichkeit im Spiel und die hauptsächlich linear verlaufenden Level sind die größten Kritikpunkte. Eine gute Steuerung hingegen, viel Langzeitspaß durch den überragenden Onlinepart und das gelungene Gameplay heben das Spiel in die Oberklasse der Shooter. Alle Liebhaber des ersten Teils werden erneut glücklich sein, für den Rest gibt es eine spielbare Demo im Netz.
Grafik
81%
Sound
84%
Gameplay
83%
Steuerung
82%

Gesamtwertung

83%

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