Shinobido: Geschichten des Ninja

1133 0 0 24. September 2008
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Die Asuka-Ninja konnten einen Krieg in der Provinz Utakata verhindern. Doch die Gefahr ist noch lange nicht gebannt. Die Ninjas müssen weitere, gefährliche Missionen absolvieren, um den Feind zu schlagen. Die Geschichten von Shinobido spielen im vorindustriellen Japan, wo Ninjas zu Spionage- und Mordzwecken eingesetzt wurden. Genau das sind die Stärken des Asuka-Klans. Herzlich willkommen bei Shinobido – Geschichten des Ninja.

Das Startmenü begrüßt den Spieler mit einem Meer aus Flammen, filmreife Musik ertönt aus den PSP-Lautsprechern und kündigt großes Geschehen an. Statt im Anschluss mit hochauflösenden Videos noch mehr zu beeindrucken, lässt Shinobido dem Spieler die Aufgabe, die Story auf langen Texttafeln selbst durchzulesen. Vorgelesen wird nicht, das Spiel enthält keine Sprachausgabe. Hat sich der Spieler endlich in die langweilige Geschichte eingelesen, findet er eine Landkarte vor, auf der einzelne Missionen angewählt werden können. Gelegentlich kann man zwischen zwei Levels entscheiden, letztendlich bleibt man aber bei einem linearen Verlauf, da die Abwege immer wieder auf den Hauptweg zurückführen.

“Töte sie alle – schnell!”

Die Missionen sind zweckmäßig angelegt. Mal sollen alle Wachen einer Stadt erledigt oder etwas geklaut werden, mal muss man den großen Beschützer für Andere spielen. Meistens steht zumindest das Töten auf dem Spielplan. Weil die Missionen schön kurz gehalten wurden, lassen sich auf einer kleinen Busfahrt durchaus ein paar Dörfer lautlos durchstreifen. Lautlos, weil Shinobido nämlich einen Hauch Stealth-Action im Gameplay hat. An die Gegner kann sich der Ninja heranschleichen und sie auf Knopfdruck unbemerkt um die Ecke bringen. Nicht nur schleichend, sondern auch still an die Wand gepresst lassen sich die Charaktere still durchs Terrain begeben. Ein Metal-Gear-Solid-Klon ist Sjinobido allerdings noch lange nicht, denn dafür sind die taktischen Möglichkeiten nicht ausgereift genug.

Wird man von einem Feind entdeckt, ist natürlich Schluss mit dem Versteckspiel und es gilt, nach schlagkräftigeren Mitteln zu greifen. Leider will das nicht so recht gelingen. Die holprige Steuerung vermiest immer wieder die Kampfhandlungen, die man weitaus besser hätte gestalten können. Die Gegner sind nicht gerade mit künstlicher Intelligenz gesegnet, bieten aber dank ihrer Schlagkraft trotzdem Kämpfe, die in späteren Levels ziemlich schwierig werden können. Neben dem Kampf mit Nahkampfwaffen kann der Spieler auch Wurfgeschosse einsetzen. Die Wurfgegenstände eignen sich auch zum Ablenken von Gegnern. Hat ein Ablenkungsmanöver keinen Sinn, kann man sich per Wurfhaken aus dem Staub machen.

Ungelenkig, aber actionreich

Von der Grazie der Ninjas hat die Grafik von Shinobido nicht viel abbekommen. Die Landschaft zeigt sich grob gestaltet und ist mit langweiligen Einheitstexturen überzogen. Die Level wirken wie im Editor zusammenklickt und scheinen wenig durchdacht zu sein. Das Spiel erinnert grafisch an alte PSone-Spiele. Dass die Kamera Probleme macht, kommt erschwerend hinzu. In den kniffligen Kampfeinlagen ist man manchmal mehr mit der Kamera beschäftigt als mit den Gegnern. Wenigstens kann die Musik etwas gutmachen. Der fernöstliche Soundtrack untermalt die Stimmung passend und wechselt je nach Geschehen die Dramatik. Leider wurden dem Spiel nicht allzu viele Songs spendiert.

Der Ninja, das Allround-Talent

Der Level-Editor der PS2-Version von Shinobido wurde auf der PSP nicht übernommen. Dafür können die PS2-Level auf der PSP gespielt werden. Weiterhin sorgen ein Multiplayer-Modus für bis zu vier Spieler und downloadbare Levels für Ninja-Flair auf der tragbaren Konsole. Dem Spiel hätten ein paar Wochen Entwicklungszeit mehr bestimmt nicht geschadet, denn viel versprechende Ansätze sind ausreichend vorhanden.

Fazit

Shinobido erreicht zwar ein Durchschnittsniveau, kommt aber kaum über die hohen Erwartungen moderner Spieler hinaus. Für schnelle Unterhaltung ist das Spiel dennoch geeignet, denn die Missionen sind nicht zu langatmig.
Grafik
63%
Sound
74%
Gameplay
71%
Steuerung
67%

Gesamtwertung

69%

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