Shadow Vault

1024 0 0 24. September 2008
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Alles endet…

Schwarze Wolken verdunkeln den Himmel, der Planet Erde geht dem Untergang entgegen. Der Mensch, eine sonst so erfindungsreiche Spezies, hat kläglich versagt. Schließlich gibt es nur noch einen einzigen Ausweg: Durch einen Zeittunnel zurück in das Jahr 1958 zu reisen und zu richten, was die Vorfahren versäumt haben. Und plötzlich sieht sich ein Heer von Soldaten mitten in einem gigantischen atomaren Kampf gegen die eigenen Väter und Großväter. 20 Jahre später, im Jahre 1978, betreten Spieler den post-nuklearen Schauplatz. Na, klingelts ? Erinnerst Du Dich ?

Schon mal irgendwo gesehen…

Ja, die Story und das ganze Drumherum von “Shadow Vault” erinnert schon stark an “Fallout”, das stimmt schon. Und auch das Spielprinzip scheint irgendwie abgekupfert. Es handelt sich um ein rundenbasiertes Strategiespiel mit RPG-Elementen bei dem man in die Rolle zeitreisender Soldaten schlüpft, die unter allen Umständen versuchen sollen den drohenden Holocaust zu verhindern. Die slowakischen Mayhem Studios machten bisher durch das Rollenspiel “Neverend” auf sich aufmerksam und diesmal scheint man sich eben ein Vorbild genommen zu haben. Naja, das muss ja nichts bedeuten.

Nach dem Start des Spiels begibt man sich erstmal ins Tutorial, um die grundlegenden Funktionen des Spiels kennenzulernen. Was einem sofort ins Auge sticht: Die Grafik wirkt irgendwie veraltet. Man hat nicht unbedingt den Eindruck ein topaktuelles Spiel zu spielen, sondern fühlt sich durchaus an ähnliche Titel vergangener Tage erinnert. Das mag zwar bei einem rundenbasierten Strategiespiel nicht sonderlich ins Gewicht fallen, aber Highend-Grafik-Freaks werden herb enttäuscht sein.

Die Steuerung kennt man schon aus zahlreichen anderen Spielen dieser Art, von daher gibt es eigentlich wenig Neues zu berichten. Linksklick zum Auswählen der Einheiten, Rechtsklick zum Ausführen einer Aktion, sei es zur Bewegung der Spielfigur oder zum Angriff des Feindes. Schon nach kurzer Spieldauer vermißt man eine Funktion aber schmerzlich: Das gleichzeitige Auswählen mehrerer Einheiten. Nachdem man eine ganze Truppe kommandiert nervt es einfach jeden einzelnen Soldaten oder Mediziner auszuwählen, um ihm den Weg zu weisen.

Das Tutorial ist an sich ganz ordentlich gemacht. Die Übersetzung ist teilweise etwas holprig und sehr “trocken”, aber man versteht schon worum es geht. Aber gerade die Missionsbeschreibungen sind manchmal eine echte Herausforderung. Man weiss auch bei mehrmaligen Lesen des Briefings nicht, was der Leveldesigner einem sagen wollte. So bleibt einem nichts anderes übrig als todesmutig in den Kampf zu ziehen, um dann beim zehnten Anlauf mit einem lauten “Aahhh” zu wissen was gemeint war.

Knallhart !

In jeder Runde haben die einzelnen Einheiten eine bestimmte Anzahl Aktionspunkte. Diese können sie dann verwenden um irgendwohin zu gehen oder andere Aktionen auszuführen. Klingt einfach ? Weit gefehlt. Denn wenn der Feind am Rand des sichtbaren Bereichs auftaucht fragt man sich schnell, ob man ihm entgegenlaufen sollte. Ein Feindkontakt endet meist tödlich. Das führt dann meist zu der Strategie das Level so lange zu spielen, bis man jeden Zug des Gegners im Vorfeld kennt.

So zieht man also in den Kampf gegen die eigenen Vorfahren. Auf seiner Reise begegnet man verschiedenen Truppen und auch einigen “neutralen Einheiten”, die man überzeugen kann sich dem eigenen Trupp anzuschließen. Diese wird man auch dringend brauchen, denn der Schwierigkeitsgrad ist eindeutig zu hoch. Selbst in den ersten Levels wird auch ein Stratege der über Fallout nur lachen konnte alle Mühe haben die Aufgaben zu erfüllen. Das ist ehrlich gesagt mehr frustrierend, als sonst irgendwas. In manchen Situationen hat man sich gerade noch rechtzeitig in ein Gebäude verschanzen können und freut sich über die Glanzleistung, um beim Verlassen des Hauses festzustellen, dass fünf neue Gegner auf einen warten. Natürlich verliert man die neuerliche Schlacht aufgrund der vorhergehenden Verletzungen und so verliert man nach einer Weile auch die Lust.

Das ist schon sehr schade, denn auch bei den genannten offensichtlichen Mängeln verdirbt dies vollends jedes echte Spielvergnügen. Wäre die KI überdurchschnittlich, könnte man ja noch darüber hinwegsehen und das Spiel Hardcore-Strategen ans Herz legen, aber der hohe Schwierigkeitsgrad kommt mehr durch ein undurchdachtes Leveldesign zustande.

Das Ende naht !

Die Musik läßt sich glücklicherweise abschalten, denn die schwammige pseudo-düstere Geräuschkulisse stört schon nach kurzer Zeit gewaltig. Die Sprachsequenzen beschränken sich auf das Intro und Teile des Tutorials. Die Missionbriefings wird man notgedrungen ablesen müssen.

Die Grafik ist wie bereits erwähnt nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Dennoch: Für ein Spieler dieser Art eigentlich ausreichend. Die postapokalyptische Umgebung mit den zerstörten Häusern, abgebrannten Autowracks und spärlicher Natur ist ganz nett anzusehen, wenn auch keine Wunder erwartet werden sollten. Die Figuren bewegen sich nicht gerade geschmeidig, aber immerhin bewegen sie sich prompt. Alles in Allem kein Meisterstück grafikbesessener Pixelfreaks, aber gerade noch in Ordnung.

Fazit

Was für ein Jammer. Nirgends so richtig schlecht, nirgends so richtig toll. Aber warum machen die Entwickler ein so schweres Spiel ? Bei allen negativen Aspekten hätte man doch zumindest beim Gameplay punkten können. So kann ich das Spiel nur echten Hardcore-Strategen ans Herz legen, die schon alles gewonnen haben. Und wirklich nur denen.
Grafik
55%
Sound
49%
Gameplay
56%
Steuerung
44%

Gesamtwertung

51%

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