Scarface

1939 0 1 24. September 2008
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Titel:Scarface - The World Is Yours (PS2)
EAN:3348542198944
System:PlayStation2
Label:Sierra

“Ich befehle es dir jetzt. Verschwinde!” – “Was ist? Du gibst mir einen Befehl!? Amigo, also die einzigen in dieser Welt, die mir einen Befehl geben sind meine Eier, hast du welche? Hast du Eier!?”. Ganz getreu dem Motto “Jeder Tag über der Erde ist ein guter Tag” beginnen auch wir unser Review zu “Scarface” mit passenden Zitaten zum gleichnamigen Film aus dem Jahre 1983. Toni Montana, die Rolle von Al Pacino, ist auch gleichzeitig die Haut in die man als Spieler schlüpft. Und danach heißt es: Blei pinkeln.

Ich hab 8 Killer mit Polizeimarken und wenn die zuschlagen, dann rauchts.

Radical Entertainment und Vivendi Games haben sich dem Filmtheme “Scarface” recht spät angenommen, wenn man bedenkt, dass schon fast ein Viertel Jahrhundert ins Lang gegangen ist, aber besser spät als nie präsentiert man uns nun auf der PS2 ein waschechtes Third-Person-Action-Spektakel, welches sich gewaschen hat. Der kubanische Einwanderer Toni Montana hat es geschafft sich die Verbrecherkarriereleiter hochzuarbeiten und wurde so zum einflussreichsten Gangster in ganz Miami. Im Film kostet ihn die Gier nach mehr zwar das Leben, um aber an die Geschichte im Film anknüpfen zu können, hat man die Story etwas modifiziert.

So durchlöchert man gleich zu Beginn des Spiels die eigene Villa und lässt beim Kampf gegen eine Heerschar von bezahlten Söldnern keinen Stein auf dem anderen. Während der Film hier ein Ende fand, beginnt das Spiel an dieser Stelle mit einer fulminanten Flucht. Zunächst muss man sich durch einen unterirdischen Gang zum Ausgang kämpfen, um sich anschließend im Freien einen Weg zum Fluchtwagen zu bahnen. Natürlich erwarten einen die feindlich gesinnten Gangster an jeder Ecke und so heisst es: “Kommt her! Ihr meint eure verdammten Kugeln können mir was anhaben?”

Lektion Zwei: Werd niemals high von deinem eigenen Zeug.

“High werden” ist aber ein gutes Stichwort, denn “Scarface” kann einen schon schnell in seinen Bann ziehen. Im Wesentlichen sind die Missionen sehr einfach gestrickt. Eine umfangreiche Inselgruppe kann zu Fuss, mit Autos und Booten erforscht werden. Die einzelnen Gebiete müssen dann eingenommen und später natürlich auch gegen Eindringlinge verteidigt werden. Hinzu kommt, dass Toni einen Hang zu Luxusartikeln hat, die man als Spieler gefälligst auch anzuhäufen hat, damit Herr Montana damit protzen kann. Und wenn die Polizei und diverse Kleinganoven anderer Gangs zu aufdringlich werden kann man sie mit Barem schmieren oder in diversen Minigames ruhigstellen. Das Ganze Gameplay erinnert somit recht stark an GTA, man bekommt diverse Aufträge, beschafft sich einen fahrbaren Untersatz und arbeitet sich mit erfüllten Missionen so langsam wieder hoch bis zur Spitze der Gangsterbosse.

Die Steuerung ist recht intuitiv gelöst, auch wenn man etwas Geduld und Übung braucht, bis sie in Herz und Blut übergegangen ist. Nettes Feature am Rand: Wenn man seine Gegner beim Beschuss ordentlich beschimpft füllt sich nach und nach die Wut-Anzeige und ist diese voll aufgeladen kann man sich seiner Wut im “Blinden Wut”-Modus entledigen, der einem Amoklauf (natürlich nur gegen seine Gegner) recht nahe kommt. Jeder Schuss ein Treffer und das Ganze im Ego-Shooter-Modus. Die komfortable Lock-On-Funktion erledigt das Zielen für einen, nur Abdrücken muss man immer noch selbst…

Grafik und Sound

Die Grafik von “Scarface” ist ziemlich detailiert und rangiert in 70er Regionen. Besonders die Bewegungsanimationen der Charaktere sind sehr gelungen, aber auch die Fahrzeuge und Umgebungen können sich (abgesehen von kleinere Clipping-Fehlern) durchaus sehen lassen. Auch die Art und Weise wie die Geschichte in den Zwischensequenzen weitererzählt wird baut eine sehr schöne Atmosphäre auf. Etwas weniger kantig hätten die Figuren aber schon sein dürfen…

Dafür punktet “Scarface” in der Soundwertung in hohen 90er Regionen. Das liegt natürlich zum Einen an der sagenhaften Synchronisation der Charaktere und an den gelungenen Soundeffekten von Passanten, Fahrzeugen und Gegenständen. Darüberhinaus kann auch der Soundtrack dank Titeln von Bands und Künstlern wie D12, Cypress Hill, Motorhead und anderen bekannten Rock, Pop, Soul und Hip-Hop Grössen klar überzeugen.

Fazit

"Scarface" ist anspruchsvoll, blutig und unterhaltsam. Allein die Synchronsprecher sind das Geld wert und auch das Gameplay kann überzeugen. Wer Tony Montana sein will, der darf jetzt üben. In diesem Sinne: "In diesem Land musst du zuerst Geld machen! Wenn du das Geld dann hast, bekommmst du die Macht. Und wenn du die Macht hast, bekommst du die Frauen!"
Grafik
77%
Sound
95%
Gameplay
90%
Steuerung
88%

Gesamtwertung

87%

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