Spieletest: Rogue Galaxy

1962 0 1 24. September 2008
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Titel:Rogue Galaxy
EAN:0711719642695
System:PlayStation2
USK:Freigegeben ab 12 Jahren
Label:Sony Computer Entertainment
Release:2007-09-05

Es tut sich was im Land der aufgehenden Sonne. Frisch für die PS2 erreicht ein weiteres Rollenspiel des Entwicklers Level 5 die europäischen Konsolenfreunde. Die Erwartungshaltung ist dabei recht gross, hat dieser Entwickler doch bereits erfolgreiche Spiele auf den Martk gebracht, darunter beispielsweise Dark Chronicles. Wer jetzt bei einer einfachen Namensübersetzung an irgendetwas Schurkisches denkt, liegt zwar nicht völlig falsch, wurde aber doch auf einen Holzweg geleitet. Held und Hauptdarsteller im Rollenspiel ist Jasper Rogue. Nicht ganz neu ist die Idee, dass ausser seinem Namen über ihn kaum etwas bekannt ist. Jaspers größter Wunsch ist daher recht verständlich. Er möchte weg von zu Hause und mehr über sich selbst herausfinden.

Ein Schiff, eine Crew und die Weite des Alls

Was bietet sich daher eher an, als auf dem nächsten Schiff in irgendeine Richtung anzuheuern ? Jasper erwischt, wie könnte es anders sein, ein Piratenschiff, ausgestattet mit der üblichen, schrullig liebenswerten Crew. Doch dann kommt auch langsam mal die Geschichte ins Rollen. Ein Schatz, ein Konzern und natürlich Jaspers Geschichte bilden die Rahmenhandlung. Abgespielt wird dabei ein Art Film mit Eingriffsmöglichkeiten. Da fehlt eigentlich nichts, skurrile NPCs, fiese aber meist ignorant blöde Gegnermassen sowie die eingestreuten Hauptgegner die uns jeweils ein Stückchen voranbringen.

Die Einzelaufgaben bilden insgesamt den Hauptplot, aber es mangelt nicht an Beschäftigungen um auch zahllose Nebenarme zu erkunden. Zu beginn wird man noch recht zahm am Händchen genommen und sozusagen in die Tiefe des RPG eingeführt. Später dann öffnet sich ein weites Feld von Betätigungen die wenig bis gar nichts mit der Story zu tun haben, nichtsdesto trotz aber unterhaltsam sind. Eigentlich wäre es eher klug darauf zu verzichten und sich nach geschätzten 4-5 Tagen durch den Hauptstrang zu arbeiten. Ja genau, das Ganze ist schon enorm gross. Wer wirklich alles ausprobiert und nichts auslassen wird, kann sich durchaus langfristig mit Rogue Galaxy beschäftigen.

Rollenspiel in gewohnter Form

Wie in eigentlich fast allen RPGs üblich startet unser Held in recht erbärmlicher Ausstattung mit mickrigen Kampffertigkeiten. Je nach Fortschritt in den Kämpfen werden unsere Erfahrungswerte aber immer besser, was sich in detailierten Verbesserungen sowohl der Figur selbst, wie auch seiner Ausrüstungsgegenstände niederschlägt. Überhaupt, Ausrüstungen. Im Spiel gibt es eine Menge Dinge die man finden kann. Viele dieser Dinge lassen sich nicht nur sinnvoll bei den Kämpfen einsetzten, sie sollten sogar tunlichst angewandt werden. Eine schöne Idee nebenbei. Man kann Dinge kombinieren um z.B. besondere Items zu erhalten. Dazu sucht man sich einfach zwei passenden Items aus und läßt sie vom Frosch zum Überitem zusammenbasteln. Eine nette Idee wurde von Diable übernommen. Jede Figur kann sich spezialisieren und einen entsprechenden Spezialbaum weiterverfolgen.

Das Kampfsystem von Rogue Galaxy mixt verschiedene Genrestile zu einem neuen. Da man dummerweise erst erfährt dass Gegner auftauchen wenn sie quasi vor einem stehen bleibt nicht viel als den Kampf anzunehmen. Weglaufen als Option scheidet aus. Der Bildschirm schaltet allerdings dann nicht in einen anderen Modus, sondern es bleibt alles in Echtzeit. Eine Art Arena um die Kontrahenten erscheint und los gehts. Nun wird wieder, wie im Stil eines rundenbasierten Systems eine Aktion gewählt, und diese ausgeführt. Die ?Aktionspunkte? werden dabei einem Konto abgezogen und müssen sich wieder regenerieren bis erneute Aktionen ausgeführt werden können. Das alles kann recht hektisch werden. Schade dass die computergesteuerten Mitspieler sich dabei ein wenig umständlich anstellen und solch grundlegende Dinge wie ?Ich solte mich mal wieder heilen? nicht von alleine ausführen können. Was bleibt ist eine Art rundenbasiertes Echtzeitgeprügel das einige Macken aufweist, aber trotzdem Spass macht.

Technik, die begeistert

Die Grafik von Rogue Galaxy ist zeitgemäß, stimmig und bunt. In Kurzform stellt sie in etwa genau das dar, was man von einem Fernost RPG erwarten konnte und durfte. Keine echte Innovation aber immerhin solide Technik. Der Sound ist passend und nicht überlastig. Eben ganz so wie aus vielen anderen ähnlichen Titeln bekannt. Nungut, es fehlt eine deutsche Sprachausgabe aber die englischen Originale sind meist eh besser. Die Untertitel verraten problemlos was gemeint war. Was das Spiel sicherlich heraushebt, ist die Gesamtatmosphäre. Irgendwie wird aus guter Grafik, gutem Sound, gutem Plot und guten NPCs und Gegnern ein sehr gutes Spiel. Wahrscheinlich macht sich hier das Fehlen vieler kleiner und grosser Macken bemerkbar so dass man als Spieler das erleben kann was sich der Designer evtl. vor langem mal vorgestellt hat.

Fazit

Ein überdurchschnittliches RPG im Japan-Fernost-Anime Style. Rogue Galaxy macht Spass und das auch noch ziemlich lange. Ãœber die wenigen Aussetzer wie schlechte Kampf-KI oder fehlende Ausweichmöglichkeiten im Kampf trösten die vielen positiven Dinge hinweg. Rogue Galaxy bedient sich vehement bei anderen Vertretern des Genre und schafft es insgesamt die vielen Rosinen einwandfrei zu einem Kuchen zusammenzubauen. RPG Freunde sollte definitiv mal einen Blick reinwerfen.
Grafik
83%
Sound
77%
Gameplay
85%
Steuerung
75%

Gesamtwertung

81%

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