Review: Yaga (PC)

194 0 6 23. Januar 2021
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Hack ‘n Slash bzw. Hack ‘n Slay-Spiele haben gewissen Vorteile. Man kommt schnell rein ins Spielgeschehen, auch bedarf es keiner langwierigen Erklärungen oder Rahmenhandlungen, sondern einfach nur starten, Hirn aus und sich durchmetzeln wie durch ein paniertes Schnitzel. Das Hack ‘n Slay “Yaga” vom rumänischen Indie-Entwickler “Breadcrumbs Interactive” bleibt dieser Grundidee des Spielprinzips zwar durchaus treu, entführt den Spieler jedoch in ein Reich der slawischen Mythologie, geprägt von Folklore und Hexerei.

Yaga

Unser Spieletest zu “Yaga” beginnt mit einer kleinen Zusammenfassung der Handlung: Als Spieler schlüpfst du in die Rolle von “Ivan”, einem einarmigen Schmied. Denkbar schlechte Voraussetzungen für diesen Berufszweig, aber Ivan ist sprichwörtlich vom Pech verfolgt. Bei einer Begegnung mit der böswilligen Hexe Licho (siehe dazu auch unser First-Look- bzw. Gameplay-Video zu “Yaga”) verliert er seinen Arm und wird auch fortan immer wieder vom Pech verfolgt. Ihr wisst schon: Schwerter, die er schmiedet zerbrechen, Wagenräder gehen kaputt und so weiter. Jahre später macht der regierende Zar ebenfalls die Bekanntschaft einer Hexe, die ihn quasi “verflucht” und mit der Prophezeiung konfrontiert, dass der größte Pechvogel des Reiches, den Zaren irgendwann in die Knie zwingen könnte. Der Pechvogel ist natürlich der arme Ivan, den nun von den Wachen festgenommen wird, aber der Zar gibt ihm noch eine Chance und so landest du dann auch unvermittelt in deiner ersten Quest des Spiels.

Soviel zu Geschichte des Spiels und man kann schon erkennen, dass Hexen, Flüche und insbesondere Pech und Glück eine große Rolle spielen. Dies wird auch im weiteren Spielgeschehen aufrecht erhalten, denn insbesondere das Pech steht als eine zentrale Charaktereigenschaft immer wieder im Mittelpunkt. So gilt es im Spiel eine ganze Reihe an Entscheidungen zu treffen und diese wiederum haben einen direkten Einfluss auf euren “Pech-Level”, insbesondere wenn du Entscheidungen triffst, die nicht im Einklang mit der Natur deiner Spielfigur stehen. Dies verleiht dem Spiel eine ordentliche Tiefe und gepaart mit der Tatsache, dass die Levels bei jedem Spieldurchgang unterschiedlich ausgestaltet sind, auch einen hohen Wiederspielwert. Beispielsweise sorgen allein die Talismane, magische Items, Segnungen, Vorteile und Flüche bei jedem Durchgang für neue Herausforderungen und müden letztlich auch in unterschiedliche Enden des Spiels.

Gameplay

Du merkst es schon: Gerade die Quests haben einen großen Einfluss auf die weitere Entwicklung des Spiels, ungeachtet dessen bleibt die Hack ‘n Slay-Action natürlich nicht auf der Strecke. Du beginnst mit einem einfachen Hammer, der sich aber schon nach kurzer Zeit ordentlich aufmotzen lässt. Nicht umsonst bist du Schmied, ne? So lässt sich der Hammer beispielsweise mit großen Stacheln versehen oder aber durch die Zugabe gewisser Materialien weiter in Richtung der Bösewichte schleudern. Gesteuert wird mit einer Kombination aus Maus und Tastatur, die an sich keine Fragen offen lässt. Von Seiten der Steuerung kommt man schnell ins Spiel und braucht nur ein wenig Übung, speziell beim Schleudern des Hammers oder beim Einsatz der Zugkette, aber dann läuft es quasi wie von selbst.

Spaßig ist insbesondere die Kombination aus Hack ‘n Slay, den zahlreichen Dialoge im Rahmen der Quests und die RPG-Elemente rund um das Hochleveln von Charakter und Waffen. Das alles macht “Yaga” zu einem durchaus fordernden Abenteuer, auch dank dreier Schwierigkeitsgrade, die sowohl ungeübte Spieler wie auch ausgewiesene Cracks ansprechen dürften. Die Hauptattraktion ist auf jeden Fall die Geschichte und die Atmosphäre des Spiels.

Grafik und Sound

Bei der Optik gibt es nichts auszusetzen. Oder etwas positiver formuliert: Die handgemalten Settings und die liebevollen Animationen der Hexen, buckliger Gegner und natürlich von Ivan selbst, sind sehr detailverliebt und verleihen dem Spiel einen einzigartigen Charme. Es sind handgezeichnete 2D-Kunstwerke, das kann man an dieser Stelle durchaus hervorheben. Im Pressetext zum Spiel heißt es: “Yaga ist ein authentischer Liebesbrief an Fabeln aus der Kindheit des rumänischen Indie-Entwicklers Breadcrumbs Interactive.” Das trifft den Nagel ziemlich auf den Kopf, denn genau diese Liebe zum Detail, erkennt man auch als neutraler Kenner der Szene vom ersten Moment an.

Angetan waren wir auch von Musik zum Spiel, eine Mischung aus traditioneller Balkan-Folkmusik und moderneren Remixen und Elementen. Das kommt nicht von ungefähr, denn verantwortlich für den rumänischen Hip-Hop-Soundtrack ist die Combo Subcarpați, eine rumänische Hip-Hop-Band aus Bukarest, die uns zwar nicht bekannt waren, aber einen großen Anteil am Charme des Spiels haben. Der Band gelingt es, populäre Motive, die spezifisch für die rumänische Volksmusik sind, neu zu interpretieren. Das kann sich hören lassen.

Fazit

"Yaga" ist wegen seiner Liebeserklärung an das slawische Märchen von Baba Yaga ein ganz besonderes Spiel. Die Detailverliebtheit der Entwickler ist an vielen Elementen des Spiels zu spüren und wer sich dem Charme des Abenteuers einmal hingibt und vielleicht ein klein wenig in die zugrundeliegende Fabelwelt eintaucht, wird mit einem unterhaltsamen und vielschichtigen Spielerlebnis belohnt. Natürlich hat "Yaga" damit eine Nische gefunden und besetzt, wer sich aber daran nicht stört und dem Spiel eine Chance gibt, wird nicht enttäuscht.
Grafik
85%
Sound
85%
Gameplay
78%
Steuerung
81%

Gesamtwertung

82%

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