Review: TrackDayR

726 0 5 31. März 2021
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Die Motorrad-Rennsimulation “TrackDayR” macht bereits in der Beschreibung auf Steam klar, worum es bei dem Spiel eigentlich geht: “Der Motorrad-Fahrsimulator, der darauf abzielt, die Gefühle eines Trackdays zu reproduzieren.” Mit anderen Worten: Das Spiel versucht erst gar nicht zu wirken wie “MotoGP” oder die “Ride”-Serie, die sicherlich in dasselbe Genre fallen. Stattdessen will sich “TrackDayR” ganz gezielt von anderen Games derselben Schublade absetzen und das natürlich mit Vollgas. Ob das gelingt, finden wir jetzt gemeinsam heraus.

TrackDayR

Eines muss man in jedem Falle vorneweg sagen: “TrackDayR” ist noch im Early Access-Stadium. Hier entwickelt ein kleines Team von selbständigen Entwicklern unter dem Label “MadCow” an einem ehrgeizigen Projekt, denn man hat sich augenscheinlich einiges vorgenommen. Zitat:

“Wir wollen die Benchmark im Bereich der Motorradfahrsimulatorenspielen werden und wir wollen den Spielern das bestmögliche Gefühl vermitteln, als sie ein echtes Motorrad fahren würden. […] TrackDayR wird der Maßstab für Motorrad-Simulationen sein und das beste Motorrad-Erlebnis, das es je in einem Videospiel gab, nachbilden.”

Habe ich eigentlich erwähnt, dass ich einen Motorrad-Führerschein habe und früher sehr gerne und viel mit meiner Ducati rumgefahren bin? Eigentlich bin ich damit ja quasi prädestiniert als Tester. Wie dem auch sei: Entsprechend dem aktuellen Entwicklungsstand der vorliegenden Early-Access-Version ist das, was wir heute hier rezensieren, sicherlich als eine Art “Zwischentest” zu sehen, aber dennoch ist es sicherlich interessant jetzt schon einen ersten Blick auf den derzeitigen Stand des Spiels zu werfen, da es nun auch bereits käuflich erworben werden kann. Vielleicht werden wir zu gegebener Zeit, also in rund einem Jahr, nochmals nachschauen, wie es um die Entwicklung des Spiels steht. Damit genug der einleitenden Worte: Ab jetzt nur noch Vollgas.

Die ersten Runden

Wie man auch in unserem Gameplay-Video zu “TrackDayR” sehen kann, hat das Spiel jetzt schon einiges zu bieten. Klar ist aber auch, dass an vielen Stellen noch Inhalte fehlen. Das Spiel bietet derzeit die Spielmodi “TrackDayR” und “TimeAttackR” an, also zum einen die besagte Simulation eines Trackdays und zum anderen ein Zeitfahren, wobei dieses gegen reale Spieler aus einer Highscoreliste samt Ghostdriver stattfindet. Zwei weitere Spielmodi deutet die aktuelle Version 1.0.79.31 bereits an: “Race” und “MultiplayeR” fehlen derzeit noch und bleiben ausgegraut, aber man merkt bereits in welche Richtung das Spiel hier gehen wird.

Die Entwickler sind fleißig am Basteln
Die Einstellungsmöglichkeiten des Fahrers sind momentan noch sehr spartanisch: Neben einem Nickname und Shortname, kann nur noch eine Rennnummer ausgewählt – das wars. Kein Helmdesign, keine Lederkombi, keine Auswahl von Lackierungen für das eigene Moped oder gar einen Designer für Character oder eben das Bike. Das könnte alles noch kommen, aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es nichts von alledem. Auswählen kann man aber immerhin die Art des fahrbaren Untersatzes. Neben “10 Inch”-Bikes, also Miniatur-Motorrädern und Rollern, stehen derzeit auch 12-Inch-Motocross-Maschinen und eine 600cmm-Rennmaschine zur Auswahl. Dass die Entwickler fleißig am Basteln sind, zeigt sich auch daran, dass zwischen erstem Gameplay-Video und diesem Review ein weiterer Bereich “MOD” hinzugekommen ist. Hier wird es in Zukunft hoffentlich noch selbstentworfene Bikes der Community zu bestaunen geben, das wäre offen gesagt auch eine geniale Sache und würde dem Spiel sicherlich weiterhelfen.

…etwas über das Ziel hinausgeschossen…
In Sachen Racing möchte ich eine Sache sagen: In den Optionen sollte man “Smooth Input Mode” und “Frontbrake help” unbedingt aktivieren. Das Spiel hat zwar wie geschildert den Anspruch ein möglichst realistisches Fahrverhalten nachzustellen und will “das beste Motorrad-Erlebnis, das es je in einem Videospiel gab nachbilden”, aber ohne die beiden Optionen, die standardgemäß deaktiviert sind, wird man diesem Anspruch in meinen Augen nicht gerecht. Während sich das Spiel mit den beiden aktivierten Optionen ordentlich spielen lässt, ist das Gameplay ohne Bremshilfe und sanfte Bedienung nicht nur “kaum spielbar”, sondern hat mit der Realität einfach auch nichts mehr zu tun. Das ist man in meinen Augen doch etwas über das Ziel hinausgeschossen.

Lobenswert ist in jedem Falle die Optik, denn rein von der Präsentation während der Fahrt, kann “TrackDayR” durchaus überzeugen. Zwar wären noch mehr Details am Streckenrand wünschenswert, dennoch kann das Spiel hier durchaus punkten. Interessant ist auch die Idee, dass man nach einem Sturz nicht einfach wieder vom Rechner auf den Sattel gesetzt wird, sondern man sich als Spieler aufrappeln, zum Motorrad sprinten, dieses wieder aufrichten und erneut losstarten muss. Das ist ein wirklich guter Ansatz, der hoffentlich in dieser Form beibehalten wird. Gerade in Multiplayer-Partien könnte dies ein sehr interessantes Momentum sein. Soundtechnisch wird vor allem der Sound der Auspuffanlagen geboten, auch hier benötigt das Spiel aber noch etwas Feintuning. Die Steuerung mit dem Gamepad funktioniert ohne Probleme, allerdings sind die Lenkbewegungen ohne den besagten “Smooth Input Mode” unrealistisch und nicht gerade förderlich für den Spielspaß.

Fazit

"TrackDayR" ist in der vorliegenden Version ein interessantes Spiel mit einer guten Basis für weitere Entwicklungen, allerdings benötigt das Game an vielen Stellen noch ordentlich Feinschliff. Angefangen bei den Optionen, über den Sound bis hin zum Gameplay gibt es noch einiges zu tun. Die Early Access-Phase soll nach Angaben des Herstellers rund 12 Monate dauern - wir drücken die Daumen, dass man in dieser Zeit gute Fortschritte machen kann.


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