Ratropolis (PC)

416 0 3 13. Januar 2021
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Hast du nicht schon immer mal davon geträumt in die Haut einer Ratte zu schlüpfen? Sich als Nagetier zu versuchen, so mit richtig fett Käse und unzähligen Artgenossen, die sich nicht mehr marodierend durch den Untergrund der Stadt nagen, sondern sich stattdessen aufschwingen eine eigene City zu gründen? Ein Imperium der Nagetiere wäre jetzt auch für dich möglich: Mit “Ratropolis” von Entwickler und Publisher Cassel Games. Das Game ist am 22. Dezember 2020 bei Steam erschienen und wir haben uns drangemacht uns einen eigenen Kleintierzoo zu erschaffen…

Auf sie mit Gefiepe!

Das Spielprinzip von Ratropolis ist interessant und durchaus sehenswert. Das Spiel vereint Roguelite, Tower Defense, City-Building und Deck-Building in einem Game, was speziell zu Beginn ein bisschen viel sein kann. Glücklicherweise führt einen ein kleines Tutorial zunächst mal in die Grundzüge des Spiels ein. Wagen wir mal einen Versuch zu beschreiben, worum es im Kern geht. Du bist so eine Art “Bürgermeister” eines kleinen Rattendorfs und kannst dieses durch ausgespielte Karten, die du vom Deck ziehen kannst stets ein bisschen weiter ausbauen. Insgesamt gibt es 500 (!) unterschiedliche Kartenarten, was schon an diesem Punkt der Beschreibung zeigt, dass man eine ganze Menge Spielspaß aus dem Game herausholen kann. Es gilt zunächst eine Klasse auszuwählen in der du antreten willst, also ob du beispielsweise eher ein Wirtschaftsboss bist, der gut verhandeln kann oder eher eine kriegerische Feldherren-Ratte, die sich natürlich insbesondere mit der Kriegskunst ganz besonders gut auskennt.

Du ahnst es schon: Kriegerische Akte stehen bei “Ratropolis” auch schon sehr bald an, denn jetzt kommen wir zum Tower Defense-Aspekt des Spiels. Die Gegner, zunächst nur kleines Ungetier, später Wiesel und noch später dann wirklich furchteinflößende Monster, strömen in Wellen heran. Also gilt es die Außengrenzen der Stadt zu sichern, mit Wachen, Bogenschützen und Wachtürmen. Das Militär wiederum benötigt Unterkünfte, also musst du Häuser bauen. Mehr Einwohner bringen mehr Steuern, allerdings wollen die hungrigen Mäuler auch gestopft werden, also brauchst du Käse und später auch Farmen. Du siehst, das Spielgeschehen entwickelt sich rasch, die Komplexität der Zusammenhänge geht zwar mit einer steilen Lernkurve einher, dennoch sorgen die Vielzahl an Karten, die sechs unterschiedlichen Klassen und natürlich der Stress, wenn der Gegner gerade die Tore der Stadt anzündet, für reichlich Action. Das sieht auch schön an unserem Lets Play-Video – da geht es schon bald ordentlich zur Sache.

Charmant

Spielerisch macht das Game eine sehr gute Figur – das Ausspielen der Karten gestaltet sich einfach, die Zusammenhänge sind zwar vielfältig, aber niemals zuviel des Guten. Dementsprechend ist die Steuerung mit der Maus auch weitestgehend problemfrei. Hier und da “zucken” die Kartenstapel mal unangenehm hervor, aber das kriegt man schnell in den Griff. Auch das horizontale Scrollen über das Stadtgebiet funktioniert einwandfrei.

Sehr charmant ist die grafische Aufmachung. Das Spiel stellt sich als zweidimensionale Ansicht der Stadt dar, die Ratten und auch die Gegner sind liebevoll animiert und es gibt eigentlich immer etwas zu sehen. Hier und da ist die Darstellung derart detailverliebt, dass da für den Betrachter doch einiges “herumsteht” – anders ausgedrückt: Man verliert gelegentlich mal den Überblick, weil die Objekte im Vordergrund mit der Darstellung im Hintergrund ziemlich verschmelzen. Letztlich aber tut dies dem Spielspaß keinen Abbruch.

Die Hintergrundmusik passt zum Spielgeschehen, ist dabei aber niemals nervig oder aufdringlich, sondern ergänzt das Spiel atmosphärisch gekonnt. Auch die Soundeffekte betten sich wohltuend in dieses Orchester ein – das passt.

Fazit

Heinrich Heine hat einmal folgendes gesagt: Es gibt zwei Sorten Ratten: Die hungrigen und satten. "Ratropolis" lädt dazu ein, beide Sorten kennenzulernen in einem gelungenen Mix aus Roguelite, Tower Defense, City-Building und Deck-Building. Eines steht fest: Das Spiel bietet stundenlangen Spielspaß und Freunde des Genres werden tief eintauchen müssen, um siegreich aus den Schlachten hervorzugehen. Für Unterhaltung und eine echte Herausforderung ist also gleichermaßen gesorgt.
Grafik
83%
Sound
85%
Gameplay
80%
Steuerung
80%

Gesamtwertung

82%

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