Review: Learning Factory

538 0 3 5. März 2021
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“Learning Factory” ist ein ganz besonderes Spiel. Und dies wird dementsprechend zu einem ganz besonderen Review. Denn in diesem Spieletest zu “Learning Factory” dürfen wir euch erklären, wie es das Fabrik-Automatisierungsspiel rund um Katzen und maschinelles Lernen geschafft hat, trotz eher durchschnittlicher technischer Eckdaten auf eine Gesamtwertung von satten 80 Punkten zu kommen. In diesem Sinne: Lets Miau!

Learning Factory

Paradies für Stubentiger
Du hast richtig gehört: In “Learning Factory” geht es zentral um Katzen, denn die Samtpfoten werden im Verlauf des Spiels sozusagen deine Kundschaft sein. Über eine kleine Vorgeschichte wirst du zunächst ins Spiel eingeführt und findest dich schnell an den Pforten des ehemaligen Industriegeländes von Kotovod wieder. Dein Plan ist es, dieses heruntergekommene Ödland in eine florierende Fabrik- und Verkaufsstadt für Katzen aus aller Welt zu verwandeln. Sozusagen ein Paradies für Stubentiger.

Alles, was das Leben der Schnurhaare schöner macht.
Genretypisch beginnt es zunächst ganz im Kleinen: Deinen ersten “Fixed Price Shop”, also einen Laden, bei dem alle Produkte dasselbe kosten, hast du von Beginn an und auch ein “Cat Gate”, also sozusagen das “Stargate der Katzen” ist bereits damit verbunden. Damit die strömen die Vierbeiner in deinen Laden und wollen nun Dinge kaufen, die Katzen eben gerne haben: Wollknäuel, Fisch, Kartons, Krallenschärfer. Kurzum: Alles, was das Leben der Schnurhaare schöner macht. In einem kleinen Tutorial wird dir zunächst erklärt, wie du die Grundlagen meistern kannst. Als erstes gilt es beispielsweise eine Baumwoll-Sammel-Maschine zu erforschen, diese dann mit herumliegenden Metallresten zu bauen, um so mit der Baumwolle ein wichtiges Grundmaterial für künftige Kassenschlager herzustellen. Danach folgt die Erforschung der Garnknäuel-Maschine (Yarn Ball Maker), um damit den Verkaufshit schlechthin zu bauen: Garnknäuel.
Um dir einen umfassenden Einblick ins Spiel zu gönnen, schau dir gerne unser ebenso umfassendes Lets Play zu “Learning Factory” an.

Es ist zum Mäusemelken.
Natürlich kommen alsbald dann auch die ersten Probleme auf, denn um die Güter von A nach B zu bringen, muss man ein entsprechendes Transportsystem errichten. Dieses wiederum funktioniert wie ein Schienennetz und man tut gut daran sich grundlegende Gedanken zu machen wie man dieses Transportnetzwerk aufbaut, denn kommt der Nachschub an Grundmaterialien oder auch der finalen Produkte zum Erliegen, gibt es im Laden entsprechend auch nichts mehr zu kaufen. Das klingt im ersten Moment noch recht einfach, doch je tiefer man in die Spiel einsteigt, umso umfangreicher werden die Optionen und auch die Anzahl der Produkte, die man zum Kauf anbieten kann, steigert sich stetig – mit entsprechenden Auswirkungen auf unser Transportnetzwerk. So kommt es nicht selten vor, dass man etwas baut, was man später wieder umbauen möchte, weil man glaubt eine noch elegantere Methode gefunden zu haben – es ist zum Mäusemelken.

Ein Produktarsenal für Mietzis.
Mit der Zeit kommen immer mehr Katzen in deinen Store und jede Katze will etwas anderes. Das alles, kannst du in einem Store nicht mehr abbilden, also musst du mehrere Stores aufbauen und die Katzen vorsortieren, quasi erst in den richtigen Store lenken, je nachdem welches Produkt die Mietzis haben wollen. Dazu gibt es wiederum “Cat Sorter”, diverse “Manipulatoren” und so weiter. Du merkst schon: Da steckt einiges unter der Haube und eine Sache kommt noch dazu:

Kätzliche Intelligenz

Katzen und Maschinelles Lernen?
Neben den Katzen spielt nämlich ein weiterer Aspekt eine große Rolle, nämlich das maschinelle Lernen. Maschinelles Lernen beschreibt im Allgemeinen die „künstliche“ Generierung von Wissen aus Erfahrung. Ein künstliches System, wie beispielsweise unser schönes Kotovod, lernt dabei aus den Prozessen und kann diese nach Beendigung der Lernphase verallgemeinern. Dazu bauen Algorithmen beim maschinellen Lernen ein statistisches Modell auf, das auf Trainingsdaten beruht. Und genau diese Grundprinzipien des “Machine Learning”, sollen nun auch in unserer kleinen Fabrik zum Einsatz kommen. Dazu liegt bereits ein Glasfaserkabel von der Sphinx zum ersten Shop bereit und nun gilt es mit entsprechenden Rechenzentren und Datenspeichern die Verkaufszahlen auszuwerten. Fortan können wir also nicht nur einen “Fixed Price Store” errichten, sondern dann auch einen superschlauen “Smart Cat Store” der quasi mit übermenschlicher Intelligenz den Samtpfoten versucht den maximal möglichen Preis aus der Tasche zu ziehen.

Für dich bedeutet dies konkret, dass Du in dieser Phase des Spiels insbesondere die Analyse des Kaufverhaltens deiner Kundschaft beachten und auch immer mehr in den Bann deines Herstellungs- und Transportsystems gezogen wirst. Uns jedenfalls ist es so gegangen, denn je länger wir uns damit beschäftigt haben, umso mehr wollten wir unbedingt erreichen, dass die Prozesse gut laufen.

…irrsinnige Komplexität und Spielspaß für unzählige Stunden…
Die Forschung spielt hierbei eine entscheidende Rolle und der Forschungsbaum hat eine ungeheure Tiefe. Das Spiel befindet sich derzeit noch im Early Access und lässt in dieser Phase nur nach und nach Zugriff auf weitere Forschungsgebiete zu, aber wenn der Hersteller Luden.io wirklich alle Felder mit Fragezeichen noch mit Leben füllt, ahnen wir, dass das Spiel noch eine irrsinnige Komplexität und Spielspaß für unzählige Stunden bereithält.

Fazit

"Learning Factory" ist ein ziemlich verrücktes Spielerlebnis: Man kann nicht verlieren, man kann nicht sterben, selbst wenn alle Transportketten unterbrochen sind, endet das Spiel niemals. Optik und Sound sind eher durchschnittlich, die Steuerung ist manchmal zum Schnurrhaare ausreißen. Das Wichtigste aber - der Spielspaß - der stimmt. Für alle Freunde von ähnlich gelagerten Automatisierungsspielen ist "Learning Factory" auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

Gesamtwertung

80%

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