Review: Frozenheim

362 0 3 20. Mai 2021
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Im Spielesektor hat man derzeit ein bisschen den Eindruck, dass wenn man nur einen Wikinger auf dem Cover abbildet oder auch nur ein Verweis auf Walhalla unterbringen kann, voll im Trend liegt. Tatsächlich haben Spielen wie “Valheim” oder “Assassin’s Creed Valhalla” einen echten Hype ausgelöst, aber auch Spiele wie “Jotun: Valhalla Edition” und “For Honor” haben diesen Trend schon früher eine Plattform gegeben. “Frozenheim” wiederum geht nun einen leicht anderen Weg, schlägt aber grundsätzlich in dieselbe Kerbe. In diesem Sinne: Für Walhaallllllaaaaaaaa!

Frozenheim

In der Beschreibung zu “Frozenheim” heißt es unterstreichend: “Es ist die Zeit der Wikinger-Sagas.” So scheint es und so verlegt “Frozenheim” das Setting für eine Aufbausimulation mit Strategieelementen in das Reich von Odin und den Mythen jener Zeit. Direkt nach dem Spielstart landet man in einer Art Tutorial, welches dem geneigten Hobby-Wikinger erstmal die Grundzüge des Spiels näherbringt. Ein echtes Tutorial ist es jedoch nicht, was wir persönlich etwas schade finden, denn es soll ja auch noch Jung-Wikinger geben, die eventuell vergleichbare Spiele so noch nicht gespielt haben. Ungeachtet dessen geht es zumindest für geübte Spieler durchaus schnell vorwärts, die Steuerung ist in dieser Hinsicht zum einen gut gelungen, zum anderen ähnelt sie anderen Genrevertretern durchaus.

Die Storyline liest sich wie folgt:
Eine Blutfehde zerreißt dein Vaterland. Du wirst aus den Ländern deiner Vorfahren verbannt und bist fortan dazu verdammt, ein neues Zuhause für dich und deine Getreuen zu suchen. Die Hoffnungen deines Klans liegen auf dir, während der Winter immer näher rückt. Der Aufbau einer Siedlung ist keine einfache Aufgabe, aber sie ist nichts im Vergleich zur Herausforderung, deine Leute vor Kälte, Hunger und Feinden zu schützen. Wirst du ein mächtiger Jarl werden, der seine eigene Saga über Eroberungen und Siege schreiben wird?

Im Wandel der Jahreszeiten…
Ein besonderes Augenmerk legt “Frozenheim” offensichtlich auf die Optik des Spiels. Sofort wird vielen auffallen, dass hier die Jahreszeiten eine ganz besondere Rolle spielen. Während das sichtbare Spielfeld im Sommer gut sichtbar und in satten Grüntönen daherkommt, wird es im Winter auch im vituellen hohen Norden wirklich frisch am Bildschirm. Denn während euer Wikinger-Dorf regelrecht eingeschneit wird und auch eure Bewohner Bahnen im Tiefschnee hinterlassen, friert euch auch der Bildschirm allmählich zu. Im Herbst wiederum behindern Regenschauer die Sicht und die Szenerie ist dunkel und düster – wie der Herbst eben so ist. Das ist ungemein schick, geht uns aber stellenweise dann doch zu weit. Das könnte sich aber im Rahmen der aktuellen Early Access-Phase aber noch ändern, denn immerhin ist das Team von Entwickler Paranoid Interactive und Publisher Hyperstrange wild entschlossen uns die bestmögliche Wikinger-Erfahrung zu bieten…
Wir glauben, dass das Feedback der Community unsere wichtigste Ressource ist, um Frozenheim zu einem großartigen Spiel zu machen. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, die Spieler so früh wie möglich in die Entwicklung des Spiels einzubeziehen. Deshalb ist das, was die Nutzer für den speziellen, niedrigen Early-Adopter-Preis bekommen, noch etwas eingeschränkt und es können noch einige Bugs auftreten. Das Spiel wird jedoch schnell wachsen und an Feinschliff gewinnen, indem es unserem monatlichen Update-Plan folgt – sagt Wojtek Mroczek, Chief of Publishing bei Hyperstrange.

…interessanter Mix aus Wirtschaftssimulation und Echtzeit-Strategie…
Spielerisch erwartet uns ein durchaus interessanter Mix aus Wirtschaftssimulation und Echtzeit-Strategie. Natürlich geht es zunächst darum ein Wikingerdorf zu bauen und mit der Zeit zu erweitern. Dabei sind natürlich auch die Ressourcen hilfreich, die zu finden und abzubauen gilt. Eine Reihe von Hinweisbildschirmen leiten uns durch das Spiel, die Zusammenhänge werden auf diese Weise (auch ohne Tutorial) recht schnell klar. Nahrung suchen, jagen, Fische fangen, Ackerbau betreiben – das ist alles nicht grundsätzlich neu, aber “Frozenheim” macht seine Sache dennoch sehr gut. Ein Highlight ist mit Sicherheit die Exkursion mit den Wikingerschiffen und diese führen uns auch gleichzeitig zu ersten kriegerischen Auseinandersetzungen.

Bis dahin haben wir nämlich auch schon an Land den einen oder anderen Feindkontakt gehabt. Wohl dem, der zuvor im Trainingscamp seine Einheiten zu heroischen Kämpfern ausgebildet hat und mit einer gewissen Truppenstärke nun den Kontrahenten gegenübersteht. Ihr seht schon: Hier und da erinnert das Spiel durchaus beispielsweise an “Age of Empires” und natürlich auch an “Northgard”, dennoch gelingt es dem Titel sich gleichzeitig wohltuend abzusetzen – sei es durch seinen grundsätzlichen Mix zweier Genres oder aber dann eben optisch.

Wasser in den Wein…
Einen Kritikpunkt müssen wir am Ende dann doch noch loswerden: Die Steuerung. Während uns das Spiel sowohl grafisch wie auch mit einem sagenhaften Soundtrack überzeugen konnte, lässt das Spiel leider im Bereich der Steuerung Punkte liegen. Dies liegt insbesondere daran, dass die Steuerung mit den WASD-Tasten teilweise überraschend “aggressiv” ist und man so schnell mit der Perspektive irgendwo mitten im Wald oder in einer Felswand steht. Aber auch die Steuerung mit der Maus macht nicht immer eine glückliche Figur. Beispielsweise ist es uns in den Tests häufiger mal passiert, dass wir uns stufenlos und sehenswert nah heranzoomen konnten, dann aber konnten wir diese Einstellung plötzlich nicht mehr ohne Weiteres rückgängig machen. In den ersten Spielstunden mag dies noch verzeihbar sein, aber in einer hitzigen Schlacht will man als Wikinger-Feldherr nicht wegen ein paar technischen Problemen die Segel streichen müssen. Hier hoffen wir auf Besserung, die ein Spielgefühl wie bei anderen Genrevertretern auslöst.

Fazit

"Frozenheim" ist für uns ein Wikinger-Abenteuer, dass sich Genrefans nicht entgehen lassen sollten. In unseren Augen leidet das Spiel zwar noch an gewissen "Macken", aber wir sind uns sicher, dass die Entwickler Wort halten und dem Spiel im Rahmen der Early Access-Phase noch ordentlich Feinschliff geben werden. Wenn man sich unsere Bewertung ansieht wird so auch schnell deutlich, dass das Game noch viel Potential hat sich punktetechnisch zu steigern. Bis dahin jedoch sind 83 Punkte ein hervorragendes Ergebnis und wir werden das Spiel ggf. zu einem späteren Zeitpunkt nochmals genauer unter die Lupe nehmen.
Grafik
85%
Sound
94%
Gameplay
83%
Steuerung
71%

Gesamtwertung

83%

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