Review: Find yourself

435 0 4 10. März 2021
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Das psychologische Horrorspiel “Find yourself”, welches seit Ende Februar diesen Jahres auf Steam erhältlich ist, verspricht vor allem eines: Den blanken Horror. Dementsprechend versucht dieser Schlüpfersprenger aus dem Hause EMIKA_GAMES alles, um den geneigten Spieler in Angst und Schrecken zu versetzen. Das habe ich mir natürlich nicht zweimal sagen lassen und versucht herauszufinden, was da los ist mit dieser angeblich so beängstigenden U-Bahn-Simulation. So schlimm kann es ja gar nicht sein – okay, vielleicht doch. Werfen wir gemeinsam einen Blick auf “Find yourself”…

Find yourself

Kommen wir zunächst zur Hintergrundgeschichte des Spiels, denn das geht diesmal vergleichsweise schnell, da zu Spielbeginn noch nicht so viel bekannt ist. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines zunächst namenlosen Charakters, der sich in einer ziemlich verlassenen U-Bahn-Station wiederfindet. Etwas Klarheit bringt lediglich die Produktbeschreibung auf Steam: “Die Hauptfigur leidet an einer Belastungsstörung, die durch seine Besonderheit verursacht wird – er kann sich von seinem Körper trennen und sich in die Astralwelt begeben. Er hat einige Phobien entwickelt, mit denen er gelernt hat, umzugehen. Aber eine Kombination von Umständen zwingt die Hauptfigur dazu, in die U-Bahn hinabzusteigen, und dort wird er seinen Ängsten wieder von Angesicht zu Angesicht begegnen.”

Einmal im Spiel lernen wir schnell uns zu bewegen, umzuschauen und Dinge in die Hand zu nehmen. Von besonderer Bedeutung ist die Funktion des Zoomens, im Sinne von “etwas ganz genau anschauen”. Das Spiel verlangt fortan von uns, dass wir bestimmte Dinge tun, beispielsweise Notizen aufsammeln oder auch nur den Versuch wagen eine verschlossene Tür aufzumachen. Jede dieser Aktionen löst wiederum neue Dinge aus, beispielsweise erscheinen Gegenstände aus dem Nichts, die wiederum zu neuen Handlungsmöglichkeiten führen. Hier spielt das bereits erwähnte Zoomen immer wieder eine zentrale Rolle.

Da sich die notwendigen Aktionen und deren Reihenfolge nicht immer von selbst erklären, muss man sich schon so den einen oder anderen Gedanken machen und sich etwas konzentrieren. Und kaum ist man so richtig ins Spiel eingetaucht, kommt er: Der Schrecken. Da denkt man an nichts Böses und obwohl man genau weiß, welche Art von Game man gerade spielt, macht man sich ganz offiziell ins Höschen. “Find yourself” gelingt es dabei wirklich ausgesprochen gut, den Spieler immer wieder ins Gameplay hineinzuziehen, um ihn dann im nächsten Moment in blankes Entsetzen zu bringen. Die Schockmomente sind gelungen, die Rätsel sind vom Schwierigkeitsgrad her gerade richtig.

Grafisch ist das Spiel solide gemacht, wobei uns lediglich die Darstellung der teilweise sehr gruseligen Personen und Charaktere nicht so ganz überzeugen konnte. Dafür ist das Spiel insbesondere im Bereich der optischen Atmosphäre sehr, sehr gelungen. Beispielsweise die Szene in der U-Bahn in der androgyne Schaufensterpuppen mit blutenden Augen herumstehen und den Weg versperren – großartig. Ebenfalls “großartig” ist die gesamte Soundkulisse. Das hinterlistige Lachen des Clowns, die Geräusche des Monsters unter dem Bett oder auch die vielen indifferenten Sounds, die in der U-Bahn um einen herum erklingen, tragen ihren Teil zu einer sehr gruseligen Atmosphäre bei. Musikalisch hält sich das Spiel eher etwas zurück, was mich jedoch nicht gestört hat.

Fazit

"Find yourself" lehrt einen das Fürchten - im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Horrorspiel, das eher nichts für schwache Nerven ist und dabei erfreulicherweise ohne literweise Blut auskommt, sondern uns allein durch das Gameplay und die unheilvolle Stimmung die Gänsehaut auf die Arschbacken zaubert. Prädikat: Schauderhaft!
Grafik
80%
Sound
89%
Gameplay
90%
Steuerung
81%

Gesamtwertung

85%

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