Ratchet & Clank – Size Matters

1219 0 0 24. September 2008
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Eigentlich wollten sich die Weltraum-Abenteuerer Ratchet und Clank von ihren anstrengenden Heldentaten der letzten Reise erholen und fliegen zum intergalaktischen Urlaubsort Pokitaru. Zufällig befindet sich dort die junge Luna. Sie ist auf der Suche nach Hilfe für ihren Aufsatz über Helden und bittet den großen Ratchet um ein paar Fotos im Kampf mit feindlichen Robotern, die sie auf der Insel gesehen hat. Ratchet kommt der Bitte nach, posiert heldenhaft und muss schließlich zusehen, wie Luna von den Gegnern entführt wird und sie ein geheimnisvolles Objekt fallen lässt. Beim Verfolgen der mysteriösen Spur erfahren Ratchet und Clank von einer Bedrohung des Universums. So muss nicht nur die sensationsgierige Luna, sondern gleich das ganze Weltall gerettet werden. Die Geschichte wird über Zwischensequenzen erzählt. Die sehen toll aus und beinhalten eine Menge Humor.

Im Urlaub die Welt retten

Der Spieler schlüpft zu Beginn in Ratchets Rolle sobald dieser zu besagtem Fotoshooting eingeladen wird. Bei den ersten einfachen Kämpfen wird die Steuerung spielend leicht erlernt. Das Umherlaufen macht sofort Spaß und man gewöhnt sich schnell an die Grundlagen der Steuerung. Mit dem Analogstick kann Ratchet in alle Richtungen laufen, das Steuerkreuz ist für das seitliche Gehen verantwortlich. Springen kann Ratchet auch. Mit seinem kleinen Propeller überwindet er sogar kurze Strecken im langsamen Sinkflug. Der Propeller gehört zu Roboter Clank. Der blecherne Kamerad klammert sich an Ratchets Rücken und begleitet ihn so auf der weiten Reise. Nach einer Weile darf der Spieler Clank sogar selbst steuern. Ihm wird von kleinen Robotern geholfen, denen man Befehle wie Folgen, Warten oder Angreifen geben kann. Die Kamera kann man mit Hilfe der beiden Schultertasten um die Spielfiguren herumfahren. Immer wieder sucht sich die Kamera eigene Wege aus und muss per Knopfdruck justiert werden. Besonders bei Jump ‘n’ Runs ist eine unübersichtliche Kameraführung nichts Neues und Ratchet & Clank bildet da keine Ausnahme.

Das Leveldesign von Ratchet & Clank ist hauptsächlich linear und es gibt nur selten kleine Abzweigungen in den Levels. Es ist immer klar, wohin man Ratchet als nächstes führen muss, um voran zu kommen. Im Level findet man überall Kisten, die Bolts (Geld) und andere Boni enthalten. Bolts bekommt man auch von vernichteten Gegnern. Grafisch haben die Level Einiges zu bieten: Lockere Strandwelten, phantasievolle Planeten und mehr erwarten den Spieler auf der leider etwas kurzen Reise. Wer pro Tag ein bis zwei Stunden spielt, wird Ratchet & Clank innerhalb einer Woche durch haben. Bei aller Kürze darf man den Titel nicht unterschätzen, denn der Schwierigkeitsgrad steigt schnell an und fordert zu immer längerer Spielzeit heraus. Unfair ist das Spiel aber nicht. Schwierig ist es, für die vielen Situationen die richtigen Waffen und Taktiken zu überlegen.

KommÂ’ mit mir ins AbenteuerlandÂ…

Für explosive Kämpfe trägt Ratchet ein ansehnliches Waffenarsenal bei sich. Als Grundwaffe dient ein großer Schraubenschlüssel, der keine Munition braucht, dafür aber nur im Nahkampf und mit kleiner Wirkung einsetzbar ist. Die wirkungsvolleren der über zehn Waffen erhält der Spieler im Laufe der Zeit. Durch Waffenupgrades wird den Wummen hin und wieder neuer Glanz verliehen. Da die Munition nicht in übermäßiger Fülle herumliegt, ist überlegtes Zielen und eine intelligente Auswahl der Waffen wichtig. So wird man praktisch gezwungen, immer mal wieder andere Waffen einzusetzen, was den Spielspaß erhöht. Ratchet trägt neben den Waffen nützliche Werkzeuge wie ein futuristisches Schwingseil oder eine Gieskanne, mit der sich Pflanzen in Gegenstände wie Leitern verwandeln lassen, mit sich herum. Die Gegner sind wilde Roboter, Fleisch fressende Pflanzen oder bunte Aliens, die nicht unheimlich, sondern meistens witzig aussehen und sehr gemein sein können. Die Gegner haben alle eigene Attacken und beleben die Kampfszenen mit ihren unterschiedlichen Wirkungsweisen und flüssigen Animationen.

Das comichafte Design von Ratchet & Clank ist durchaus mit dem Stilmix von Crash Bandicoot oder Daxter vergleichbar. Abwechslungsreich wird es, wenn man mit dem riesengroßen Clank durchs Weltall fliegt oder ein paar Runden in schnellen Fahrzeugen drehen kann. Richtig erfreulich sind auch die kurzen Ladezeiten in Kombination mit der hervorragenden Grafik. Ratchet & Clank sieht so aus wie auf der PS2 – kein Ruckeln, kein Stottern. Farbenfrohe Spezialeffekte erleuchten den Bildschirm, Horden von Gegnern tummeln sich um die Helden und die Engine arbeitet munter weiter. Kurz gesagt: Sehr gut! Bei der Musik und den Toneffekten ist auch alles in Butter. Die Musik setzt manchmal leider kurz aus, das stört aber nicht weiter. Die Charaktere reden in deutscher Sprache und die Sprecher haben Ihre Arbeit hauptsächlich gut gemacht. Wer ohne Ton spielt, erhält wichtige Anweisungen als Text am unteren Bildschirmrand angezeigt. Ratchet & Clank kann mit bis zu vier anderen Spielern im kleinen Kreis oder über das Internet gespielt werden. Wer alles freischalten und entdecken möchte, kommt um das mehrmalige Durchspielen nicht herum, obwohl das wahrscheinlich nur beinharte Ratchet & Clank-Fans machen werden.

Fazit

Das Spiel hat den Sprung von der PS2 auf den Handheld erfolgreich gemeistert. Ratchet & Clank ist ein tolles Jump 'n' Run mit viel Action und toller Grafik! Um noch besser zu werden, bräuchte das Spiel mehr originelle Ideen, eine bessere Kamera und ausgefeilteres Leveldesign. Unsere Empfehlung gibt es trotzdem, denn Ratchet & Clank bietet insgesamt ein unterhaltsames Spielerlebnis.
Grafik
90%
Sound
83%
Gameplay
85%
Steuerung
75%

Gesamtwertung

84%

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