Rainbow Six – Lockdown

1235 0 1 24. September 2008
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Die Hintergrundstory klingt wie ein Actionkracher aus Hollywood: Im Verlauf eines Putschversuchs in Südafrika kommt eine bis an die Zähne bewaffnete Gruppe von Terroristen an einen künstlich erzeugten Virus namens “Legion”, eine ultimative Terrorwaffe, die in der Lage ist jedwedes menschliche Leben durch eine Seuche auszulöschen. Und weil Terroristen nicht zu trauen ist muss die Antiterroreinheit “Rainbow Six” ausrücken und herausfinden, was die Putschisten vorhaben und sie stoppen bevor Legion freigesetzt wird. Ehrensache, dass Du in Ubisofts “Rainbow Six: Lockdown” diese Aufgabe annimmst und zuschlägst…

Wir haben keine Zeit zu verlieren…

Mittlerweile dürfte jeder die “Rainbow Six” Reihe nach dem Vorbild von Tom Clancys Geschichten kennen, die sich bereits seit 1998 den Weg durch das Taktik-Shooter-Genre bahnt und über den PC auf nahezu jede Spielkonsolenform gefunden hat. In dem Spiel übernimmt man die Rolle des Domingo “Ding” Chavez als Leiter der Spezieleinsatztruppe. Nach dem Anlegen eines Profils kann man sich zunächst in den etwas umständlichen Übungsmissionen bewähren. Das Tutorial ist aus unserer Sicht bestimmt nicht optimal gelöst, weil die in den Missionen geforderten Ziele nicht deutlich formuliert sind, aber erfahrene Spieler sollten damit kein Problem haben.

Training ist sowieso nur etwas für Feiglinge, also wählen wir sofort den ersten Echteinsatz und erobern eine von Terroristen besetze Botschaft mit einer Truppe von gerade mal vier Mann. Hinter jeder Tür könnte einer dieser Verbrecher stecken. Oder eine Geisel, die es natürlich zu retten gilt. Und so versucht man nach Möglichkeit lebend das Ende des Levels zu erreichen, denn Medipacs und sonstige PowerUps sind verpöhnt. Es kommt vielmehr darauf an sich strategisch clever zu verhalten und sich und seine Teamkameraden unverletzt aber erfolgreich nach Hause zu führen.

Von Scharfschützeneinsätzen und anderen Highlights…

Von Zeit zu Zeit kommt es vor, dass man wahrlich aus der Haut fährt und die Rolle des Scharfschützen Weber einnimmt, der ganz spezielle Einsätze zu absolvieren hat. Leider kann man ihn aber nicht beliebig herbeirufen, sondern übernimmt dessen Funktion wenn das Spiel es will und nicht andersherum. In diesem Momenten geht es meist recht hektisch zu und man sollte sich besser nicht ärgern, auch wenn man manche Mission sicherlich mehrmals spielen muss, um irgendwann siegreich hervorzugehen.

Die Teamkameraden unterstützen einen dabei nach Kräften und so kann man entweder via Tastatur oder sogar auch per Headset die Kommandos zum Vorrücken oder zum Position halten durchgeben. Die Sprachsteuerung ist sicherlich ein Highlight von “RS: Lockdown” allerdings ist die Reaktion der Teammates manchmal ärgerlich verzögert, so daß nur unter optimalen Bedingungen (gutes Headset, ruhige Umgebung) ein Einsatz in dieser Form zu empfehlen ist. Die Tastatur hat in jedem Falle nie ausgedient…

Als besonderes Highlight muss man auch die komplette Ausrüstung bezeichnen. Neben einem echten Arsenal an Handfeuerwaffen von der Pistole bis zum Granatwerfer findet man in “Rainbow Six: Lockdown” wirklich alles wovon internationale Waffenschieber nachts träumen: Nachtsichtgeräte, Wärmebildsensoren und Herzschlagsensoren – in diesem Game ist alles möglich und so macht das Game besonders nachts einen Riesenspaß, weil jede Bewegung mit dem Nachtsichtgerät in irgendwelchen Kellern und Tiefgaragen den Herzschlag sehr nahe an den Hals bringt.

Fast wie Echt..

Grafisch gesehen macht “Rainbow Six: Lockdown” dem Anspruch moderner Ego-Shooter alle Ehre. Das Spiel präsentiert sich äußerst flüssig trotz eines äußerst hohen Detailreichtums. Einschusslöcher bleiben sichtbar, sämtliche Objekte wirken überaus realistisch und auch die Bewegung aller Spielfiguren kann man nur als gelunden bezeichnen. Natürlich hat die Technik ihre Grenzen: Bei geringer Distanz zu den Objekten wirken diese nicht mehr ganz so detailverliebt wie noch aus der Ferne, aber es hinterläßt keine größere Schäden beim Spieler. Man hat ohnehin nicht die Zeit stundenlang im Gebüsch schlecht gerenderte Blätter anzusehen…

An der Sprachausgabe kann man ebenfalls eigentlich nicht herummäkeln und die ewige Diskussion darüber, ob nun beim Spiel mit deutscher Sprachausgabe die gleiche Stimmung aufkommt wie beim englischen Original können wir gleich einen Riegel vorschieben: Das Spiel kommt gleich mit beiden Tonspuren daher und dürfte also auch Puristen überzeugen. An der deutschen Synchronisation kann man jedenfalls nicht herummeckern, genauso wenig wie an der sonstigen Geräusch- und Musikuntermalung im Spiel, die immer wieder für Gänsehaut sorgen kann.

Fazit

"Rainbow Six: Lockdown" ist eine echte Bereicherung für jedes Spieleregal. Zwar rückt diesmal die Taktikkomponente etwas stärker in den Hintergrund, so daß man sich eigentlich einen Ego-Shooter mit Taktik-Elementen installiert, allerdings ist die Mischung so gewählt, dass man genügend Action und genügend Taktikmomente präsentiert bekommt, ohne sich je ganz für eine Seite entscheiden zu müssen. Die Vorgänger, dass muss allerdings gesagt werden, waren durchwegs deutlich taktischer positioniert, so daß Hardcode-Rainbow-Six-Zocker vielleicht erstmal etwas skeptisch dreinblicken werden, aber unterm Strich haben die Entwickler eine gelungene Fortsetung hinbekommen. Thumbs Up !
Grafik
85%
Sound
89%
Gameplay
91%
Steuerung
91%

Gesamtwertung

89%

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