Project Zero 3

1263 0 0 24. September 2008
Gefällt mir!

Wer sich ein wenig im Survival-Horror-Genre auskennt, dem dürfte auch die Project Zero-Reihe etwas sagen. Project Zero: The Tormented von Tecmo ist mittlerweile der dritte Vertreter der Saga, die japanische Schönheit mit gruseligen Momenten mischt. Die Erwartungen an den neuen Teil sind natürlich hoch und so stellt sich die Frage, ob die Entwickler einen würdigen Nachfolger präsentieren können, der sowohl Neulingen wie auch den altgedienten Hasen etwas zu bieten hat. Aber lest selbst…

Was bisher geschah…

Rei Kurosawa ist freiberufliche Fotografin und verliert bei einem Autounfall auf tragische Weise ihren Verlobten Yuu Asou. Bei der Fahrt saß sie am Steuer und seither macht sie sich große Vorwürfe. Und ihr neuester Fotoauftrag soll sie eigentlich von den Geschehnissen ablenken, aber der Besuch in einem angeblichen Geisterhaus entwickelt sich schnell zu einer echten Gruselpartie. Neben allerhand unnatürlichen Phänomenen entdeckt sie nämlich auf einem der Bilder ihren verstorbenen Geliebten und so zieht es sie natürlich wieder zu dem Spukhaus und die Geschichte nimmt ihren Lauf…

Klingt spannend? Ist es auch, denn “Project Zero 3: The Tormented” versteht es vom ersten Augenblick an den Spieler mit in den Bann der Ereignisse zu ziehen. Der Spieler übernimmt hier, und das ist neu, nicht nur die Rolle der jungen und hübschen Fotografin, sondern zeitweise auch die Steuerung von Miku, ihrer jungen Assistentin und von Kei Amakura, einem ehemaligen Freund des Verlobten. Fans der Serie werden die beiden auch wiedererkennen, denn Miku war die Hauptfigur im ersten Teil der Serie und Kei war der Onkel der beiden Heldinnen Mio und Mayu aus dem zweiten Teil.

Kamera Obskura

“Project Zero 3: The Tormented” ist zwar gruselig kommt aber erfreulicherweise ganz ohne Waffen aus. So hat man im Spiel keine Laserkanonen oder sonstige mörderische Dinge zur Hand, sondern lediglich eine Fotokamera. Diese Cam hat die Eigenschaft den Geistern Energie abzuziehen. Somit ist die Aufgabenstellung klar: Wenn ein Geist erscheint, was auch in der Anzeige rechts unten im Bild deutlich gemacht wird, dann zückt man am besten schnell seine Kamera und macht Aufnahmen von dem Geist. Je näher man dem Geist dabei ist umso besser, zu nahe sollte man ihm aber auch nicht kommen, denn wie man sich denken kann ist dies für die eigene Gesundheit auch nicht gerade das Beste.

Jedes Mal wenn man erfolgreich Bilder der Geister machen konnte, gibt es Punkte für das Konto. Diese Punkte kann man dann in die Verbesserung der Kamera stecken. So kann man sich im Lauf des Spiels neue Objektive und Linsen kaufen, die man auch bitter nötig hat, denn mit zunehmender Spieldauer bewegen sich die Geister schneller und es wird immer schwieriger Fotos von ihnen zu bekommen. Die Fotos kann man sich in einer Art “Album” dann nochmals begutachten und sich so an die Gänsehaut in just jenem Moment erinnern.

Neben dieser Hauptaufgabe, das Ablichten von 33 Geistern, gibt es auch noch einige Rätselaufgaben zu lösen. Die Aufgaben sind allerdings altbekannt, einige Kisten verschieben, Schalter drücken, etc. Also nichts weltbewegend Neues, dafür auch nichts unlösbares.

Technische Umsetzung

Ein besonderes Lob muss man allen Beteiligten aussprechen, wenn wir über die Technik reden. Die Grafik ist ein wahrer Augenschmaus und besonders dramaturgische Effekte geben dem Spielgeschehen den letzten Kick. Besonders gelungen in unseren Augen ist vor allem die Darstellung der Räume samt allen Obenflächenstrukturen. Hinzu kommt eine sehr gelungene Darstellung der Geister, die einem wirklich den Angstschweiß auf die Stirn treiben können. Auch die Animation und Videosequenzen sind reichhaltig und versetzen den Spieler augenblicklich in Gruselstimmung. Wenn der Geist dann erscheint und das Joypad zu vibrieren beginnt stehen die Nackenhaare mit Sicherheit…

Will man wirklich etwas finden, was man an dem Spiel aussetzen kann, dann bestenfalls die Bewegungsanimationen der Hauptfiguren und die Darstellung der Gesichter, die nicht immer 100%ig real und flüssig erscheinen. Nachdem sich unsere Helden nämlich viel Zeit bei der Erkundung der Schauplätze lassen, wird der Spieler sie vermutlich schon sehr bald rennen lassen und da haben wir schon bessere Animationen gesehen. Aber viel mehr auszusetzen gibt es wahrlich nicht…

Soundtechnisch hat man sich auch wirklich ins Zeug gelegt und besonders Schockmomente gekonnt mit Soundeffekten und Musik unterlegt. Die englische Sprachausgabe klingt ebenfalls erstklassig und die deutsche Übersetzung in Form von Untertiteln ist durchaus gelungen.

Fazit

"Project Zero 3: The Tormented" ist mehr als nur eine gelungene Fortsetzung, sondern zeichnet sich aus, durch eine weitere Verfeinerung und Optimierung eines bestehenden und nach wie vor guten Spielprinzips. Besonders erfreulich: Hier kommt trotz des Verzichts auf jegliche Waffen dennoch eine tolle Stimmung auf. Es geht also auch ohne Blutorgien. Tecmo, prima gemacht.
Grafik
88%
Sound
91%
Gameplay
93%
Steuerung
87%

Gesamtwertung

88%

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.