Spieletest: Natural Doctrine (PS3)

2622 0 0 8. Oktober 2014
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Titel:Natural Doctrine - [Playstation 3]
EAN:0813633014197
System:PlayStation 3
USK:Freigegeben ab 16 Jahren
Label:NIS
Release:2014-10-07

Natural Doctrine ist ein rundenbasiertes Strategie Rollenspiel das Anleihen von bekannten Sammelkartenspielen, wie etwa Magic The Gathering besitzt. Der Schwierigkeitsgrad ist extrem hoch und das Spiel vergibt ebenso wenig Fehler, wie etwa Dark Souls. Der Titel spielt sich kompromisslos und bringt den Spieler durch den extremen Schwierigkeitsgrad an sein Limit. Lohnt der Kauf, oder sollten Hobbystrategen lieber auf andere Rundenbasierte Titel warten?

Grundlagen des Spiels und Gameplay
Natural Doctrine versteht sich als knallharter Strategietitel und da die Charaktere wenig liebenswürdig daher kommen und der Titel noch dazu voller Anime Clichés steckt, wird die Story schnell zum Beiwerk. Vor dem Kampf stellt der Spieler mit Hilfe von Karten ein Deck zusammen, ehe es zu den eigentlichen Rundenbasierten Kämpfen geht. Lobenswert ist dabei, dass der Titel ohne Mikrotransaktionen auskommt. Um besser zu werden, muss man also tatsächlich mehr spielen und nicht in den eigenen Geldbeutel greifen. Die Hauptkämpfe finden auf einer Karte statt, die genretypisch von schräg oben betrachtet wird. Mehrere Zoomstufen und die Drehung der Kamera sind möglich. Die Karte ist in viereckige Gitter unterteilt, innerhalb derer die Spielfiguren sich frei positionieren dürfen. Ein Deckungssystem und Abfragen zum Sichtkontakt, beispielsweise für Fernangriffe, gehören selbstverständlich auch dazu. Leider werden diese Systeme, die schon aus Titeln wie XCOM und Wasteland bekannt sind, nicht konsequent umgesetzt, da die sogenannte „Initativekontrolle“ wichtiger ist.
Und an dieser Stelle greift eine extrem frustrierende Spielmechanik, die in keiner Weise auch nur annähernd adäquat erklärt wird. Im Prinzip kann die Reihenfolge der Züge jederzeit verändert werden, so dass freundliche Einheiten Gegner beispielsweise gleichzeitig angreifen.
Am dieser Stelle muss das Tutorial erwähnt werden. Selten wurden Spielmechaniken so inkonsequent und schlichtweg schlecht erklärt, wie in Natural Doctrine. Nichts wird hinreichend erklärt, der Spielbildschirm wird überschwemmt von Informationen, die sich jederzeit in allen vier Ecken befinden können. Als wäre das nicht genug, befindet sich im unteren Bildschirmbereich eine Art Teleprompter, der ständig irgendwelche Informationen abspult. Das ist in der heutigen Zeit vollkommen inakzeptabel.

Eine typische Spielszene
Da die Initiativkontrolle auch von den gegnerischen Einheiten genutzt werden kann, ist es im Prinzip jederzeit möglich, dass alle Gegner sich auf eine einzelne Einheit des Spielers konzentrieren. Dabei kommt bereits nach wenigen Minuten die Vermutung auf, dass die K.I. die Regeln des Spiels besser beherrscht als der Spieler. Stirbt ein einzelner Charakter des Spielers, so erscheint der Game Over Screen. Jeder kleinste Fehler wird also sofort bestraft. Das wäre noch verschmerzbar, wenn die Geschwindigkeit des Titels nicht so langsam wäre. Das Spiel zwingt den Spieler jede Animation anzusehen und erfragt sogar die Erlaubnis, ob die K.I. nun ihre Bewegungen ausführen darf oder nicht. Und dank der Initiativkontrolle gibt es zwischen den Runden einige dieser Abfragen zu bestätigen. Den sicheren Tod ahnend, hart der Spieler also etliche Minuten lang vor dem Fernseher aus und wartet auf den Neustart des Levels.

Spielmodi
Der Titel hat neben dem Single Player Modus noch einen Cooperativen Spielmodus, der ein wenig Auflockerung ins Spiel bringt. Doch der Multiplayer Modus ist das eigentliche Herzstück des Spiels, denn dort dürfen die Spieler sich Platformübergreifend miteinander messen. Playstation 3 und 4 Spieler werden also vereint und dürfen online gegeneinander antreten. Erst im Multiplayer entfaltet das Spiel seine taktischen Möglichkeiten. Die Zusammenstellung des Decks ist extrem wichtig und das Initativsystem sorgt für spannende, taktische Kämpfe.

Grafik und Sound
Natural Doctrine wirkt alt und hölzern und die Farben sind trist und seltsam verwaschen, als hätten die Art Directoren vergessen Farben hinzufügen. Der Sound ist gerade so auf einem ausreichenden Niveau. Die Voice Actors sind in Ordnung, könnten ihre Arbeit aber überzeugender erledigen und einige Soundtracks werden zu häufig wiederholt.

Fazit

Der Titel polarisiert durch zahlreiche Unzulänglichkeiten, überzeugt jedoch beim Multiplayer auf ganzer Linie. Singleplayer Strategen werden es hassen, doch im Multiplayer Bereich könnte das Spiel durchaus seine Liebhaber finden.
Grafik
61%
Sound
63%
Gameplay
83%
Steuerung
74%

Gesamtwertung

69%

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